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Foto von der Startseite www.magicchristian.com

Zauberanekdoten und Anekdotenzauber aus 5000 Jahren

Magic Christian in Aktion © Magic Christian

Ein kurzweiliger Streifzug durch die Welt der Magie von König Cheops über Houdini bis Magic Christian

Zaubertrick wird selbstverständlich keiner verraten, das wäre für einen Meister wie Magic Christian undenkbar. Aber es gibt trotzdem genug zu erzählen, über die Herrschaften, die mit ihren Spielkarten, mit Kaninchen und durchgesägten Jungfrauen das Publikum mit ihrem Zauberbann belegen. Magic Christian ist nicht nur einer von vielen Magiern, er ist Weltmeister im Fach der Illusionen, gleichzeitig aber auch Geschichtenerzähler und Forscher. Damit ist sein kürzlich im Kral Verlag erschienenes Buch „Zauberanekdoten und Anekdotenzauber aus der ganzen Welt und selbst Erlebtes“ eine wunderbare Einführung in ein Reich, das die meisten von uns doch nur von den Reihen verblüffter Zuschauer aus kennen. Für den Autor selbst war die eigentliche Motivation zum Schreiben, dass es zwar „viele Bücher über Zauberkunststücke gibt, doch nur wenige, in denen lustige und auch sonderbare Erlebnisse der Künstler beschrieben werden.“

Philippe Sammlung Magic Chxristian Illustration aus dem beschriebenen Buch

Aus dem Altertum, also vor mehr als 5000 Jahren, war bereits Pharao Cheops, das ist der mit der großen Pyramide, fasziniert vom Können eines gewissen Dedi. Dieser schnitt einer Gans den Kopf ab, legte Kopf und Körper jeweils in eine andere Ecke des Raumes und klatschte in die Hände. Pharao und sein Hofstaat durften beobachten, wie auf dieses Zeichen hin beide Teile aufeinander zuliefen und sich wieder vereinigten. Selbstverständlich führt Magic Christian auch zu dieser Geschichte getreulich die Quelle an:

Entdeckt hat er sie im berühmten Westcar-Papyrus in der ägyptischen Sammlung der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin. Immer wieder werden auch Zeitungsartikel zitiert. So berichtet das Morgenblatt des „Humoristen“ am 16. März 1857 ausführlich über „ein unmögliches Kunststück“ des seinerzeit berühmten Zauberers Johann Nepomuk Hofzinser. Heute wären die Zuschauer bestimmt gleichermaßen irritiert, wenn ein Ring von einem Kanarivogel in Freie geflogen würde, nach ihm ein Papagei und um beide zu suchen ein Neufundländer, und schließlich begeistert, wenn auf den Befehl „Ring! Ring! Ring! Erschein´! Erschein´!“ der Kanari zum Fenster hereinfliegt, in seinem Schnabel den Papagei und der wiederum den Neufundländer mit dem Famulus im Maul, der den Ring bei sich hat. Wenn das keine Schlagzeile wert ist!?

Johann Nepomuk Hofzinser © Sammlung Volker HuberIllustration aus dem beschriebenen Buch
Magic Christian, der Kartenkünstler © Magic Christian

Magic Christian: Zauberanekdoten und Anekdotenzauber aus der ganzen Welt und selbst Erlebtes, Kral Verlag 2016, Preis 24,90 €

Magic Christian ist bei allen Großen seines Faches fündig geworden, so auch bei Houdini, dem bis heute legendären Fesselsprenger. „Der Globus“ widmet Houdini am 20. September 1902 einen ausführlichen Artikel, in dem detailliert eine Vorführung der bis heute ungelösten Entfesselungen beschrieben wird. Natürlich hat der Autor auch für sich selbst einen Abschnitt des Buches reserviert. Erinnerungen aus seiner „magischen“ Reisetätigkeit führen den Leser hinter die Kulissen auf einem Kreuzfahrtschiff, auf Fernsehstudios in aller Welt und zu Bruno Kreisky, der es sich nehmen ließ, von Magic Christian einen Trick vorgeführt zu bekommen. Beschlossen wird der Anekdotenreigen mit Witzen, wie sie gern auch in die Shows eingestreut werden, um das Publikum mit Lachen zu erheitern und ein wenig davon abzulenken, was vor ihren Augen offensichtlich passiert, ohne dass die es wirklich mitbekommen.

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