Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


MAK-Ausstellungsansicht, 2018 POST OTTO WAGNER © MAK/Georg Mayer

POST OTTO WAGNER Architektur ganz nahe gebracht

Ausstellungsansicht, 2018 WAGNER:WERK MUSEUM POSTSPARKASSE © Stefan Seelig

Von der Postsparkasse zur Postmoderne

Vor 100 Jahren ist der Architekt Otto Wagner verstorben. Sein Wirken ist jedoch bis heute nicht zu übersehen. Wie kein anderer hat er das Stadtbild von Wien geprägt. Sein Werk ist, kurz gesagt, epochal. Wenngleich Wagner noch ein Freund des Dekors war, vor üppig gegliederten Fassaden an monumentalen Bauten nicht zurückschreckte und das pathetische Symbol als dritte Kraft neben Funktionalität und architektonischer Idee geschätzt hat, so gilt er doch als Wegbereiter der sogenannten Postmoderne. Nachgesagt wird ihm, dass er den historischen Stilen eine Absage erteilt hätte, was aber ein Blick auf seine Werke widerlegt. Sie sind trotz augenscheinlicher Schlichtheit voll von Zitaten vergangener Bauweisen, nur eben in der Handschrift von Otto Wagner ausgeführt.

Otto Wagner, Dachakroterie (Siegesgöttin) Foto: P.S.K.-Archiv

Seine Schriften zur Architektur und Stadtplanung sind weltweit rezipiert und seine Bauten bis heute inspirierend.

 

Werke, die jedem an Architektur nur einigermaßen Interessierten sofort dazu einfallen, sind die Stadtbahn, die Kirche St. Leopold am Steinhof und die k. k. Postsparkasse. Sie stehen auch im Mittelpunkt einer Ausstellung mit einem Wortspiel im Titel:

„POST OTTO WAGNER Von der Postsparkasse zur Postmoderne“ (bis 30. September 2018). Beleuchtet wird darin auch die Wechselwirkung zwischen Wagner und seinen Zeitgenossen, sowie sein Einfluss auf Schüler und nachfolgende Generationen von Architekten und Designern. Der Besucher kann ganz nahe an spielerisch unmutende Modelle herantreten, wird mit ersten Entwurfszeichnungen und später ausgeführten Plänen durch das Werden des jeweiligen Gebäudes geleitet, staunt über Designs von Sesseln und Tischen, bevor er mit Mobiliar aus dieser Zeit eingerichtete Räume betritt. Möglicherweise verliert er sich dabei in der Fülle, mit der die Dimension des Traums von Otto Wagner von Metropolis in der MAK-Ausstellungshalle adäquat aufbereitet wurde.

Otto Wagner, Die Scheinarchitektur der Attika Foto: Luiza Ellert / Copyright: P.S.K.-Archiv
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