Kultur und Weindas beschauliche Magazin![]() 30 Jahre Maria Enzersdorfer Festspiele und Elfriede Ott:
Nach den nunmehr gefeierten 30 Jahren läuft der Vertrag mit den Besitzern der Burg aus und soll nicht mehr verlängert werden. Optimismus regte sich erst wieder mit der Zusicherung von Landeshauptmann Erwin Pröll, sich persönlich für die Festspiele stark zu machen.
David spielt in „Umsonst“ den Arthur, einen Schauspieler und damit eine Figur, die Nestroy einst einem Freund auf den Leib geschrieben und diesem damit den Vortritt mit der Hauptrolle gelassen hatte. Er selber hatte sich den Pitzl gegeben und sich damit die meisten Lacher gesichert. Diese waren auch Robert Kolar gegönnt, vor allem in der Szene, in der er als minder begabter Schauspieler im einsamen Kämmerchen Franz Moor memoriert. Nebenan nimmt die Wiener Posse weiter ihren Lauf; Schiller gegen Nestroy, zwei Sprachgiganten im mitreißenden Duell und ein klarer Sieger. Schiller? Sicher nicht! „So redet doch kein Mensch!“ darf Pitzl/Nestroy/Kolar räsonieren.
Danke liebe Elfriede Ott für den Herbert Prikopa. Sein Sauerfax, pardon, Sauerfaß, …faß! …ss! kann alles: ungemein komisch sein, falsch und hinterhältig freundlich, Wein wassernd, schmierig anbiedernd, grausam und dumm, und dazu noch richtig singen, vor allem einen Text, der überhaupt nicht zur musikalischen Begleitung passt. Mit Prikopa überhört man dieses Manko einer an sich schwungvollen Inszenierung, der die große Ott nicht nur ihre immense Theaterroutine, sondern auch die vielen jungen Talente ihrer eigenen Schauspielklasse angedeihen lässt – als Einsatz für die Zukunft, mit Sicherheit nicht UMSONST.
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