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Faszinantion Pyramiden Ausstellungsansicht © mamuz

FASZINATION PYRAMIDEN im Weinviertel erleben

Faszination Pyramiden Ausstellungsansicht © mamuz

Dem ewigen Geheimnis eines Weltwunders auf der Spur

Nicht nur Kinder sind begeistert, wenn sie eine bunt bemalte Grabkammer betreten dürfen. Ägyptische Gottheiten wie der hundsköpfige Anubis hätte dort den Pharao nach seinem irdischen Tod bewachen sollen, konnten aber nichts gegen die Grabräuber ausrichten, die ohne jede Pietät die Schätze, die man dem König für seine Reise ins Jenseits mitgegeben hatte, raubten. Über der engen Kammer hatten etliche der Pharaonen riesige Pyramiden bauen lassen, um den Nachfahren von der eigenen Größe zu künden. Wie diese mächtigen Bauwerke aus Stein geschaffen wurden, darüber gibt es genügend wissenschaftliche Theorien, aber vorstellen kann es sich in Wirklichkeit niemand, wie man mit den einfachen Möglichkeiten von damals derartig gewaltige Denkmäler errichten konnte. Wir Heutigen stehen ebenso fasziniert davor wie schon die Griechen, die Römer und später Napoleon, die alle irgendwann diesen schmalen fruchtbaren Landstreifen entlang des Nils erobert hatten. Pyramiden, Sphinx und Obelisken wurden in späterer Zeit als Symbole in Geheimlehren aufgenommen.

Faszination Pyramiden Ausstellungsansicht © mamuz

So sind sie Verständigungszeichen der Freimaurer und unverzichtbare Kulissen für die Oper Die Zauberflöte. Hätte man den Stein von Rosetta nicht gefunden, die Zeichen an der Wand, eben die Hieroglyphen, wären nach wie vor unlesbar. Seit wir sie entziffern können, wissen wir zumindest, was sie bedeuten. Man kann lesen, wie man im alten Ägypten gelebt und woran man geglaubt hat. Die letztgültigen Geheimnisse über die Pyramiden teilen sie uns dennoch nicht mit.

Faszination Pyramiden Ausstellungsansicht © mamuz

Jeder sollte einmal in seinem Leben vor den Pyramiden gestanden sein. Wer es noch nicht nach Ägypten geschafft hat, wird diesen Entschluss wohl nach einem Besuch der Ausstellung im MAMUZ Museum Mistelbach umgehend fassen. „Faszination PYRAMIDEN“ (BIS 25. November 2018) lädt ein, dieses Phänomen im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen und zu erleben. Zwischen kindergerecht und trotzdem aufschlussreich für Erwachsene herrscht feine Ausgewogenheit.

Der Besucher hat damit die Möglichkeit, sich entsprechendes Vorwissen für eine Reise in die Vergangenheit von mehr als 5000 Jahren spielerisch anzueignen. An handwerklich toll ausgeführten Modellen kann er die schier unbegreiflichen Leistungen der ägyptischen Architekten bewundern, vor einem Großbild der Cheopspyramide ein Selfie mit der Familie knipsen und dazwischen die leicht lesbar gefassten Wandtexte studieren. Originalfunde stellen den direkten Draht über die Jahrtausende her. Sofern ihnen nicht übelwollende Nachfahren das Gesicht abgeschlagen haben, blicken diese Gestalten der Vorzeit so lebendig zu uns herauf, als wollten sie uns all das erzählen, was wir sie gerne fragen möchten. Ein guter Teil der Schau ist auch der späteren Adaption des ägyptischen Kults durch die europäische Kultur, der sogenannten Ägyptomanie, gewidmet. Bilder aus dem Barock, das Grabmal von Friedrich dem Großen und die vielen Obelisken, die trotz ihres Gewichtes vom Nil in alle Welt verschifft wurden, um dort Parks oder Plätze zu zieren, sind nur einige Beispiele für die Bedeutung, die das Erbe der Pharaonen nicht nur damals besessen hat.

Das MAMUZ Museum Mistelbach ist ideal für solche Ausstellungen, allein vom Platzangebot her, das beeindruckende Installationen erlaubt. Zusammen mit dem MAMUZ Schloss Asparn wurde es längst zu einem Erlebnismuseum und Wissenszentrum. Denn nur ein paar Kilometer weiter kann man in unsere eigene Vorgeschichte eintauchen. In Asparn warten zusätzlich zum Freigelände gleich mehrere Ausstellungen. Eine davon beschreibt mit einer Fülle an Funden den Weg von der Steinzeit zum Gebrauch des Eisens. Die andere verbindet unter dem Titel „Konflikten auf der Spur“ (bis 25. November 2018) die Kämpfe unser Urahnen mit Fotos und Relikten aus dem Ersten Weltkrieg, um zum ernüchternden Schluss zu gelangen, dass, wie es eine Karikatur zeigt, Kain und Abel nichts anderes als zeitlose Stellvertreter der Menschen sind, die einfach nicht anders können, als sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Für beide Standorte gibt es übrigens ein praktisches Kombiticket, das den Besucher einen ganzen Tag im Weinviertel mit Ur-, Früh- und heuer eben auch ägyptischer Geschichte garantiert kurzweilig beschäftigen wird.

Freigelände in Schloss Asparn © mamuz
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