Nur ein einziges Jahr hat es gedauert, bis sich Erich Scheiblhofer wieder den Titel zurückgeholt hat. Am Abend der Gala Nacht des Weines, heuer übrigens einem wunderschönen stimmungsvollen Fest, durfte sich der junge Winzer aus Andau im Seewinkel gleich zweimal eine AWC Wine Trophy abholen. Das eine Mal war es der Cabernet Sauvignon 2009, der sich vor internationalen Größen durchgesetzt hat. Die zweite Trophy brachte ihm interessanterweise eine Sorte, die für das Nordburgenland gar nicht so typisch ist, nämlich der Jois Blaufränkisch 2009. Alles zusammen ergab eine Punktezahl von 928,7 und damit "winery of the year 2011".
Was diese Trophy so wertvoll macht: Die awc vienna wine challenge, ins Leben gerufen vom Wiener Topwinzer Michael Edlmoser, ist immerhin die weltweit größte, offiziell anerkannte Weinbewertung. Sie gilt als eine der objektivsten und härtesten und wohl auch eine mit einer besonders dichten Spitze an Teilnehmern. 9.632 Weine von 1.487 Produzenten aus 38 Ländern aller fünf Kontinente waren heuer eingereicht und von mehr als 400 Önologen und Weinfachleuten einer Blindverkostung unterzogen worden.
Ab 90 Punkten, bezogen auf das internationale 100 Punkte Schema, aufwärts gibt es eine Goldmedaille, Silber ab 87-89,9 und ab 84 Punkten ein Siegel (Seal of Approval). Die Auszeichnungen dürfen die jeweiligen Flaschen zieren und sind damit für Weinfreunde ein untrügliches Zeichen höchster Qualität.
Michael Edlmoser (g.r.) mit Trophy-Gewinnern
Einen Überblick über diese Fülle an Spitzenqualitäten schafft das White Book Wine 2011/2012. Auf 760 Seiten werden darin die Weine (mindestens 85 Punkte) kurz vorgestellt, jeweils zwei Weingüter auf einer Seite. Wie der Bewerb selber ist auch dieses Buch, erhältlich über awc-vienna, international zum Begriff als verlässlicher Führer durch die besten Weinkeller der Welt geworden.
„...und gewonnen hat Deutschland“ kennt man an sich vom Fußball, und musste auch am Abend des 2. November im Wiener Rathaus zur Kenntnis nehmen, dass sich die Deutschen in einer Konkurrenz aus 11.000 Weinen aus 36 Ländern mit mehr als 1700 Winzern durchgesetzt haben.
Winzer des Jahres, oder wie es hier heißt, „winery of the year 2010“ wurden die „Vier Jahreszeiten Winzer e.G.“ aus Bad Dürkheim in der Pfalz. Mit der Trophäe für „white wine of the year 2010“ schmückt sich das Weingut Alexander Laible, ebenfalls aus Deutschland (Chardonnay 2009). „red wine of the year 2010“ ging nach Kalifornien für Hahn Estates Pinot Noir 2007 von Hahn Family Wines. Nur der Süße, eine Trockenbeerenauslese Sämling 88, 2008, blieb im Land, und zwar in Illmitz beim Weingut Heiss Maria.
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Diese vier ragen also heraus aus einer großen Zahl ausgezeichneter Weine. Um diese finden, muss man sich allerdings der Mühe unterziehen, das aktuelle WHITEBOOK WINE 2010/2011 mit seinen fast 900 Seiten zu stemmen. Es enthält nicht weniger als die Bewertungsergebnisse der besten Produkte der Winzer, die sich dieser absolut anonymen Blindverkostung gestellt haben und damit dazu beigetragen haben, dass die AWCvienna in ihrem (überhaupt nicht verflixten) siebten Jahr – allein schon mit Blick auf die Siegerlisten –ihrem Ruf als „international wine challenge“ gerecht geworden ist.
Erfolgreiche AWC Winzer im Kurzporträt
„white wine of the year 2010“
Weingut Alexander Laible
Mit einem Chardonnay 2009 wurde mit 94,6 Punkten Alexander Laible auf der AWC vienna zum Weißwein-Weltmeister gekürt. In seinem Gepäck befanden sich an diesem Abend bereits eine Reihe von Anerkennungen: Deutschlands bester Jungwinzer 2006/2007, Nachwuchswinzer des Jahres 2009 in Europa, Entdeckung des Jahres vom Gault Millau 2009, Genussbotschafter von Baden Würthemberg, ausgezeichnet mit dem Wein Oscar 2010.
Die Voraussetzungen für diese Erfolge sieht der junge Winzer aus Durbach (D) unter anderem in individueller Arbeitsweise im Einklang mit der Natur. Optimale Voraussetzungen bieten seine Rebanlagen, die nicht zuletzt durch die Sachkenntnis und Sensibilität des Winzers herausragende Traubenqualität erbringen.
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Das Weingut Alexander Laible wurde übringens auch von "Der Feinschmecker" in die Reihe der 800 besten Weingüter in Deutschland 2011 aufgenommen. Mehr zu diesem Weinguide finden Sie hier...
Seit 716 n. Chr. wird im Markgräflerland (Region Baden) Weinbau betrieben. In so langer Zeit hat sich einiges Wissen und Können angesammelt und wird von den Winzern auch weidlich genützt. Dazu kommt der Blick nach vorn, auf neue Wege in der Weinerzeugung, um stets optimale Qualität zu sichern.
Auf dem Winzerhof Ebringen, fünf Kilometer von Freiburg im Breisgau entfernt, ist Kellermeister Klaus Ruh erfolgreich am Werk. Ihm steht Jahr für Jahr großartiges Traubenmaterial zur Verfügung. Geliefert wird es von Winzerfamilien, die viel Liebe und Sorgfalt in die naturnahe Pflege ihrer Weinberge setzen. Unter seiner Leitung ist lückenloses Qualitätsmanagement garantiert, angefangen bei der Kultivierung der Trauben im Weinberg, schließlich entsteht guter Wein nirgendwo sonst als im Weingarten, bis zum Weinausbau, bei dem Klaus Ruh seine große Erfahrung einsetzen kann.
Der Lohn sind u.a. hochwertige Weißweine mit regionaltypischem Charakter. Der Grauburgunder Spätlese trocken 2009 erhielt bei der AWCvienna 94,5 Punkte und stieß damit bis ins Finale vor. Zur Verkostung gab es auch durchwegs hoch bewertete Weißburgunder, unter anderem einen Kabinett feinherb. Diese für unsere Sinne ungewöhnliche Bezeichnung bedeutet im Fall des Winzerhofes Ebringen eine besonders harmonische Abstimmung von Zucker und Säure im Bereich zwischen trocken und süß.
Rieslinge aus dem Weingut Friedrich Altenkirch:
Maßgefertigte Einzelstücke
Vor Ewigkeiten hat sich der Rhein seinen Weg durch das Schiefergebirge gegraben und damit eines der schönsten Täler der Welt geschaffen. Nicht nur eines der schönsten, auch eines mit den besten Weinen auf unserem Globus. An einer der engsten Stellen liegt Lorch. Was für ein Name voll Geschichte und gleichzeitig ein Begriff für großen Riesling. Und direkt in Lorch, also mitten in dieser Traumgegend, befindet sich das Weingut Friedrich Altenkirch (ggr. 1826).
Zwei Quereinsteiger, ein Weingut und etwa 20 Hektar Steillage am Rhein – mit dieser Grundausstattung hat das Weingut Friedrich Altenkirch vor rund fünf Jahren einen Neustart initiiert. Seitdem haben die Weine aus Lorch nicht nur eingefleischte Rieslingfans begeistert, sondern auch internationale Verkoster auf den weltweit wichtigsten Weinwettbewerben für sich gewonnen. Dabei ist die Leitlinie des Traditionsweingutes fast banal: Die Weine müssen vor allem eins – schmecken.
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Gut sind viele Weine. Groß werden sie durch ihre Geschichte. In diesem Fall ist es Handarbeit, in einer Zeit der Industrieweine, die dem Riesling von Altenkirch seine besondere Ausstrahlung verleiht. Die extrem steilen Hänge, die einerseits für ein optimales Gedeihen der edlen Rieslingtraube sorgen, erlauben andrerseits nicht die Spur von Bequemlichkeit. Franziska Breuer-Hadwiger und Andreas von Rosen unisono: „Unsere Weine sind im besten Sinne handwerkliche Produkte. Oder anders gesagt, maßgeschneiderte Einzelstücke.“
Beide, sowohl Breuer-Hadwiger, sie ist Maschinenbautechnikerin, als auch von Rosen, ein Banker, kommen nicht gerade aus typischen Weinberufen, bringen aber ihre frischen Ideen ein, die vom Weinmacher Jasper Bruysten als neuem Betriebsleiter in gedeihliche Bahnen gelenkt werden. Gemeinsam mit den beiden Gesellschaftern entwickelt er rassige, mineralische Spitzen-Rieslinge und verfolgt den Weg des naturnahen und schonenden Anbaus von Weinen in den Steillagen des Rheingaus.