Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


 

Weinviertel DAC...  dort, wo das Pfefferl wächst

Hofburg Wien -

gerade gut genug

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14. März 2011: 146(!) Winzer aus dem Weinviertel begeistern mit ihren DAC das Wiener Publikum, eine nicht gerade unkritische Meute. Bei dieser Verkostung war man sich aber wie selten sonst einig: Es ist unendlich schade, dass gerade der 2010er zum knappen Gut geworden ist. Von bis zu 50% Ertragseinbuße war die Rede, ausgrechnet bei einem Grünen Veltliner, der alle guten Eigenschaften dieser frisch-spritzigen Sorte in sich vereint.


Zu den angesprochenen Tugenden zählt in erster Linie das berühmte Pfefferl, das sogar wissenschaftlich bestätigt wurde. Eine Aroma-Studie des Bundesamtes für Weinbau in Eisenstadt bescheinigt dem Weinviertler GV das einheitliche und homogene Grundaroma sowie das hohe Qualitätsniveau im Weinviertel. Bei der geschmacklichen Ausprägung zeigt sich vor allem die Pfeffer-Note im Weinviertel als sehr ausdrucksstark und durchgängig (Zitat: Weinkomitee Weinviertel).


Ganz besonders zeichnet den GV auch seine Transparenz aus. Das heißt, ein gestandener GV, geadelt als DAC, verschweigt und vernebelt nichts. Er verrät mit seiner Mineralik den Boden, ob Löss, Kalk oder Urgestein. Der GV holt sich aus jedem Grund das Beste. Einige erzählen sogar über ihre besondere Lage oder über das Alter der Weinstöcke. Die jungen sind noch blumig und süßfruchtig, mit fortschreitendem Alter werden sie klarer im Ausdruck, bis zu den ganz alten Stöcken, die durch mächtige Persönlichkeit auffallen.


So besehen durfte sich auch der alte Kaiser über den Besuch aus dem Weinviertel freuen, der die noblen Räume seiner Hofburg für diesen Nachnmittag mit grüner Frische belebt hat.

 

Weinbau Heribert Wenzl und sein „kost“-barer Grüner Veltliner

Fotos © Weinbau Heeribert Wenzl

Lachen eines

Sommertages

Kann man Lebensfreude in Flaschen füllen? Ja, man kann! Heribert Wenzl, Winzer in Ziersdorf, beweist es mit seinem Weinviertel DAC 2010. Lebendige Frische und kräftige Frucht, parfümiert mit einem Hauch Pfeffer, kurz: ein Grüner Veltliner aus dem Bilderbuch.


Nicht ganz zufällig denkt man dabei an eine flotte Böhmische, eine Polka, wie sie die Musikanten im Weinviertel ausgezeichnet beherrschen. Heribert Wenzl ist selber Musikant, der mit diesen einschmeichelnden Melodien bestens vertraut ist, und es schafft, diese Musik in seinen Wein zu verpacken.


„Kost“-bares erleben! ist das Motto von Heribert Wenzl. Den Platz dafür gibt´s im gemütlichen Koststüberl, die Zeit dazu wird sich finden, spätestens beim Hoffest oder im Rahmen des Weinfrühlings, der Weinfreunde auch heuer wieder auf vergnügliche Entdeckungsreise durch das Weinviertel führt (auf das Logo klicken!).

Schließlich hält solche Vielseitigkeit alle Sinne, vom Geschmack bis zum Gehör, in ständiger Übung. Dazu kommen, wie Wenzl betont, schonender Umgang mit der Natur und Sorgfalt bei Ernte und Bearbeitung und nicht zuletzt eine fröhliche Familie. Alles zusammen ist die Erfolgsgarantie, die sich zu beachtlichen Auszeichnungen geführt hat: AWC-Gold und Silber, Salon, Spargelweinprädikat, Indi-Silber, NÖ-Siegel und Gebietssieger bei Weinmessen.

 

An den Wurzeln des Manhartsberges: Weingut Berger aus Röschitz

Auf Löss und Urgestein

Marktweg, Mühlberg, Stoitzenberg, Galgenberg und Reipersberg, allein die Namen dieser Rieden verlocken zu einer Wanderung durch das westliche Weinviertel. Keiner braucht dabei Durst zu leiden, der über sanfte Hügeln auf den Manhartsberg zu geht. In den malerischen Kellergassen rund um Röschitz wird sich immer eine offene Tür finden und ein gastfreundlicher Weinbauer, der den Wanderer ein Glas Wein zum Stärkung einschenkt.


In dieser verlockenden Landschaft betreibt seit mehreren Generationen auch Familie Berger ihr Weingut. 1987 haben Johann und Andrea den elterlichen Betrieb übernommen. Seit 2005 ist auch Sohn Christoph im Betrieb aktiv. Sein in der Weinbauschule Krems erworbenes Wissen findet vor allem im Keller und in der Weinbereitung Anwendung.


Naturnahe Bewirtschaftung mit Srohmulch oder wassersparenden Grünpflanzen in den Gassen zwischen den Stöcken, intensive Laubarbeit, Ertragsregulierung und die damit verbundene physiologische Reife der Trauben sind eine Selbstverständlichkeit. Das Ergebnis sind vielfach ausgezeichnete Weine, unter anderem zählen dazu regelmäßige Erfolge beim SALON und Spitzenplätze bei der AWC. 2009 wurde GV Markweg vom Weingut Berger zum „weißen Landesausstellungswein“ ernannt.

Grüner Veltliner ist die Hauptsorte. Ihm behagt vor allem die Bodenmischung aus Löss und Urgestein ausnehmend gut. Sie beschert ihm frische Fruchtigkeit und ausgeprägte Mineralität gleichermaßen. Stoitzenberg und Reipersberg sind die beiden Standorte für den Weinviertel DAC, dem typischsten Weinviertler Weißen, einem Grünen Veltliner, der sich dieses Titels nur dann erfreuen darf, wenn er tatsächlich den strengen Auflagen eines Weinviertel Districtus Austriae Controllatus voll und ganz entspricht.

Fotos (© Weingut Berger) anklicken zum Vergrößern

 

Französische Weinmesse in Wien!

 

Frankreich persönlich

Allen Weinfreunden, die diese französische Weinmesse versäumt haben – und es waren derer leider allzu viele –, soll im Nachhinein der Mund wässrig gemacht werden. Es wird nämlich eine Wiederholung der Vinum Francia geben, und zwar schon bald, laut letzer Meldung bereits vom 29. bis 30. April 2011 im Hotel Sofitel Vienna Stephansdom.


Gaëtan Lorquet, Belgier mit Wohnsitz in Niederösterreich, stört an seiner Wahlheimat eigentlich nur die Tatsache, dass man hier beim Wein auf dem französischen Auge blind zu sein scheint. Um diesem Mangel abzuhelfen, organisierte er mit seiner Frau Anita kurzerhand „Wiens größte Französische Weinmesse“.


Drei Tage lang, vom 10.-12. Dezember 2010, wurden in der Pyramide in Vösendorf Schätze aus Bordeaux, Côtes du Rhone, Champagne, Burgund etc. ausgeschenkt. Nichts Neues? Oh, doch! Sogar der frankophile Weintrinker dürfte nur einen winzigen Bruchteil aus jeder dieser bekannten Regionen kennen.

 

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g.o.: Châteauneuf du Pape, Domaine du Banneret (Côte du Rhone)

r.o.l.: Nicolas Maonbouché, Château le Thibaut (Sud-Ouest)

r.o.r.: Pascal Casimir-Perrier, Château Rayssac (Languedoc)

l.o.l.: Mariefrañçois Vidal, Domaine du Banneret u. Manuela Faure, Domaine Faure

l.o.r.: Jean-Paul Champagnon, Domaine les Roches des Garants (Beaujolais)

u.l.: Domaine du Causse d´Arboras (Languedoc)

u.r.: Herr Muller, Freundes Hauses Mas du Novi (Languedoc)

Zurück durch die Zeit bis in die 1980er Jahre führte der AOC Châteauneuf du Pape Rouge bei der Domaine du Banneret (Mehr dazu im Artikel unten). Mit jedem Jahr veränderte sich die Farbe vom Rubin hin zum Ziegelrot, dem prend la còúleur des tuiles auf den Dächern der Bauernhäuser rund um Avignon. Entsprechend dazu steigerte sich das Geschmackserlebnis an dieser herrlichen Kreation aus 13 Rebsorten im einstigen Papstexil.


Zudem gab es Besuch aus Anbaugebieten, die man bestenfalls vom Hörensagen kennt, z.B. Jura und Arbois, Sud-Ouest und Languedoc mit Roussillon. Monsieur Palu von der Domaine Saint Jean du Noviciat in Montagnac war persönlich anwesend, um mit seinen Weinen und einer herzlichen Einladung zum Besuch seines traumhaften Anwesens darin Abhilfe zu schaffen, ebenso wie Madame Martin-Pierrat aus Saint Christol vom Château des Hospitaliers mit einem beachtlichen AOC Languedoc Blanc Réserve 2008 und Pascal Casimir-Perrier, der sich am Beispiel eines vielschichtigen AOC Cabardès Château de Rayssac Rouge 2006 als freundlicher Philosoph erwies.


Sie alle schufen wie jeder andere der 39 Winzer, die trotz Winterwetter die lange Fahrt nach Wien nicht gescheut hatten, einen ungemein persönlichen Zugang zur großen Welt der französischen Weine.

Bestellt werden können diese Weine bei

Vinum Francia. Bei einer Abnahme von über 24 Weinen gibt es sogar 10% Preisnachlass.

 

Edler Vorgeschmack auf die Vinum Francia

Domaine du Banneret

Châteauneuf-du-Pape

Direkt neben der berühmten alten Burg der Päpste in Avignon werden die Trauben für den Châteauneuf-du-Pape der Domaine du Banneret geerntet. Die Familie des Winzers Jean Claude Vidal kann auf eine große Tradition zurück blicken. Sie leitet sich direkt ab vom Geschlecht der Bertet, von dem dieses uralte Weingut schon während der historisch bewegten Tage des päpstlichen Exils (1309-1377) bewirtschaftet wurde. Sie haben schon damals diesen legendären Wein gekeltert, der wohl auch die Kirchenfürsten, deren Lebensstil gewiss nicht bescheiden war, begeistert hat.

Bilder (© Domaine du Banneret) zum Vegößern anklicken


r.o.: Chateauneuf du Pape Village

o.: Jean Claude Vidal

l.: Chateauneuf-du-Pape der Domaine du Banneret

r.: Terrasse der Gites „Les Cigales“

Châteauneuf-du-Pape ist mehr als Rotwein, er ist Geschichte im Glas. Einer der Päpste, die gar nicht so ungern in Frankreich residierten, war Johannes XXII. (1244-1334). Er wählte als Sommersitz Schloss Châteauneuf, von dem damit wichtige Impulse für den Weinbau an der südlichen Rhone ausgingen. Die Bezeichung Châteauneuf-du-Pape wurde übrigens erst im 19. Jahrhundert gebräuchlich.


„Die Methode, wie jeder einzelne unserer Jahrgänge erzeugt wird, wurde von den Vorfahren übernommen“, erklärt Jean Claude Vidal: „Châteauneuf-du-Pape entsteht aus einer komplexen und perfekten Harmonie von dreizehn verschiedenen Traubensorten.“ An roten Trauben werden 60% Grenache Noir, jeweils 10% Mourvèdre und Syrah, Muscardin, Vaccarèse, Terret Noir, Cinsault und vom Picpoul Noir 17% verwendet. An weißen Rebsorten sind der Weiße und Pink Clairette, weißer Grenache, Bourboulenc, Roussanne und Picardan mit drei Prozent vertreten.


„Die Gärung“, so Vidal weiter, „erfolgt auf eine natürliche Art: Der Wein bleibt zwei Jahre im Weinfass, und es gibt keine mechanische Filtration, was manchmal die tanninhaltige Ablagerung erklären kann.“ Zwei Jahre reift der Wein im Eichenfass, und dann oft noch viele Jahre in der Flasche, wo er sich, wie man sich bei der nächsten Vinum Francia überzeugen kann, eine Respekt gebietende Persönlichkeit aneignet.

Deswegen sollte es nicht eigens erwähnt werden müssen, dass ein solcher Wein, wenn er die Reise aus Frankreich nach Österreich hinter sich gebracht hat, auch im häuslichen Keller eine besonders umsichtige Behandlung verdient. Jean Claude Vidal: „Denken Sie bitte daran, dass es sich um edle Tropfen handelt!“ und ergänzt die freundliche Mahnung mit einer Empfehlung: „Die Flasche sollte mehrere Stunden vor dem Genuss entkorkt werden, damit der Wein alle seine Aromen entfalten kann. Genießen Sie nach einem kurzen Augenblick den Geschmack von Beeren und Blumen…“

Hier geht´s zur Domain du Banneret

…und denken Sie dabei vor allem an eine Reise nach Frankreich, am besten direkt in die Heimat dieses großen Weines! Die Domaine du Banneret offeriert Châteauneuf-du-Pape als Gesamterlebnis aus Geschichte und Wein. Geboten wird eine Weinprobe, geschickterweise aber auch eine Übernachtungsmöglichkeit im Gites „Les Cigales“. Dessen Terrasse, beschattet von einer mächtigen Platane, ist grantiert der geeignetste Ort, um einen zauberhaften Urlaubstag mit einem Glas Châteauneuf-du-Pape zu vollenden.

 

WEIN & CO Weinfestival

MondoVino erstmals im Wiener Konzerthaus:

WEIN & CO gab seinem Weinfestival MondoVino heuer wieder eine großartige Bühne. Die bereits legendäre „Hausmesse” fand am 12. und 13. November erstmals im Wiener Konzerthaus statt. Auf über 3.000 m2 Fläche und mit hochkarätigem Rahmenprogramm war die Ausstellung auch dieses Mal ein Fixpunkt für Weinfreunde aus aller Welt.

 

Foto © Wein & Co


 

Zwei Tage an den Ständen der Winzer aus Europa, Australien, Kalifornien, Südamerika, Südafrika oder Neuseeland degustieren – ein wahres Eldorado für Tausende Weinfreunde, deren Lust auf spannende Neuentdeckungen nicht enttäuscht wurde.

 

Ausstellerverzeichnis auf www.mondovino.at, Bilder vom Event unten anklicken und vergrößern!

 

 

MAK: Junge Kunst und junger Wein

Junger Österreicher 2010

Unter den Arbeiten vielversprechender junger Künstler wie Chang Min Yoon (Bild links © MAK) oder Vincent Bauer präsentierten Österreichs Winzer (mit Ausnahme der Steiermark) ihre Werke aus der Kunst des Jungweinmachens. Unter den Vorzeichen eines schwierigen Jahres mit geringen Erträgen war es dennoch eine beeindruckende Demonstration, was sich in dieser kurzen Zeit zwischen Lese und Ausschank bereits an Qualität erzielen lässt.

Weinviertel und Wagram stellten ein Großaufgebot an Jungen Österreichern, unter denen sich auch eine noch versteckte Hoffnung im Kreise der Jungwinzer verbirgt. Christoph Brandl aus Radlbrunn bot einen bereits erstaunlich ruhigen Rivaner und einen der leider allzu seltenen Frühroten Veltliner, der mit bestechendem Duft seine ungestüme Jugend wettmachte.

Die Wagramer Selektion war nahezu geschlossen angetreten, zumindest mit 14 Betrieben. Es wäre absolut ungerecht, einen einzelnen aus dieser ambitionierten Winzer-Riege hervorzuheben, da alle ihre Weine durchwegs eine erfrischende Einladung zum Jungweintrinken in einer der malerischen Ortschaften rund um Kirchberg und Fels am Wagram darstellen.

 

 

Ungewöhnlicher Rahmen für den Steirischen Junker in Wien

 

Ihre Hoheit Verena I. auf dem Roten Sofa

 

 

Fotos durch Anklicken vergrößern

 

Und hier geht´s zur Audienz mit dem Steirischen Junker