Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Der Park von Schloss Pötzleinsdorf als Schauplatz der Komödie der Irrungen

Die Komödie der Irrungen in den Gärten von Schloss Pötzleinsdorf

Daniel Jeroma (Dromio), Jürgen Heigl (Antipholus) Szenenfoto in St. Lambrecht © Shakespeare im Park

Man kann ein Todesjahr auch lachend würdig feiern

Neben der Wucht seiner großen Dramen hat William Shakespeare in manchen Stücken durchaus leichte Hand bewiesen – und war auch darin genial. Eines der treffendsten Beispiele ist „Die Komödie der Irrungen“, eine Handlung, die in ihrer Unwahrscheinlichkeit wohl durch keinen anderen Stoff mehr zu übertreffen ist. Zwei Zwillingspaare werden im Säuglingsalter getrennt und treffen als erwachsene Männer wieder aufeinander, ohne einander vorerst zu erkennen. Das eine Paar ist herrschaftlich. Beide tragen den gleichen Namen Antipholus. Die anderen Zwillinge sind ihre Diener, beide hören auf Dromio und gleichen einander ebenfalls wie ein Ei dem anderen. Schauplatz des Geschehens ist Ephesus, wo durch das Auftreten der Zwillinge Chaos vorprogrammiert ist. Erst eine Reihe von weiteren unglaublichen Zufällen wie das Erscheinen der Eltern der beiden Antipholi löst das Wirrwarr, das bis zur Verwechslung der Herren seitens der Gattin des einen und damit zu einem Ehekrieg und zu unerklärlichen Geschenken bzw. Geldtransfers geführt hat.

Jürgen Heigl (Antipholus), Dragana WeshMashina (Adriana) © Shakespeare im Park

Die Truppe „Shakespeare im Park“ hat diese turbulente Komödie ausgerechnet im 400. Todesjahr von William Shakespeare auf das Programm ihres Festivals gesetzt. Da es sich durchwegs um junge Schauspieler handelt, die mit erfrischendem Übermut an ihre Rollen herangehen, kann diese Stückauswahl mehr als gelungen bezeichnet werden. Dass sie mit einfachsten Mitteln die griechische Stadt Ephesus in den Garten von Schloss Pötzleinsdorf zaubern, mit einer Hand voll Darstellern eine Vielzahl von Rollen bewältigen und dabei mit einem lachenden Publikum beinahe auf Tuchfühlung sind, hätte wohl auch einem Shakespeare gefallen.

Regisseur Eric Lomas hat es dem Zuschauer relativ einfach gemacht, die Zwillinge auseinander zu halten. Ein Hut mit neongrünem Band kennzeichnet Antipholus von Syrakus, ein neonoranges Band den Antipholus von Ephesus. Jürgen Heigl schupft locker die Doppelbelastung und erweist sich als solcher und solcher recht schlagkräftig gegenüber seinem Diener. Daniel Jeroma als zweifacher Dromio muss von beiden Herren Hiebe einstecken und kann dabei so entgeistert einmal durch eine blaue, dann durch eine grüne Sonnenbrille schauen, dass man tatsächlich meint, der eine sei jeweils ein anderer. Dragana WeshMashina zeigt als Adriana sichtliches Vergnügen am vermeintlich ehelichen Beischlaf mit dem falschen Antipholus, während ihre Schwester Luciana (Claudia Kohlmann) in geschwisterlicher Liebe eben diesen irrtümlich von der Bettkante stößt. Zwischenzeitlich übernimmt sie den Goldschmied Angelo, um sich ebenso wie Christoph J. Hirschler als Solinus, Dr. Zwack und Emilia und Michael Zwiauer als vollbärtiger Egeon ebenso wie als aufgeputzte Kurtisane von den Umständen dieser Komödie der Irrungen in allseits gekonnt komischer Weise verwirren zu lassen.

Christooph J. Hirschler (Dr. Zwack), Jürgen Heigl (Antipholus) © Shakespeare im Park

Für weitere Informationen und Aufführungstermine: Logo anklicken!

Shakespeare im Park Logo 300

Statistik