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Raumschiff Szenenfoto © Markus Spitzauer

RAUMSCHIFF Das Drama von Fifi. dem begabten Hund

Raumschiff Szenenfoto © Markus Spitzauer

Eine rechte Hetz, wenn eine Wiener Crew singend durch das Weltall fliegt

Was tun, wenn ausgerechnet der intergalaktische Star sich in die Weiten des Weltalls vertschüsst? Fifi, praktischerweise ein Stoffhund, soll die Erde im Finale der Casting Show auf dem Planeten Deichmann 2 vertreten. Was er außer lieb sein noch kann, wird nicht verraten. Aber es muss schon ein gewaltiges Talent dahinter stecken, denn vor allen anderen bedeutenden Nationen der Raumfahrt unseres Globus wurde dessen Heimatland Österreich damit beauftragt, das putzige Tier über Tausende von Lichtjahren zu diesem Event zu transportieren. Wird er wieder eingefangen oder muss ein Mitglied der Crew für ihn einspringen? Noch schlimmer, verliert das Raumschiff den Traktorstrahl und verirrt sich auf ewig zwischen den Galaxien? Die bewährten Stückeschreiber Christian Deix & Olivier Lendl haben für alles eine Lösung gefunden und die Story zu einem Galactical ausgebaut. Das heißt: Der Thriller um das erschütternde Schicksal von Fifi wird mit bekannten Schlagermelodien und selbstgefertigten Texten zum erfrischenden Sommer-Musical aufgelockert.

Aid Hirschal und Eva Maria Frank in Aktion © Markus Spitzauer

Irdischer Schauplatz des im Jahr 2121 weit draußen im Universum spielenden Schwanks „Raumschiff. Das Drama des begabten Hundes“ (bis 15. August 2021) ist die Franzensburg, die sich Jahr für Jahr als Location des Theatersommers Laxenburg und eines stets gefeierten Starts in das Theaterfest Niederösterreich bewährt.

Eva Maria Frank, Susanne Gschwendtner, Pia Baresch und Hund Fifi © Markus Spitzauer

Adi Hirschal ist als Intendant kaum mehr wegzudenken. In diesem Fall hat man ihm die Rolle des politischen Wichtigmachers anvertraut. Als Minister für Weltraumtourismus ist er mit von der Partie und sollte die Republik Österreich im Kreise von allerlei Aliens würdig vertreten. Seiner Bedeutung und Mission bewusst, bringt er ein ordentliches Durcheinander in den sonst durchaus recht planmäßig ablaufenden Flug des Raumschiffs. Sein Kapitän ist Alois Nehoda (Olivier Lendl).

Der wiederum ist zu solcher Ehre nur deswegen gekommen, weil er 35 Jahre lang die Straßenbahn Linie 60 vom Westbahnhof bis Rodaun nahezu unfallfrei geführt hat. Sein Aufgabengebiet beschränkt sich Beschleunigen und Bremsen. Die Kommunikations-Offizierin Waltraud Wiesinger (Susanne Gschwendtner) hat ebenso wenig eine Ahnung von ihrem neuen Job wie die Kellnerin Martina Faltner (Eva Maria Frank), die vielversprechend ankündigen darf: „Wir beginnen jetzt mit dem Bordservice.“ Christian Deix hat sich mit dem schillernden, hüftschwingenden Conny de Bonjour die Rolle des Hundebegleiters auf den Leib geschrieben. Für eine extraterrestrische Überraschung sorgt Pia Baresch, die als eine mit beachtlicher Röhre singende Putzfrau Darina aus einer Seitentür der Spaceshuttle auftaucht und sich strikt weigert, das Lackerl von Fifi wegzumachen. Baresch und Deix erscheinen zusätzlich als vierhändige Alienpolizisten.

Da draußen wird offenbar nicht anders geamtshandelt als hienieden auf Erden. Der ruhende Pol im universellen Durcheinander ist Alexa, ein Android, der als einziger wirklich weiß, wohin die Reise geht. Thomas Mahn verleiht mit ätzenden Kommentaren dem Roboter sympathisch menschliche Züge, während er die Songs auf dem Keyboard begleitet. Ob diese Truppe heil durch das Wurmloch kommt, das wird allerdings nicht verraten, das muss man sich schon selber anschauen.

Thomas Mahn (Alexa) am Keyboard © Mrkus Spitzauer
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