Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Der Bühnensaal im Schönbrunner Stöckl © Michael Schuster

Dem Kaiser sehr nahe DINNER-THEATER IM SCHÖNBRUNNER STÖCKL

Konstantin Schenk, Tamra Trojani vor ihrem Schönbrunner Stöckl © Schönbrunner Stöckl

Lachen und essen, oder kurz gesagt, einfach genießen

Tamara Trojani und Konstantin Schenk zeigen neben ihren bekannten künstlerischen Qualitäten, dass sie auch hervorragende Wirtsleute sind. Vielleicht war die hübsche Bühne dieses Hauses der Grund für die Entdeckung ihrer Doppelbegabung. Das Ergebnis ist jedenfalls eine Verbindung von Theater und Kulinarik auf hohem Niveau. Ein 4-Gang Luxusmenü wird mit jeweils wechselndem Programm für Kabarett-Gourmets kombiniert. Noch vor der Vorspeise, beispielsweise einem Entenleber-Parfait mit Orangen-Chutney, wird als akustisches Amuse-Gueule dieses Dinner-Theaters das Chanson „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ serviert. Es ist der Auftakt zu einem Abend lang mit Lachen und Essen, aber ohne sich zu verkutzen. Wenn das Essen am Tisch steht, ist der Vorhang zu. Man soll sich schließlich auf die Rindsuppe mit Kaiserschöberl oder auf das zart in Speck gewickelte Schweinsfilet konzentrieren können.

Edith Leyrer, Tamra Trojani © Andreas Anker

Der Wein, im Schönbrunner Stöckl übrigens in beachtlicher Auswahl angeboten, schmeckt auch zu den Schmankerln aus Gedichtbänden humoriger Poeten und Sketches aus den spitzesten Federn großer Kabarettisten, die den Appetit auf den nächsten Gang vorbereiten.

 

Eine der ganz Großen dieses Genres war am 21. Dezember 2016 Stargast im Dinner-Theater: Edith Leyrer. Ihr Tipp bezüglich der Dekoration des Weihnachtsbaums mit versilbertem Sauerkraut anstelle von Lametta mag zwar logisch erscheinen, ist eher nicht zu empfehlen. Praktischer ist da schon ihr ganz persönlicher Weg, um Weihnachten zu einem Fest des Spendens zu machen. Wenn sie dabei vom enormen körperlichen Einsatz beim caritativen Punschtrinken erzählt, fängt spätestens beim fünften Häferl der Mund der Zuschauer zum Picken und der Kopf sich zum Drehen an. Alkohol darf auch beim Keksbacken nicht vergessen werden.

Der Teig, den Edith Leyrer mit Tamara Trojani zusammenrührt, während die beiden Damen wie nix eine Flasche Whisky leeren, ist zum Glück nicht die Basis für das Dessert, das diesen in jedem Sinn genussvollen Theaterabend abschließt. Dieser Schmarren ist alles andere als ein Schmarren, sondern eine Verbeugung vor dem alten Kaiser, der nur ein paar Schritte weiter residiert hat und sicherlich gemeint hätte: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“

Schweinsfilet im zarten Speckmantel als Hauptgang des Dinner-Theaters
Dinner Theater im Schönbrunner Stöckl Lgo 300

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