Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


3 x 2 Einstrittskarten in das Theatermuseum mit der Ausstellung

BOSCH TRITT AUF

der Gemälde Galerie gewinnen. Dazu eindach den Button

 

Gewinnspiel

 

anklicken. Es öffnet sich ein Mail mit dem Betreff Gewinnspiel Biosch tritt auf. Name und Adresse einfügren und abschicken. Einsendeschluss ist der Mo., 27. November 2017. FFür die Gewinner werden die Tickets an der Kassa des Museums hinterlegt.

Der Rechtsweg ist ausgeshlossen
 

Einblick in Raum 5: Flämische Malerei des 17. Jahrhunderts, Foto © Lisa Rast

BOSCH TRITT AUF und feiert Debüt im Theatermuseum

Bosch Weltgerichts-Triptychon und Ihr Schön von Jonas Burgert Foto © Lisa Rastl

Ein Ausweichquartier als Ort der Begegnung von bildnerischer und darstellender Kunst

Drei Jahre soll das Gastspiel dauern, das die Schausammlung der Gemäldegalerie im Theatermuseum gibt. Die altehrwürdigen Räume der Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz, zwischen 1872 und 1877 von Theophil Hansen erbaut, haben eine Sanierung nötig. Es stellte sich also die Frage, wohin mit der Sammlung, die immerhin 1200 Gemälde vom 14. bis zum 20. Jahrhundert enthält, neben Skulpturen und einem in seinem Bestand unvergleichlichem Kupferstichkabinett. Es fanden sich über ganz Wien verteilt Ausweichquartiere für Ateliers und die Bibliothek. Die Gemäldegalerie selbst erhielt im barocken Ambiente des Palais Lobkowitz die ihm würdige Bühne. Neben den Ausstellungen des dort befindlichen Theatermuseums wurde nun im ersten Stock die ständige Schausammlung eingerichtet.

nthonis Van Dyck, Selbstbildnis © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Dem Besucher bietet sich dadurch die Möglichkeit, mit einem einzigen Ticket Spitzenwerke europäischer Malerei „Von Cranach bis Füger“ und nur ein paar Stufen darunter spannende Präsentationen von Objekten österreichischer Theatergeschichte zu erleben. Eine mit im dreimonatigen Rhythmus ausgewechselten Papierarbeiten gestaltete Sonderausstellung des Kupferstichkabinetts ist ein weiterer Glanzpunkt dieser nur auf den ersten Blick ungewöhnlichen Kombination von bildnerischer und darstellender Kunst.

Hieronymus Bosch, Weltgerichts-Triptychon © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Star des Gastspielensembles ist zweifellos Hieronymus Bosch und das von ihm geschaffene Weltgerichts-Triptychon. Diesen Anfang des 16. Jahrhunderts entstandenen Altarblättern steht die monumentale Arbeit „Ihr Schön“ des Berliner Künstlers Jonas Burgert gegenüber. Die beiden Darstellungen, zwischen denen mehr als 500 Jahre liegen, vereint neben altmeisterlicher Technik die überquellende Phantasie des Abscheulichen und Schrecklichen.

Sind es bei Bosch mehr als seltsame Kreaturen, die als grausame Werkzeuge des Weltenrichters am Jüngsten Tag die Menschen ihrer Verurteilung zutreiben, ist es bei Burgert ein „Ort außerhalb der Zeit, eine Bühne, auf der wir unsere Existenz verhandeln“ mit in einem Gewurl abstoßender Gestalten verstrickten Menschen. Das Dunkel dieses Raumes gibt dem Ganzen die entsprechende Stimmung, wenn es in den etwas beengten Verhältnissen auch mühsam ist, das 22 Meter lange Gemälde Burgerts mit den Blicken entsprechend ganzheitlich zu erfassen.

Einfacher wird es in der Folge, wenn man in respektvoller Distanz entlang der Werke aus altniederländischer wie altdeutscher Malerei, italienischen oder spanischen Meistern wandelt und unversehens wieder auf den geschätzten Boreas von Peter Paul Rubens trifft, wie dieser mit geblähten Wangen die dralle Nereide Oreithyia in die Lüfte wuchtet.

 

Von zarterem Gemüt war Thomas Ender, der sich vor 200 Jahren auf der Fregatte Austria Richtung Brasilien einschiffte. Sein Auftrag lautete, die Reise in die neue Welt zu dokumentieren. Anlass dieser Expedition war die Vermählung von Erzherzogin Leopoldine, der Tochter von Kaiser Franz I., mit dem portugiesischen Kronprinzen Dom Pedro, dem späteren Kaiser von Brasilien.

Thomas Ender, "Die Schiffsbande während der Fahrt am Ocean. Fregatte Austria“ © Kupferstichkabinett

Ender fertigte während der gut eineinhalb Jahre dauernden Unternehmung an die 1000 Zeichnungen an, von denen sich 782 Blätter im Kupferstichkabinett befinden. Kurator René Schober hat sich bei der Auswahl für die Fahrt von Triest nach Rio de Janeiro entschieden. Der Maler hatte an jeder der Stationen offenbar genügend Zeit, an Land zu gehen und sich in der Gegend umzusehen.

Dabei entstanden „Amphitheater bey Pola (Pula)“, „Der Hafen von la Valetta (Valletta)“ oder „Die Spitze Europas“ und „Gibraltar von Norden“, bevor es hinaus zur Überquerung des Atlantiks ging, vorbei an den Inseln von Madeira, deren Silhouette Ender in einem schmalen Panorama vom Bord des Schiffes aus festgehalten hat. Der Maler, für den es der erste große Auftrag war, ist dabei mit jeder Zeichnung in seinem Strich sicherer geworden und hatte bereits in Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas, zu einer Meisterschaft gefunden, die dem Betrachter aufgrund der Reduktion und der Leichtigkeit des Gezeichneten bis heute Bewunderung abverlangt.

Hieronymus Bosch, Weltgerichts-Triptychon, Detail © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste
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