Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


 

Der Schilcher, Markenzeichen der Weststeiermark

Ein Wein nach steirischem Brauch

Am Schilcher scheiden sich die (Wein)Geister. Die einen lehnen in rundweg ab, bezeichnen ihn abfällig als Heckenklescher oder Rabiatperle und wollen sich mit seiner Säure nicht den Magen ruinieren. Eine zweite Gruppe probiert so lange, bis er nach dem zweiten oder dritten Achterl zum Schmecken anfängt. Die klare Mehrheit der Weintrinker dürfte sich jedoch dezidiert pro Schilcher deklarieren. Schließlich hat er alle die Eigenschaften, die ein richtiger Steirer braucht: Resch, herzlich und ehrlich!

 

Diesem Wein, der in der Weststeiermark seine wahre Heimat hat, wurde nun ein ganzes Buch gewidmet. Maria Steinbauer, ihres Zeichens Obstbäuerin und Sommelière für Edelbrände, hat dafür ein mehr als ausführliches Porträt entworfen. Am Ende der Lektüre sollte keine Frage zum Schilcher unbeantwortet geblieben und aus dem Leser gewissermaßen auch ein zumindest kleiner Experte für den Schilcher geworden sein.

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Großen Wert legt die Autorin auf das Genießen. Bloßes Wissen um den Blauen Wildbacher, so die offizielle Bezeichnung der Traube, wären Schall und Rauch. In diesem Sinne wurde mehr als ein ganzes Kapitel dem Genuss an sich gewidmet, mit der philosophischen Frage: Was ist Genuss? Man erfährt eingehend, wie und wo man Genuss erlernen kann – wobei es der Schilcher gar nicht nötig hätte, denn der ehemalige Haustrunk hat sich längst zum eleganten Salonsteirer gemausert.

 

Genüsslich wurde der Schilcher auch ins Bild gesetzt. Die Illustration des Buches „Der Schilcher und sein Land“ macht Lust auf einen Besuch in der Gegend von Stainz, St. Stefan ob Stainz oder Deutschlandsberg. Dort erlebt man, und man darf Maria Steinbauer vorbehaltlosen Glauben schenken, wahren „Weingenuss auf Steirisch“ (erschienen bei Styria Regional Verlag 2011, Preis € 24,99).

 

Österreichische Süß- & Schaumweine und ihre Winzer

Süß oder prickelnd

Sekt hat derzeit zweifellos Saison. Bis Aschermittwoch und auch noch nachher werden wohl etliche Korken knallen. Mehr und mehr kommt auch der Süße in Mode, als runder Abschluss eines feinen Festschmauses zu den Feiertagen.


So gesehen ist ein kleines, aber ungemein schlaues Büchlein von wein.pur gerade zu rechten Zeit auf den Markt gekommen. „Süß oder prickelnd“ fragt der Titel und stellt konzentriert wie ein Schluck Beerenauslese Österreichische Süß- & Schaumweine und einige Winzer im Porträt vor.


Dankenswerter Weise wird gleich zu Beginn ausführlich erklärt, was eigentlich einen Prädikatswein ausmacht, dass er zu erstaunlich vielen Gerichten passt und dass er vor allem beim richtigen Käse wahrhafte Geschmacksexplosionen im Mund bewirken kann.


wein.pur: Süß oder prickelnd

Österreichische Süßweine, Schaumweine und ihre Winzer im Porträt.

ISBN: 978-370402475-6, Preis € 14,90.

Diesem Kurzseminar in Spätlese, Ausbruch u. Co. folgt eine Lehrstunde in Sektproduktion, die mit einer nicht uninteressanten wirtschaftlichen Betrachtung der prickelnden Geschäfte die detaillierte Präsentation der einzelnen Weinregionen mit ihren Süßwein- und Sektwinzern vorbereitet.

Bilder vom prickelnden und süßen Fest im Casino Baden am 20.01.2011

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Ein weiteres praktisches Kompendium von wein.pur

Alles zum Grünen Veltliner

Das Mitschleppen aller Ausgaben des Magazins wein.pur, in denen Wissenswertes über den Grünen Veltliner steht, wäre wohl ein recht unpraktisches Unterfangen. Daher werden von eben dort seit geraumer Zeit handliche Büchlein zu den einzelnen Weinsorten herausgegeben, weich gebunden, dass sie sich in jede Handtasche schmiegen, und nicht allzu dick, damit sie auch der Herr einstecken kann, und trotzdem sind sie prall gefüllt mit Informationen.

Um beim Beispiel des GV zu bleiben, wird man gleich zu Beginn, unmittelbar nach den persönlichen Einleitungen der Autoren, in eine Diskussion zu den historischen Wurzeln dieser Rebsorte gezogen und lernt anschließend die Familie des Veltliners kennen.

 

Diese Vorarbeit zu den folgenden Porträts von österreichischen Weinregionen und Winzern ist amüsant und zeigt einen scheinbar so guten alten Bekannten wie den Grünen Veltliner von völlig neuen Seiten.

Die Weingüter selbst werden durchaus humorig eingeleitet, und sogar die unvermeidlichen Wein-Beschreibungen, die andernorts nicht selten zum Sommelierslatein verkommen, sind hier auch für den halbwegs ambitionierten Laien durchaus nachvollziehbar.
 

 
Erschienen ist Grüner Veltliner, Österreichs Trendsetter und seine Winzer wie auch die anderen Ausgaben dieser Reihe im Österreichischen Agrarverlag und jeweils zum Preis von 19,90 € erhältlich.

Als Draufgabe noch ein schönes Bild

 

Wintersonne im Weingarten