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Ausstellungsansicht © KHM-Museumsverband

DAS ERSTE GOLD aus dem ältesten Goldbergwerk Europas

DER SCHATZ VON VĂLČITRĂN 2. HÄLFTE 2. JT. V. CHR. © Krassimir Georgiev, NAIM

Werkzeuge, Gefäße, Schmuck und Waffen aus Schatzfunden erzählen die Vorgeschichte Bulgariens

Ada Tepe, eine unscheinbare Anhöhe im bulgarischen Rhodopengebirge, wurde in den 1990er Jahren als archäologische Fundstätte erkannt; kurz darauf aber auch als Goldlagerstätte (30 Tonnen Gold werden noch im Berg vermutet). Ein Investor bot sich zum Abbau an, musste sich jedoch dem wissenschaftlichen Interesse vorläufig beugen. Eine Notgrabung war erforderlich. Sie erbrachten zuerst Spuren eines Heiligtums, später auch Indizien für einen Bergbau, der auf Gold ausgerichtet war. Die Archäologen sind überzeugt, das älteste Goldbergwerk Europas gefunden zu haben. Eine erste zeitliche Einordnung in die späte Bronzezeit schien für diese Gegend unglaublich früh, wurde aber durch spätere Forschungen bestätigt. Zwischen denkmalpflegerischen und wirtschaftlichen Interessen musste ein Kompromiss gefunden werden, der in einem Vertrag zwischen der Bergbaufirma DPM und dem Nationalen Archäologischen Institut geschlossen wurde. Das Ergebnis ist nun ein detailliertes Bild von Ada Tepe.

Ausstellungsansicht © KHM-Museumsverband

Es geht über die Bedeutung des Goldabbaus im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts v. Chr. hinaus und ermöglicht uns eine Vorstellung von den damals angewandten äußerst mühsamen Verfahren und dem erstaunlich einfachen Alltagsleben der Grubenarbeiter, das durch Keramik- und Werkzeugfunde in den Halden und angrenzenden Siedlungsschichten dokumentiert ist. Gleichzeitig erlauben sich Zusammenhänge mit der Quelle für die sagenhaften Reichtümer von Mykene und Troja, die aufgrund bereits bestehender Handelsverbindungen zum geographisch nahen Thrakien durchaus plausibel sind.

SPIRALRÖLLCHEN OVČARCI, MITTE 2. JT. V. CHR. © Krassimir Georgiev, NAIM

Diese Entdeckung ist nun der Aufhänger für eine Ausstellung im Kunsthistorischen Museum mit dem Titel DAS ERSTE GOLD, ADA TEPE: DAS ÄLTESTE GOLDBERGWERK EUROPAS (bis 25. Juni 2017). Erstmals wird bulgarisches Gold außerhalb des Landes der Öffentlichkeit gezeigt. Es handelt sich großteils um Hortfunde, genauer gesagt, um mehr als 300 Gold-, Silber- und Bronzefunde aus 14 bulgarischen Museen. Ein Anziehungspunkt ist  DER SCHATZ VON VĂLČITRĂN.

Mit seinen prächtigen Goldgefäßen erzählt er eine ungemein spannende Geschichte. Er war 1924 bei Feldarbeiten entdeckt, aber nicht in seinem Wert und seiner Bedeutung erkannt worden. Die Goldobjekte wurden zum Teil verunstaltet und einfach Stücke aus ihnen herausgeschnitten, um diese an Goldschmiede verkaufen zu können. Erst durch das Eingreifen von Polizei und Verwaltungsbehörde sowie der schnellen Reaktion der Archäologen des Nationalen Museums in Sofia konnte der Schatz vor seiner völligen Zerstörung gerettet werden.

Damit sind ein goldener Kantharos (zweihenkeliges Gefäß), kleine goldene Becher und ein dreiteiliges Gefäß mit wahrscheinlich kultischer Funktion erhalten geblieben. Gemeinsam mit den Objekten aus einer Reihe anderer Funde eröffnen ausgerechnet diese Goldgefäße einen Zugang zur Bronzezeit, die mit sogenannten Ochsenhautbarren (massive Bronze mit einem Gewicht von 25 bis 30 Kilogramm), mit Gussformen und mit Waffen auch als solche in der Ausstellung dokumentiert ist.

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