Kultur und Wein

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Palazzo 2017 Keyfoto © Palazzo

PALAZZO Ein Zirkus in vier hochadeligen Gängen

Palazzo im Wiener Prater © Palazzo

Die Story von den „Kings & Queens“ zu jagdfrischer Ente

Ein Märchen soll nicht nur der Besuch im Palazzo von Toni Mörwald sein, es wird in dieser Saison auch eines erzählt. Deswegen ist der Regisseur Maximilian Rambaek fast genau so wichtig wie der Küchenchef. Beide gemeinsam haben diesen Zirkus in vier köstlichen Gängen geschaffen, der 2017/2018 wieder seine Gäste mit einer durchkomponierten Show aus Artistik und Kulinarik unterhält. Man kann bereits von einem Stammpublikum sprechen, wenn an den Tischen über die Programme der Vorjahre diskutiert wird, während man zum Gesang von Denise Beiler geräucherte Bachforelle mit roten Rüben, Oberskren und Kerbel, Saibling mit Schnittlauch, Traubenkernöl und Limettencreme und Sashimi vom Waller mit Wasabi, Ingwer, Chili und Kräutersalat verzehrt.

Tripotes la Compagnie in Aktion © Palazzo

An dieser Vorspeise erkennt man die Handschrift von Toni Mörwald, diesem Fan von Süßwasserfischen ebenso, wie er an der weißen Erdäpfelsuppe mit wildem Majoran, gebackenem Wachtelei und Trüffel-Pommes Frites und am Champagnerkraut und den Grammelknödeln als Beilage zur confierten Entenkeule – alles aus Liebe zum Bodenständigen in der raffinierten Aufmachung der Haute Cuisine. Den süßen Abschluss machen ein Pralinenstollen von dunkler Schokolade und Nougat an Sauerkirschen, Eierliköreis und Punsch-Zabaione.

Confierte Entenkeule im viergängigen Menü des Palazzo © Palazzo

Zwischen den Gängen, die übrigens von einer bestens eingespielten Schar an Servierkräften aufgetragen werden, geht´s in der Manege rund. Die Artisten haben ihre großen Auftritte, so zum Beispiel die Schweizer Truppe Tripotes la Compagnie, die vom Schleuderbrett aus den Luftraum über den Tischen erobert. Das Duo Década Volatile lässt vom Fangstuhl aus den Atem der Zuschauer stocken, wenn Pauline Hachette von Pablo Palacio in eine gefährliche Umlaufbahn geschleudert wird.

Ihr Einsatz ist damit aber nicht beendet. Sie bleiben Teil der Geschichte von den „Kings & Queens“ mit Jean-Pierre Poissonnet als König und Imitator von King Elvis und seinem Hofstaat, in dem Olivia Weinstein als Hofnarr mit ihrer Trompete den Takt angibt. Matthew „Poki“ McCorkle wandelt von Tisch zu Tisch, um eine Kristallkugel geheimnisvoll schweben zu lassen oder „Up & Over It“ mit Sektflaschen tanzend ihrem Percussion-Act auf der Bühne zusteuern. Sie alle sorgen dafür, dass knapp vier Stunden zu einem wahren Fest im Palazzo eines Märchenkönigs werden.

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