Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Rudolf Pfister, Dagmar Truxa, Thomas Malik © Franzika Steiner

Selten so gelacht!!! mit ewig jungen Pointen alter Meister des Humors

Der G´scheite und der Blöde, Rudolf Pfister und Thomas Malik © Franziska Steiner

Wenn Neffen mitnichten wie ein Pygmalion die Farbe wechseln...

„Aber der Nowak lässt sie nicht verkommen“, die bedauernswerte Dagmar Truxa, obwohl sie viel vorhätte: Mit einem Walfisch könnte sie sich vergessen, möchte Marihuana rauchen und nackert tanzen vor Negern und Chinesen. Als Hugo Wiener für seine Cissy Kraner den Text zu diesem Chanson geschrieben hat, gab es noch lange keine kleinliche Sprachpolizei, die empört „unkorrekt, unkorrekt!“ aufgeschrien hätte. Die Polizisten selber kommen ja auch nicht gerade gut weg. Selbstmord hat im Wiener Schmäh Hochkonjunktur, also muss er auch im Kabarett vorkommen und darf kräftig belacht werden. Das kann man nur bei uns, sich an derart morbiden Scherzen unterhalten. Dass es noch immer funktioniert, beweist Thomas Malik als Wachmann, der Dagmar Truxa nur deswegen vom Sprung über das Brückengeländer abhält, weil sie beide Schnupfen hätten, wenn er sie retten muss. Besser ist´s, sie hängt sich auf, das wäre für beide gesünder. Das sind eben Pointen, die das goldene Wienerherz erfreuen, auch dann, wenn sich Malik mit Rudolf Pfister um den besten Absprungplatz in den Tod kabelt.

Dagmar Truxa © Franziska Steiner

Dass keiner von ihnen in die Donau hupft, ist wohl den Autoren dieses Sketches zu verdanken. Als solche zeichnen keine Geringeren als Karl Farkas, Ernst Waldbrunn und Maxi Böhm. Von diesen Dreien stammt auch die Idee zur Doppelconférence, die immer einen Blöden und einen G´scheiten braucht. Auf den ersten Blick ist Herr Schöberl (Pfister) der Dumme und sein wissendes Gegenüber ist Herr Berger (Malik). Aber man weiß, dass es am Ende nicht immer dabei bleibt und sich die Rollen sehr schnell vertauschen.

 

Gregor Viilukas hat für die Komödie am Kai diese Hommage an die Altmeister des Humors produziert und einen Abend mit dem Titel „Selten so gelacht!!!“ zusammengestellt. Dass es sich nicht um ein leeres Versprechen handelt, garantieren Dagmar Truxa als Soubrette mit unglaublichen 50 Jahren Bühnenerfahrung, ihr Gatte Rudolf Pfister und Thomas Malik, die sich gekonnt über die von Martin Gesslbauer sparsam aber effizient gestaltete Bühne blödeln.

Am Klavier sitzt entweder Felix Hornbacher oder Christoph Huber, die virtuos in jedem Sattel reiten, sei es bei der Begleitung des Songs vom Jammer einer Unscheinbarkeit oder der Bösartigkeit einer Frau, die ihren wenig opernbegeisterten Gatten kujoniert und dabei mutig im Arienfach trällert. Schön, dass man sie wieder einmal genießen kann, die ewig jungen Pointen von längst gewesenen Herrschaften, die halt ganz genau wussten, wie man die Menschen zum Lachen bringt.

Rudolf Pfister, Dagmar Truxa, Thomas Malik © Franziska Steiner
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