Kultur und Wein

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WIENER VIDEO REKORDER Zeitreisen mit privaten Videoaufnahmen

Gabriele Fröschl, Michael Stampfer, Gabriele Zuna-Kratky © Techn. Museum Wien/APA-Fotos./Hörmandinge

Wiener Stadtgeschichte von den Wienern selbst gefilmt

Die Österreichische Mediathek des Technischen Museums Wien hat zwischen 2014 und 2016 über 6000 Videokassetten mit Aufnahmen von in Wien lebenden Menschen ab den 1980er Jahren gesammelt und dauerhaft archivarisch gesichert. Dieser Aufwand hat sich, so Gabriele Fröschl, die Leiterin der Österr. Mediathek, durchaus gelohnt. Sie ist überzeugt, dass damit eine Sammlungslücke in Bezug auf private Alltagsaufnahmen geschlossen wurde. Es würde so ein gesellschaftliches Bild von Wien aufbewahrt, das kulturelle Transformationen und soziale Bewegungen genauso reflektiert wie den Wandel bei der Nutzung von Informationstechnologie.

 

Möglich war die Durchführung des Projekts, da der WWTF (Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds) überzeugt werden konnte, finanzielle Unterstützung zu gewähren. Kurioserweise ist der Titel dieses Zuschusses in einem englischen Namen versteckt: The changing role of audio-visual memory storages in the public space. Der Geschäftführer des WWTF Michael Stampfer freut sich, dass auf diese Weise ein wichtiger Beitrag für die dauerhafte Bereitstellung von wissenschaftlichem Quellenmaterial zu leisten ist.

 

Für Gabriele Zuna-Kratky, der Direktorin des Technischen Museums Wien, wurde mit dem Projekt „Wiener Video Rekorder“ ein Gedächtnisspeicher privater Erinnerung angelegt, der unser Bild des ausgehenden 20. Jahrhunderts für die Forschungstätigkeit des 21. Jahrhunderts verfügbar macht und bewahrt. In einer Zeit des rasanten Wandels der IT sind alle diese Aussagen durchaus mutig. Aber, so wird versichert, den nun archivierten Aufnahmen bleibt das Schicksal der meisten anderen privaten Videos erspart. Vorausschauend wurde eine Technologie angewendet, die auch in ferner Zeit noch Zugang zu den nun digitalisierten Forschungsobjekten ermöglicht.

 

Durch einen Klick auf das Logo der Onlineausstellung der Österreichischen Mediathek (unten) kann man sich selbst vom filmischen Können oder zumindest der Begeisterung in der Zeit der Videokameras überzeugen und möglicherweise darüber schmunzeln, wie sich die Zeiten in diesen paar Jahren gewandelt haben und darüber, dass verwackelte Aufnahmen und hilflose Schwenks über den Fußboden zu Grundlagen der Forschung über unsere Alltagsgeschichte geadelt werden.

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