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SMS Hamlet Ensemble © Fabian Steppan

SMS Hamlet – die ultimative Castingshow von MÖRF

SMS Hamlet Szenenfoto © Fabian Steppan

Eine übermütige Verbeugung vor dem großen William Shakespeare

Man kann jemandem auch zu seinem 400. Todestag ein Geschenk machen, warum nicht!? Zumal es sich um keinen geringeren handelt als um den größten Dramatiker aller Zeiten. William Shakespeare hat es sich verdient. Elvis Presley wurde extra für das Ständchen engagiert und eine stattliche Besetzung an tollen Schauspielern, die seinen Hamlet in Mödling auf die Bühne bringen. Aber ganz so einfach hat man es sich nicht gemacht. Der Hauptdarsteller muss erst gefunden werden. Freilich will jeder Mime einmal in seinem Leben diese Rolle verkörpern. Also bietet sich ein Casting ganz von selber an, und das möglichst in aller Öffentlichkeit und mit Abstimmung per Voting durch das Publikum. Die wahren Experten zur Durchführung einer solchen Show waren schnell gefunden. MÖRF (Mödlinger Rundfunk) verfügt über die geeigneten Leute, ein solches Unternehmen mit möglichst viel amüsanten Peinlichkeiten auch entsprechend taff ins Fernsehen zu bringen – kurz gesagt: SMS Hamlet (Shakespeare in Mödling sucht Hamlet).

SMS Hamlet Szenenfoto © Fabian Steppan

Regisseurin Nicole Fendesack zeichnet für diesen ausnehmend gut gelungenen Spaß verantwortlich. Sie hat mit sicherer Hand die bunte Schar von Mitwirkenden auf eine Tragödie mit Lacherfolg eingeschworen, in jedem Fall besser als so mancher Teamchef beim Fußball, dem man vor dem ersten Match schon Rosen gestreut hat. Zwischen Einlagen, die für teil recht bissige Stegreifpointen jede Menge Platz lassen, wurde ernsthafter Shakespeare eingefügt, der sich aber im nächsten Moment über sich selbst lustig machen kann.

Die beiden Klassiker, gemeint sind „to be or not to be“ und „The rest is silence“, wurden sicherheitshalber gleich zu Beginn abgehandelt, um später nicht damit belastet zu sein. Immerhin gab es ein Menge an anderen Einfällen, die an sich bei diesem Stück nichts verloren haben, das Ganze aber ungemein auflockern und die Ankündigung „So einen Hamlet haben Sie noch nie gesehen!“ tatsächlich wahr machen.

 

Es wird gekonnt bis an die Schmerzgrenze des Slapsticks geblödelt und nebenbei gezeigt, dass man im Ernstfall auch einen Shakespeare rezitieren könnte. Elvis ist der musikalische Vater des Events, der unplugged von den Schauspielern beeindruckend gesungen und gespielt wird. Dabei spielt es keine Rolle, dass Hamlet auch eine Frau sein kann oder ein älterer Herr. Für alle geht´s in diesem SMS Hamlet um „Sein oder Nichtsein“; bei Shakespeare in Mödling im Konzerthof im Stadtamt Mödling in der Pfarrgasse 9 zumindest bis 17. Juli,  und am 22. und 23. Juli im Waldviertel (Brunn am Wald), bis es nach der letzten Vorstellung heißt „Der Rest ist Schweigen.“

Jörg STelling in einer seiner vielen Rollen © Fabian Steppan

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