Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Rückwärts in die Zukunft Ensemble © Belush Korenyi

Mit jugendlichem Elan spontan „Rückwärts in die Zukunft“

Nick Alexander Pasveer, Yannick Schöbi © Michael Indra

Junge Leute, die wissen, wovon sie reden

„Was Sie heute sehen, ist das Ergebnis von wochenlangen Proben, morgen ist es ein anderes“, verspricht Jim Libby. Er ist Spezialist für Improvisations-Theater und diesbezüglich ein Pionier. Er war der erste, der ein voll improvisiertes Stück in das Repertoire eines deutschen Theaters gebracht hat. Unter dem Motto „Rückwärts in die Zukunft“ hat er nun mit Studenten des Max Reinhardt Seminars ein Projekt verwirklicht, das den jungen Leuten erstens Gelegenheit gibt, ihren Witz und ihre Schlagfertigkeit auszuspielen, zweitens aber eine wichtige Stufe ihrer Ausbildung darstellt. War wäre ein Schauspieler, der bei unausbleiblichen Pannen nicht extemporieren könnte?! So ist das Unvorhergesehene also auch der Reiz dieses Abends auf der Neuen Studiobühne des Max Reinhardt Seminars im 14. Wiener Gemeindebezirk.

 

Die Mädchen und Burschen traun´ sich was! Fast ein wenig großkotzig ersuchen sie am Beginn das Publikum um ein Stichwort, um das sich die folgende Handlung drehen soll.

Maren-Sophia Streich © Michael Indra

Gerufen wurde unter anderem „Rebellion“, was auf der Bühne einstimmig aufgenommen wurde. Rebellion ist eine Pflicht der Jugend und somit als Thema durchaus passend. Es beginnt damit, dass sich ein 18jähriges Mädchen von ihrer Mutter in den ersten Urlaub ohne Mama verabschiedet.

Nick Alexandere Pasveer, Maximilian Herzogenrath © Michael Indra

In kurzen, aber doch sehr dichten Szenen wird nun eine Geschichte erzählt. Es geht, grob gesagt, um einen missglückten Ausbruchsversuch aus der Sicherheit des mütterlichen Heimes, um den Frust zweier Punkergirls, die ihr Steak am Europaplatz vor dem Westbahnhof braten, um den Loser, der als Applaudierer recht fröhlich wesentlich viel weniger Geld verdient als der Businesstyp, den sein Job ankotzt, und dessen windschiefen Bruder, der Mädels mit Drogen gefügig machen will und im Gefängnis landet.

Begleitet werden sie von Belush Korenyi, einem „alten“ Profi, der scheinbar spontan die jeweilige Stimmung auf dem Flügel umsetzt und damit einiges an Inspiration auf die Bühne überträgt.

 

Die Typen sind großartig gewählt oder aber, die Darsteller finden sich eben so gut in ihren Rollen zurecht. Dazu kommt, dass die jungen Leute wissen, wovon sie reden.

Sophie Reiml, Maximilian Herzogenrath, Maren-Sophia Streich, Nélida Martinez, Eva Dorlass, Nick Alexander Pasveer und Yannick Schöbi durchleben alle die Probleme, die Menschen ihrer Jahrgänge bewegen. Mit ihnen geht es weder rückwärts noch zurück in die Zukunft, man darf getrost nach vorne schauen, um diese Namen demnächst in der Besetzungsliste eines Theaters in Wien oder sonst wo im deutschen Sprachraum zu finden.

Rückwärts in die Zukunft Ensemble © Michael Indra
Max Reinardt Seminar Logo 300

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