Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Kaiserpavillon im Zentrum der Menagerie Schönbrunn

Geschichten aus dem Tiergarten Schönbrunn

mit Überraschungsvideos unter einigen der Fotos, einfach klicken und finden!

Totenkpfaffenmutter mit Jungem am Rücken © Daniel Zupanc

Totenkopfaffen-Anlage wurde zur Kinderstube

So schnell kann es gehen: Seit zehn Jahren gab es im Tiergarten Schönbrunn keinen Nachwuchs bei den Totenkopfaffen. Nun gibt es gleich drei Jungtiere. „Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms ist eine neue Gruppe eingezogen. Sieben Weibchen kamen aus dem Marwell Zoo in England zu uns. Zwei der Weibchen übersiedelten mit ihren Jungtieren, die bereits zwei und drei Monate alt sind“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Ein weiteres Weibchen war offensichtlich trächtig, denn am 3. Jänner kam noch ein Jungtier zur Welt. In der Anlage gibt es nun viel Action. „Die beiden älteren Jungtiere sind sehr aufgeweckt und neugierig.

Sie trainieren beim Klettern, bei Versteckspielen und bei Verfolgungsjagden ihre Geschicklichkeit. Das Jüngste hingegen hängt noch ausschließlich am Rücken seiner Mutter und lässt sich tragen.

 

Der Gewöhnliche Totenkopfaffe ist in den Regenwäldern des nördlichen Amazonasgebietes heimisch. Bekannt geworden ist er als Haustier von Pippi Langstrumpf. Sein gruseliger deutscher Name leitet sich von der markanten Gesichtszeichnung ab. Der englische Name „Squirrel monkey“ wiederum bezieht sich darauf, dass diese Affen so flink und geschickt wie Eichkätzchen von Ast zu Ast springen. Ihr langer Schwanz dient dabei als Balancierhilfe. Aber Totenkopfaffen sind nicht nur schnell, sondern auch schlau. „Von allen Primaten haben sie das größte Gehirn im Verhältnis zu ihrer Körpergröße“, erklärt Tierpfleger Sascha Grasinger. Das merkt er im täglichen Umgang mit den Tieren: „Kaum geben wir den Totenkopfaffen etwas Neues in die Anlage, wird es sofort ausprobiert. Sie sind geschickt bei der Sache und es macht Spaß, sie zu beschäftigen.

Freches Totenkopfaffenjunges © Daniel Zupanc

Familienfest Weihnachten bei den Elefanten © Daniel Zupanc

Nadelige Neujahrsüberraschung für Schönbrunner Elefanten

Unsere Dickhäuter freuten sich über Fichte der Bundesforste. Trotz Absage des Kultur- und Weihnachtsmarkts Schloß Schönbrunn und Lockdown übergab heute Vormittag die Veranstalterin des Schönbrunner Weihnachtsmarktes eine nadelige Neujahrsüberraschung an die Afrikanischen Elefanten im benachbarten Tiergarten: einen 18 Meter hohen Christbaum. Die Fichte aus dem Bundesforstrevier Mürzzuschlag in der Steiermark war kurz zuvor noch strahlender Mittelpunkt am Ehrenhof vor dem Schloss Schönbrunn – wenngleich im Corona-Jahr ohne Marktkulisse. „Traditionen gehören bewahrt – auch in schwierigen Zeiten“, erklärt Marktveranstalterin Gabriela Schmidle (MTS Wien) glücklich darüber, den Jahresbeginn mit der traditionellen Christbaum-Verfütterung begehen zu können.

Während das nadelige Frühstück für die Elefantenkühe bereits Tradition hat, war es für den Bullen Tembo eine neue Erfahrung. Der viereinhalb Tonnen schwere Elefant ergänzt erst seit November vorigen Jahres die Herde in Wien. „Dieser riesige Christbaum beschäftigt unsere Elefanten über Tage. Zuerst reißen sie die Zweige ab, dann schälen sie die Rinde herunter, bis zum Schluss nur noch der Stamm übrigbleibt. Sogar als Kratzbaum wird er genützt. Große Stoßzähne, wie sie Tembo mitbringt, sind da natürlich hilfreich“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

 

Für die planmäßige Übergabe des Christbaums sorgten in bewährter Weise Experten des Forstamtes der Stadt Wien. In Stücke zerkleinert wurde das nadelige Geschenk der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) schließlich in den benachbarten Tiergarten transportiert. Trotz der coronabedingten Absage des Kultur- und Weihnachtsmarktes Schloß Schönbrunn hat die Fichte in den vergangenen Wochen zahlreiche Wienerinnen und Wiener erfreut.

Das Elefantenjunge Kubali machte sich mit Appeitit über das Geschenk her © Caniel Zupanc

Drillinge bei Kaiserschnurrbarttamarinen

Mitten in der Corona-Zeit sorgt der Tiergarten Schönbrunn einmal mehr für erfreuliche Nachrichten. Der Wiener Zoo darf bärtigen Affennachwuchs vermelden. „Unsere Kaiserschurrbarttamarine Tamaya und Purple haben Drillinge bekommen.

Nachwuchs beim Kaiserschnurrbarttamarin © Daniel Zupanc

Markenzeichen dieser Krallenaffenart ist ihr langer, weißer Schnurrbart, den Weibchen und Männchen tragen. Auch bei den drei Winzlingen ist der Bartansatz bereits gut zu sehen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck, um hinzuzufügen, dass der letzte Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen schon fünf Jahre zurück liegt.

Die Drillinge sind am 1. Dezember zur Welt gekommen. Ohne Schwänzchen sind sie nur geschätzte fünf Zentimeter groß. Ob es sich um Weibchen oder Männchen handelt, konnten die Tierpfleger noch nicht erkennen.

 

Für Tamaya und Purple ist es der erste Nachwuchs. Die Drillinge halten vor allem Vater Purple ordentlich auf Trab. Bei den Kaiserschnurrbarttamarinen ist die Jungenaufzucht nämlich Sache der Männchen. Hering-Hagenbeck: „Den Großteil der Zeit trägt der Vater die Jungtiere auf seinem Rücken. Werden die Kleinen hungrig, übernimmt sie die Mutter zum Säugen.“ Mit jedem Tag werden die Affen-Minis mutiger. Sie unternehmen schon erste eigene Kletterversuche. Krallen an Fingern und Zehen geben ihnen dafür den nötigen Halt. Heimisch sind die putzigen Kaiserschnurrbarttamarine in den Regenwäldern Südamerikas. In Schönbrunn wartet die Affenfamilie noch auf Tierpaten. Wer den derzeit geschlossenen Zoo unterstützen möchte, kann um 80 Euro monatlich Pate werden.

Schon in den ersten Tagen den ersten Flaum eines kaiserlichen Schnurrbarts © Daniel Zupanc

Millaa Millaa achaut schon neugierung in die Welt © Daniel Zupanc

Koala-Nachwuchs heißt Millaa Millaa und hat den Beutel verlassen

Viel Neues gibt es über das herzige Koala-Jungtier im Tiergarten Schönbrunn zu berichten. Die größte Neuigkeit: Das Geschlecht des Jungtieres ist bekannt. „Unsere Tierpflegerin hat beim Jungtier einen kleinen Beutel am Bauch entdeckt. Es ist also ein Weibchen“,

verrät Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Seit 2002 hält der Wiener Zoo Koalas und hoffte auf Nachwuchs. Nicht nur für die Tiergartenfans, auch für das Tierpfleger-Team ist der erste Nachwuchs Grund zu großer Freude. „Unsere Tierpfleger haben sich viele Gedanken dazu gemacht, wie unser Koala-Mädchen heißen könnte. Schließlich wurde der Name Millaa Millaa ausgesucht. Millaa Millaa ist ein wunderschöner Wasserfall in der gleichnamigen Stadt in Queensland, jenem Bundesstaat in Australien, wo unsere Koala-Unterart heimisch ist.

 

Das Koala-Mädchen ist mittlerweile siebeneinhalb Monate alt. Und damit folgt gleich eine spannende Nachricht zur Entwicklung des Koalanachwuchses: Millaa Millaa hat den Beutel von Mutter Bunji bereits verlassen. „Für den Beutel ist sie mittlerweile zu groß. Millaa Millaa hängt am Bauch ihrer Mutter oder klettert am Kopf oder Rücken von Bunji herum.

Sie macht sogar schon erste kurze Kletterversuche und erkundet die Umgebung“, erklärt Zoologin Eveline Dungl. Zum Ruhen kehrt die Kleine stets in den sicheren Schoß ihrer Mutter zurück – auch zum Trinken. „Millaa Millaa knabbert schon Eukalyptusblätter, riecht daran und beobachtet genau, was ihrer Mutter besonders gut schmeckt.“ Vom Wintereinbruch bekommen die Koalas natürlich nichts mit. Im Schönbrunner Koalahaus hat ist es mit 22 Grad Celsius wohlig  warm.

Mutter und Tochter beim Eucalyptusschmaus © Danliel Zupanc

Faultier-Nachwuchs Pauline als Lockdown-Baby

Schlafen, essen und herumhängen: So stellen wir uns ein gemütliches November-Wochenende vor. Die Faultiere im Tiergarten Schönbrunn verbringen jeden Tag auf diese Weise. Alberta und Einstein haben derzeit ein Jungtier.

Faultierjunges Pauline in Schönbrunn © Daniel Zupanc

Das Kleine ist bereits am 24. April während der ersten Schließung des Zoos aufgrund des Lockdowns im Frühjahr zur Welt gekommen. Gesehen haben es die Besucherinnen und Besucher bis jetzt allerdings noch nicht. „In der Hauptsaison hatten wir das Vogelhaus aufgrund der schmalen Wege geschlossen. In der kalten Jahreszeit beim geringen Besucheraufkommen wollten wir es öffnen und unser Jungtier vorstellen. Doch es kam anders und der Tiergarten wurde wie alle Freizeiteinrichtungen wieder geschlossen. Jetzt möchten wir den vielen Faultierfans zumindest mit Bildern des Nachwuchses eine Freude bereiten“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

 

Das Jungtier ist mittlerweile sieben Monate alt und wiegt etwa drei Kilogramm. Es liegt auf seiner Mutter wie in einer Hängematte und wird von ihr herumgetragen. Kurze Strecken hantelt es sich mit Hilfe der gebogenen Krallen schon selbst am Seil entlang. Auch das Geschlecht ist bereits bekannt: Es ist ein Weibchen und hat vden Namen „Pauline“ bekommen.

Hering-Hagenbeck: „Zweifingerfaultiere sind in den Regenwäldern Südamerikas heimisch. Wir züchten sie im Rahmen des Europäischen Zuchtbuchs. So faul wie ihr Ruf sind unsere Faultiere nicht. Für Alberta und Einstein ist Pauline immerhin bereits das zehnte Jungtier.“ Pauline wird noch gesäugt, frisst aber auch schon mit den Eltern mit. Das Schönbrunner Faultier-Menü besteht aus Salat- und Gemüse sowie gekochtem Reis. Als besonderen Leckerbissen schätzen sie ein gekochtes Ei.

Faultierjunges Pauline in Schönbrunn © Daniel Zupanc

Mutter und Tochter Einsbär bei der Geburtstagsfeier © Daniel Zupanc

Eistorte zu Finjas erstem Geburtstag

Kinder lieben zum Geburtstag eine Schokotorte. Aber Eisbären? Eisbären-Mädchen Finja im Tiergarten Schönbrunn frisst gerne Melonen, Karotten und Lachs. Das weiß ihre Tierpflegerin Alessa Esau natürlich und hat Finja zu ihrem heutigen ersten Geburtstag eine besondere Überraschung bereitet.

Esau: „Wir haben für Finja eine Eistorte gemacht und dafür ihre Lieblingsleckereien in Wasser tiefgefroren. Die Eins obendrauf war gefüllt mit Lachs.“ Sehr verspielt und neugierig: So lässt sich Finja beschreiben. Das war auch an ihrem Geburtstag zu merken. „Nora und Finja haben die Eistorte sofort beschnuppert. Nora hat sich gleich die Eins gesichert und gefressen, während Finja aufgeregt die restliche Eistorte zerlegt hat.“ Als Geschenk gab es für Finja noch Spielzeug, das die Wasserratte sofort mit ins Becken nahm.

 

Finja wurde am 9. November 2019 geboren. Bei der Geburt wog sie rund 100 Gramm und war nur so groß wie ein Meerschweinchen. Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck: „Unser Eisbären-Mädchen hat sich prima entwickelt. Finja wiegt bereits halb so viel wie ihre Mutter.

Finja war der erste Eisbären-Nachwuchs in Wien seit 12 Jahren und hat die Herzen der Besucher im Sturm erobert. 20.964 Namensvorschläge wurden eingeschickt. Die Pfleger entschieden sich für „Finja“, die Weiße und Schöne. Wer den derzeit geschlossenen Zoo unterstützen möchte, kann gegen eine Online-Spende von 15 Euro unter www.zoovienna.at eine Herzenspatenschaft für das Eisbären-Mädchen übernehmen. Als Dankeschön gibt es eine hübsche Urkunde und einen Namenseintrag auf der Zoo-Homepage.

Finja mit einem Spielzeugball beim Geburtstagsbad © Daneil Zupanc

Die Orang-Utan-Dame Surya © Zoo Rostock/Joachim Kloock

Herzlich willkommen, Orang-Utan-Weibchen Surya!

„Frischer Wind“ für die Orang-Utan-Gruppe im Tiergarten Schönbrunn: Das siebenjährige Weibchen Surya aus dem Zoo Rostock ist in die Wiener ORANG-erie eingezogen. Zu sehen ist die neue Bewohnerin allerdings noch nicht.

Zuerst soll sie sich ganz in Ruhe hinter den Kulissen in ihre neue Umgebung eingewöhnen. „Die Eingewöhnung von Surya ist ein bisschen so, als würden wir in eine Wohngemeinschaft einziehen. Zuerst macht man es sich in seinem Zimmer gemütlich. Dann lernt man die anderen Bereiche und die Mitbewohner kennen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Die Mitbewohner sind in Suryas Fall die Weibchen Mota und Sol sowie das Männchen Vladimir. Sobald Surya soweit ist, wird sie die Innenanlage erkunden und zu sehen sein.

 

Surya wurde am 28. Juni 2013 im Zoo Rostock geboren und dem Tiergarten Schönbrunn über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) vermittelt. Ziel ist es, die Wiener Orang-Utan-Gruppe zu vergrößern und die Altersstruktur zu verbessern. Besonders die 24-jährige Sol wird sich über die junge Spielgefährtin freuen. Mit Vladimir könnte Surya künftig für den langersehnten Orang-Utan-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn sorgen. Sichtkontakt zueinander haben sie schon. Suryas vertraute Tierpflegerin aus Rostock hat sie auf der Reise nach Wien begleitet und bleibt die erste Zeit hier. Sie beschreibt ihren Schützling als „verspielten, freundlichen Wirbelwind“. Das passt zu ihrem Namen. „Surya“ bedeutet im Indischen: Sonne oder sonniges Gemüt. Und wir werden sie wohl genauso lieb gewinnen wie die 2018 verstorbene Künstlerin Nonja.

Die Orang-Utan-Dame Surya © Zoo Rostock/Joachim Kloock

Erdmännchennachwuchs auf Entdeckungstour © Daniel Zupanc

Nachwuchs bei den Erdmännchen

Erdmännchen haben ihren eigenen Kopf. Das hat sich nun im Tiergarten Schönbrunn gezeigt. Ende Juli hat Erdmännchen-Weibchen Zuzu Nachwuchs bekommen. „Eigentlich stellen wir den Erdmännchen spezielle Nistkästen zur Verfügung, die sie immer gerne genützt haben. Doch heuer haben sie sich selbst eine Erdhöhle gegraben, in der das Weibchen seinen Nachwuchs zur Welt gebracht und die ersten Wochen aufgezogen hat“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Deshalb ist es heuer auch besonders spannend. „Über einen Deckel konnten wir sonst vorsichtig einen Blick in die Kinderstube werfen. Das geht bei der Höhle nun natürlich nicht. Bis jetzt haben unsere Tierpfleger drei Jungtiere außerhalb der Höhle gesehen.

 

Heimisch sind Erdmännchen in den Savannen im Süden Afrikas. Ausgewachsen bringen sie etwas mehr als ein Kilogramm auf die Waage. Bei der Geburt sind sie nur rund 30 Gramm schwer, nackt und blind. Mittlerweile sind die Mini-Erdmännchen schon ein Stück gewachsen.

Erdmännchennachwuchs bereits auf hoch aufgerichtet © Daniel Zupanc

Sie haben die Augen geöffnet und interessieren sich für die Welt außerhalb des Baus. Hering-Hagenbeck: „Das quirlige Trio unternimmt erste Ausflüge. Das macht es für die anderen Gruppen-Mitglieder, die alle als Babysitter mithelfen, wesentlich stressiger.“ Sie spielen und graben im Sand, bis der Hunger ruft und es zum Trinken zur Mutter geht. Noch werden die Jungtiere ausschließlich gesäugt. In Kürze stehen bei den kleinen Raubtieren bereits Insekten auf dem Speiseplan.

Gepardenbaby © Daniel Zupanc

Vierfacher Nachwuchs bei den Geparden

Man möchte die kleinen Kätzchen knuddeln.  Mama hätte aber was dagegen. Vier auf einen Streich: Im Tiergarten Schönbrunn hat Geparden-Weibchen Afra am 22. Juni Nachwuchs bekommen. Gut geschützt hat sie ihre vier Jungtiere in den vergangenen Wochen in einer Wurfhöhle großgezogen. „Gestern sind die Jungtiere zum ersten Mal noch ganz zaghaft herausgetapst. Nun hüpfen sie schon verspielt durchs Stroh oder auf Mutter Afra herum, die immer ein wachsames Auge auf sie hat“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Afra mit ihrem vierfachen Nachwuchs © Daniel Zupanc

Ein Tipp des Direktors: „In etwa zwei Wochen sind die Jungtiere groß genug, um die gesamte Außenanlage zu erkunden. Dann kann man sie bei ihren Abenteuern noch besser beobachten.“ Das Geschlecht der jungen Geparde ist noch nicht bekannt. Aber jetzt kann das Tierpfleger-Team ein genaues Auge darauf haben.

 

Der Gepard steht als „gefährdet“ auf der Roten Liste. Der Verlust von Lebensraum in der afrikanischen Savanne macht der Raubkatze zu schaffen. Zoos züchten Geparde im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Afra stammt aus einer Zuchtstation in Südafrika und lebt bereits seit 2013 im Tiergarten Schönbrunn. Doch zum Nachwuchsglück hat das passende Männchen gefehlt: Im März 2020 kam Ghalib aus dem Zoo Erfurt, der dort bereits Vater von zwei Würfen war.

Wie in der Wildbahn ist Ghalib an der Aufzucht nicht beteiligt. Aber Afra ist ohnehin eine fürsorgliche Geparden-Mutter. Revierleiter Andreas Eder darf zuversichtlich sein: „Bei der Geburt sind Geparde etwa ein halbes Kilogramm schwer. Die ersten drei Monate werden sie gesäugt. Mittlerweile sind die Jungtiere etwa 40 Zentimeter groß. Sie haben schon die ersten Milchzähne. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Afra ihnen zeigt, dass man als Raubkatze Fleisch frisst.

Afra mit einem ihrer Vierlinge © Daniel Zupanc

Einer der beiden Nasenbärenzwillinge erkundet seine Welt © Daniel Zupanc

Nasenbären-Nachwuchs im Doppelpack

Bei den Weißrüssel-Nasenbären Puppe und Fernando hat es sofort gefunkt: Erst im April 2019 ist das Männchen in den Tiergarten Schönbrunn eingezogen und schon gibt es Nachwuchs. „Am 4. Juni hat unser Nasenbären-Weibchen Zwillinge zur Welt gebracht. Bei der Geburt messen Nasenbären von der Nasenspitze bis zum Po etwa 10 Zentimeter. Dazu kommt noch der typische lange Schwanz. Sie sind blind und taub und werden in den ersten Wochen in einem Nest versorgt“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Mittlerweile unternehmen die Zwillinge ihre ersten Ausflüge – allerdings noch auf wackeligen Beinen. „Etwa einen Meter dürfen sie sich von der Mutter entfernen, bevor sie sie ins Nest zurückholt. Für unser Pärchen ist es der erste Wurf und beide kümmern sich fürsorglich“, freut sich Tierpflegerin Michaela Hofmann.

 

Die Jungtiere, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist, werden noch gesäugt. Sie interessieren sich aber auch schon für süßes Obst wie Weintrauben und Birnen. Sie sehen wie erwachsene Tiere in Miniaturformat aus. „Das Fell der Weißrüssel-Nasenbären ist graubraun. Rund um die Augen und an der Schnauze sind sie weiß gefärbt“, beschreibt Hering-Hagenbeck.

Nasenbären zählen zu den Kleinbären und sind beinahe in ganz Südamerika verbreitet. Ihren Namen verdanken sie ihrer beweglichen, rüsselartigen Nase. Von den drei Nasenbären-Arten darf in den europäischen Zoos derzeit nur der Weißrüssel-Nasenbär gezüchtet werden. Er steht nicht auf der EU-Liste der invasiven Arten. „Invasive Arten, die eingeschleppt werden und heimische Arten verdrängen, sind ein großes Problem. Zoologische Gärten leisten hier wichtige Aufklärungsarbeit.“

Einer der beiden Nasenbärenzwillinge erkundet seine Welt © Daniel Zupanc

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