Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


 

CANDLELIGHT & LIEBESTÖTER Ehepaar in der Eden Bar

Uschi Nocchieri & Hubert Wolf © Agentur Taberhofer

Ein amüsantes Beispiel, wie ein romantischer Abend mit Sicherheit in die Hosen geht

Die Vorstellung eines perfekten Samstagabends weichen bei zwei altgedienten Eheleuten naturgemäß auseinander. Sie ist begeistert von der Erwartung eines faszinierenden Sonnenuntergangs und gedenkt, diesen mit ihrem Gatten in trauter Zweisamkeit bei einem Glas Sekt als Motor für die Wiedererweckung längst entschlafener Romantik einzusetzen. Er freut sich schon den ganzen Tag auf das Ländermatch, das just dann im Fernsehen übertragen wird, wenn sich hinter dem Garten die Sonne in all ihrer abendlichen Pracht verabschiedet. Was meinen Sie, wer setzt sich durch? Natürlich sie. Er ist ein „guada Lodsch“, der für ihre Aufgekratztheit die Schande auf sich nimmt, am nächsten Tag mit seinen Kumpels nicht über das Match reden zu können. Wie es der Zufall will, findet sich in der von der Nachbarin gebrachten Wäsche ein roter Elefant, kein gewöhnlicher, sondern einer, dessen Rüssel das beste Stück des Mannes bekleiden soll. Ein Sex Toy also. Handelt es sich dabei um einen erotischen Wink mit dem Zaunpfahl? So zumindest denkt er.

Uschi Noccieri © Agentur Taberhofer

In vorauseilendem Gehorsam erfüllt er ihre, wie er vermutet, heißen Wünsche und schon entspringt diesem Missverständnis eine spritzige witzige Auseinandersetzung zwischen ihr und ihm. CANDLELIGHT & LIEBESTÖTER ist der Titel der kabarettistischen Komödie, wie die Autoren Sabine Misiorny und Tom Müller dieses abendfüllende Stück Lebenserfahrung bezeichnen.

Hubert Wolf © Agentur Taberhofer

Uschi Nocchieri und Hubert Wolf liefern sich die sehenswerte Auseinandersetzung zweier Menschen, die einander einst geheiratet und auch nach Jahren noch sehr lieb haben, ihre Lusterfüllung zwangsläufig jedoch abseits erotischer Aktivitäten suchen müssen. Ort der Premiere am 27.01.2017 war die Eden Bar, an sich eine Stätte des kostspieligen Lasters, die für ein paar Stunden zum imaginären Garten einer biederen Siedlung irgendwo am Stadtrand wird. Als Zuschauer im Plüschfauteuil mit einem Glas Champagner vor sich genießt man diese reizvolle Diskrepanz. Jeder kennt so einen Mann, der alles für seine Herzallerliebste tun würde, allerdings nicht ohne zumindest dann den Matscho heraushängen zu lassen, wenn er allein mit sich ist. Und als Mann sollte man zumindest wissen, wie es um die Bedürfnisse von Frauen steht, wenn sie in Abwesenheit des Partners ihr Herz davon träumen lassen. Am Ende ist keiner Gewinner, aber auch keiner der Verlierer. Es ist einfach ein Stück ganz normales Leben, das genügend Pointen liefert, um sich nicht zuletzt über sich selber genüsslich zu unterhalten.

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