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Ein Haydn Spaß Ensemble © Lukas Beck

Ein Haydn Spaß bei einer „opernhaften Märchenstunde“

Ein Haydn Spaß Ensemble © Lukas  Beck

Sängerknaben kommen alle in den Himmel

Für Musikfreunde eine wahrhaft paradiesische Vorstellung: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven matchen sich im Himmel um den Titel des besten Komponisten. Am Ende gibt es aber keine Konkurrenz, denn Papa Haydn war sowohl von Mozart als auch von Beethoven als Lehrer geachtet und als Freund angesehen worden. So wird aus dem jenseitigen Contest bald eine liebenswürdige Erzählung des irdischen Lebens von Joseph Haydn, das für das MuTh von Peter Pacher (Buch, Regie und Choreografie) und Jimmy Chiang (musikalische Einrichtung und Leitung) zu einer „opernhaften Märchenstunde oder einer märchenhaften Opernstunde für die ganze Familie“ gestaltet wurde.

Joseph Haydn und Wolfang Amadeus Mozart balgen sich © Lukas Beck

„Ein Haydn Spaß oder Il mondo del paradiso“ wurde den Wiener Sängerknaben auf den Leib geschrieben. Schließlich waren die beiden Brüder Joseph und Michael Haydn (als Kinder von Moritz und Rishan gesungen) ebenfalls Sängerknaben, bevor sie ihre jeweils ganz persönliche Karriere als Komponisten eingeschlagen haben. Und wer zeitlebens so schöne Musik macht, kommt natürlich geradewegs in den Himmel. Wenn die Buben mit den goldenen Stimmen auch hinieden alles andere als Engerl sein mögen, schenken sie uns mit ihrem Gesang doch eine Ahnung von den englischen Chören.

 

Florian beweist als erwachsener Joseph Haydn sowohl stimmliches wie auch schauspielerisches Talent. Man wird Zeuge vom schmerzlichen Abschied von seinen Eltern (als Vater Matthias Haydn, Georg Reutter und Johann Peter Salomon begleitet ihn mit herzlicher Strenge Manfred Schwaiger), von seinen Reisen, die als originelle Kutschenfahrt auf den Bühnenhintergrund projiziert werden, begegnet den Brotgebern Fürst Anton Esterhazy (Nicolas) und Graf Nikolaus Esterhazy (Mihail) und macht mit dem guten Mann den Jammer mit seiner Ehefrau Anna Maria (Allegra Pacher) durch, weil sie so gar nichts von seiner Musik versteht. Ungemein berührend dargestellt wird Haydns Abschied von der Welt, wenn er auf einem Sessel thronend verzückt der ganz großartig gesungenen Kaiserhymne lauscht. Mit einem Augenzwinkern soll angedeutet werden, dass auch dieser Moment gar nicht so ernt gemeint ist, immerhin wartet ein freundlicher „Lieber Gott“ (Manfred Dungl, der nicht nur als Chef im Himmel, sondern auch als Zeremoniemeister wunderbar komisch sein darf) auf den großen Kapellmeister und Compositeur Joseph Haydn.

Von Herzen blödeln darf Lukas als Wolfgang Amadeus Mozart und dabei den jugendlichen Chor zu ausgelassenen Stepptänzen verleiten, während die Buben seine Kleine Nachtmusik ansingen. Ludwig van Beethoven (Luis) vergisst im Himmel fast auf seine Taubheit und stellt sich mit den ersten Takten der 5., der Schicksalssymphonie vor. Der größte Teil der Musik stammt jedoch aus der Feder von Haydn, die vom Orchester der Schubert Akademie brillant wiedergegeben wird und diese unterhaltsame Opernstunde gefühlvoll begleitet.

Ein Haydn Spaß Ensemble © Lukas Beck
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