Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Blick auf die Weingärten der Wachau im Herbst

Domäne Wachau präsentiert einen sensationellen Pinot Noir

Rote Rosen vor dem Kellerschlössel der Domäne Wachau

Ein großer Roter aus der Weißweinregion

Keine Angst, „die rote Wachau“ hat nichts mit Politik und Parteibuch zu tun. Sogar der schwarze Landeshauptmann von Niederösterreich, der naturgemäß auf Rot allergisch ist, könnte damit seine Freude haben. Es handelt sich schließlich um einen Pinot Noir, Jahrgang 2013, der nun von der Domäne Wachau präsentiert wurde. Vereinzelt gab es immer schon Rotwein, der auf den steilen Terrassen zu erstaunlichen Qualitäten gedieh, von sich reden machte aber kaum einer davon. Mit dieser Pinot Noir Reserve könnte sich die Einstellung zum Monopol Weiß ändern. Roman Horvath, Geschäftsführer der Domäne Wachau, ist überzeugt, den geeigneten Standort und die richtige Herangehensweise gefunden zu haben, um mit einem Pinot Noir aus der Wachau, wie er sagt, in großartige Aromawelten einzutauchen. Maßstab und Zenit blieb für ihn das Burgund, an dessen großen Gewächsen der Wachauer Rote gemessen wird.

 

Gefunden haben sich zwei Standorte, an denen sich diese sensible Sorte wohlfühlt. Die geologische Basis ist Weissenkirchner Urgestein. Ein kleinerer Teil der Stöcke wurzelt auf der anderen Seite der Donau im kalkhaltigen Löss bei Rossatz. Ist die dünnschalige, sehr heikle Traube im Weingarten gereift, muss sie auch weiter ganz wie eine kapriziöse Primadonna mit größter Delikatesse behandelt werden. In der Domäne vertraut man dabei auf das Gefühl der Füße, mit denen sie zur Maische getreten wird. Das Hinunterstoßen im Bottich erfolgt ausschließlich händisch, bevor langsam und zart gepresst wird. Der Ausbau in neuen und gebrauchten Holzfässern dauert über zwei Jahre, bis der Wein unfiltriert abgefüllt wird.

 

Nun ist er da, der Pinot Noir Reserve 2013 und kann in seinem jungen Dasein schon auf tolle Benotungen, Auszeichnungen und Beschreibungen zurückblicken.

Doe Rote Wachau Pinot Noir 2013 © Domäne Wachau

Von einer Nase Richtung Eukalyptus ist ebenso die Rede wie von Himbeer-Gelee und dunkler Schokolade, zarten Röstnoten, Preiselbeeren und Berberitzen mit einer bittersüßen, sehr frischen und pinotigen Performance am Gaumen und im Abgang. Dass er zu Gegrilltem, Gebratenem, Lamm oder mildem Käse besonders gut passt, mag schön sein, aber gerecht wird man diesem großen Roten aus der Wachau bestimmt nur dann, wenn man ihn für sich allein trinkt und damit seine vielen Facetten entsprechend würdigt.

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