Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Panoramafoto © DAS KUNSTMUSEUM WALDVIERTEL

Eintauchen in die Welt der Kunst mit Makis und Heide Warlamis

Die Venus von Niederösterreich im Kunstmuseum Waldviertel

Wenn Efthymios Makis Warlamis spricht, baut er eine Brücke hinweg über das gegenwärtig verzerrte Bild seines Geburtslandes und schließt dort an, wo die Wurzeln unseres Denkens liegen, bei den großen Philosophen Griechenlands. Er ist mehr als ein vielseitiger Künstler, er ist Missionar der Kunst in einer Umgebung, die sich erst allmählich auf seine Botschaft einstellen muss. Der Grieche von der Insel Santorin hat sich in Schrems (Waldviertel) angesiedelt und damit sein Wirken aus dem sonnigen Süden in den herben Nordwald verlegt.

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Panorama: Das Kunstmuseum Waldviertel

r.o.: Die Venus von Niederösterreich 1985/2012

r.: Efthymios Makis Warlamis

r.u.: Skulpturen im PARK DES STAUNENS

l.o.: Werkgruppe Die Niederlösterreicher

l.u.: Werkgruppe Nitsch

Leiste: Detail aus der Werkgruppe Menschen - Rituale - Vergangenheit

Sie alle sind die Gegenwart, die auf der gleichen mystischen Vergangenheit aufbaut, auf Menschen und Ritualen. Die Bilder dieser Werkgruppe unterscheiden sich fundamental von den anderen Arbeiten. Sie wurden, sagt Warlamis, in einem ekstatischen Zustand gemalt und sind durch einen inneren Automatismus entstanden. Es sind gestische Szenarien, stumme Pantomimen. Die Bilder wollen erfühlt sein, und man darf/soll sie deswegen an/begreifen.

 

Warlamis bezeichnet die Ausstellung als „Liebeserklärung“, und er spürt darin einige „Bausteine des niederösterreichischen Gedächtnisses“ auf. Im Zentrum steht Venus, eigentlich die Venus, die älteste Niederösterreicherin, gefunden in Willendorf in der Wachau. Im Kunstmuseum hat sie ein neues Gesicht bekommen, ein heutiges, das einer jungen Frau aus der Umgebung, genauso aber auch von Frauen aus Lilienfeld, Krems, Tulln, auch Mistelbach, Zwettl oder Baden. Venus ist in Niederösterreich überall.

Das Kunstmuseum Waldviertel, das er gemeinsam mit seiner Frau Heide geschaffen hat, ist eine Einladung, sich mit der umfassenden Sinnlichkeit der Kunst einzulassen. Für die ersten Schritte in ein solches Abenteuer bietet sich der PARK DES STAUNENS an, ein Skulpturengarten, oder wie Warlamis es ausdrückt, ein Ort der Architekturmagie u.a. mit dem schlafenden Poeten, der Marienkapelle und den Himmelssäulen, der Möglichkeit zum Brotbacken, Feste zu feiern oder einfach nur zum Verweilen in anheimelnder Umgebung.

 

Für die Innenräume des Museums werden von Warlamis mit seinem Künstlerteam jährlich neue Themenausstellungen geschaffen. Die Niederösterreicher sind heuer (2012) das Thema, Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung dieses Bundeslandes. Werkgruppen leiten den Besucher zu fotografisch genau gemalten Porträts von Niederösterreichern und weiter zu Kunstporträts von Oskar Kokoschka, Egon Schiele oder Adolf Frohner, sich selbst und seiner Frau Heide. Hermann Nitsch ist eine eigene Werkgruppe gewidmet, ebenso dem Landeshauptmann Erwin Pröll.