Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Florian Resetarits, Bernadette Mezgolits  © Komödie am Kai/Andrea Eckstein

ZWEI WIE BONNIE & CLYDE als patscherte Ganoven

Florian Resetarits, Bernadette Mezgolits  © Komödie am Kai/Andrea Eckstein

Ein Bankraub darf auch Spaß machen, zumindest für die Zuschauer

Den Traum vom großen Geld, das sich mit ein bisschen Bauchweh und einer Pistole an einem Bankschalter machen lässt, haben schon viele geträumt. Die meisten von diesen zweifelhaften Glücksrittern hat man bald darauf erwischt und sie sicherheitshalber hinter Gitter gebracht. Dennoch werden ständig neue Versuche unternommen, den Kassier mit wüsten Drohungen zu schrecken und damit zur Herausgabe der dicken Bündel mit den großen Scheinen zu bewegen. Längst sind die Geldinstitute so unfair, den Möchtergernräubern das Unternehmen so kompliziert zu machen, beispielsweise mit stillem Alarm, Überwachungskameras und präparierten Banknoten, dass sich das Wagnis nur sehr selten auszahlt. Wenn es einer doch versucht, dann steckt meistens akute Geldnot dahinter, die offenbar nur durch einen solchen Gewaltakt gemildert werden kann. Der brave Otto Normalverbraucher liest davon üblicherweise in der Zeitung oder verfolgt im Radio gespannt die Fahndung nach den Bankräubern, bis man sie endlich in Handschellen geschlossen hat.

Florian Resetarits, Bernadette Mezgolits  © Komödie am Kai/Andrea Eckstein

Dann nippt er zufrieden an seinem Achterl und sagt: „Unrecht Gut gedeiht nicht gut!“ Wie viel mehr Spaß hätte er, wenn er zwei wirklich patscherte Ganoven dabei beobachten könnte, wie sie reihenweise an ihrer eigenen Dummheit scheitern. Gelegenheit gibt´s derzeit in der Komödie am Kai mit „Zwei wie Bonnie & Clyde“ (von Tom Müller & Sabine Misiorny), die alles das drauf haben, was irgendwie zum Scheitern eines solchen Coups beiträgt, von der Gott gegebenen Einfalt der Partnerin bis zur Ungeschicklichkeit des Mastermind dieser Minigang, verbunden mit der Hartnäckigkeit, die Aussichtslosigkeit nach dem x-ten Rückschlag zu ignorieren.

 

Unter der Regie von Sissy Boran & Andrea Eckstein schaffen Bernadette Mezgolits als Chantal und Florian Resetarits als Andy gute zwei Stunden im Duett Spaß und Lachen. In das von Martin Gesslbauer mit Schuhkartons genial trostlos ausgestattetem Versteck, ein aufgelassenes Lager, kehren sie verlässlich zurück, um die nächste Aktion zu planen. Ziel ist Los Vegas (Chantal), für Andy Las Vegas als Ort der Hochzeit, die man mit dem erbeuteten Reichtum zelebrieren will. Die mit körperlichen Reizen üppig ausgestattete Chantal ist zwar dümmer als die Polizei erlaubt, bringt damit aber erfrischende und vor allem charmante Komik in den „spannenden Krimi“.

Wer wirklich der Blöde ist, wird sich am Schluss herausstellen, was hier natürlich nicht verraten wird. Sowohl Mezgolits als auch Resetarits sind tolle Sänger, die ohne Mikro an der Wange wacker ein paar Hadern mit beeindruckender Röhre schmettern. Auch diese von Walter Lochmann ausgewählte Musik verkürzt das Bemühen um schnell erworbenes Geld, das sich mit blickdichten Strumpfmasken, einer ungeladenen Pistole und einem Auto mit leerem Tank als gar nicht so unmöglich herausstellt.

Florian Resetarits, Bernadette Mezgolits  © Komödie am Kai/Andrea Eckstein
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