Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Austria Federspiel © Julia Wesely

15 Jahre „wean hean“ und 20 Jahre Wiener Volksliedwerk

Julia Lacherstorfer und Ensemble Neuschnee © Markus Zahradnik

Wenn sich Traum auf Hundstrümmerlnklaubm reimt...

...dann feiert ganz im Sinne von Roland Neuwirth die Wiener Volksmusik wieder fröhliche Urständ. Der kurze eingängige Titel des Wienerliedfestivals „wean hean“ sagt bereits eine Menge. Vom 24. April bis 17. Mai wird die Stadt zum 15. Mal zur Bühne einer Musik, die es wert ist, dass man sich von ihr einmal mitreißen lässt. „Zehn außergewöhnliche Konzertereignisse“, so wird versprochen, „werden das Wienerlied in seiner Vielfarbigkeit und seinen vielschichtigen Dimensionen befeuern.

Kurt Girk © Wiener Volksliedwerk

Klar, die Interpreten sind nicht irgendwer, sondern durchwegs „markant und bestechend“. Karl Hodina, Federspiel, die Neuen Wiener Konzert Schrammeln, und, und, und... sind Garanten, dass diese Musik auch ankommt, und das nicht nur bei alteingesessenen Weinbeißern, sondern bei einem jungen entdeckungsfreudigen Publikum.

Roland Neuwirth © Lukas Beck

Wer einmal den Kurtl Girk gehört hat, wenn er mit lässigem Charme die Lieder aus der „untersten Lad´“ zum Besten gibt, hat bereits einen Vorgeschmack und die Gelegenheit, diesen Doyen des Wienerliedes gleich bei der Eröffnung zu erleben. Er singt quasi an der „Wiege“ des Wienerliedes, in „Ottakring draußt“. Locations sind das Schutzhaus Waidäcker, die 10er Marie und selbstverständlich der Bockkeller gleich unter dem Friedhof. Obgleich dieser Ort heute der Bewahrung von Wiener Volksmusik dient, hat er sich dennoch seine Stimmung aus der Zeit erhalten, als die Wiener in die Vorstadt, ins Liebhartstal und auf den Gallitzinberg gepilgert sind, um dort beim Heurigen Wein zu trinken und dabei ein paar süßliche Tränen bei einem der herrlich morbid schmalzigen Weanaliada zu zerdrücken. Passend dazu trifft sich die „Versammlung unter Engeln“ am 3. u. 4. Mai.

Das Kabinetttheater erzählt unter der Regie von Thomas Reichert im Rahmen eines Puppenspiels eine besondere Geschichte aus der Vergangenheit dieses bemerkenswerten Hauses, in dem stets Lebensfreude und Trauer so nah wie nirgendwo sonst beisammen gelegen sind.

Eine ganz andere Seite der endemischen Musikunterhaltung wird zum Beispiel im Theater Akzent erklingen. Die junge Allroundmusikerin Julia Lacherstorfer sorgt für zeitgenössische traditionelle Volksmusik und einem Crossover, die sie mit den Formationen Ramsch & Rosen, Alma und Neuschnee verwirklicht.

 

„Das kann was wean“ ist das vielsagende Motto am 6. Mai im Porgy & Bess.

Karl Hodina © Herbert Zotti

Und man sollte sich überzeugen, was draus wird, wenn das Klangkombinat Kalksburg das Wienerlied nach jazzigen Gesichtspunkten neu sortiert und arrangiert. Mit Gewissheit werden dabei alte Gewohnheiten und die angestammte Ordnung über Bord geworfen. Mit dabei sind, so heißt es, Musiker von A wie Aichinger bis Z wie Ztrost.

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