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Mag. Gernot Braunstorfer, Gudrun Vösenhuber, Dkfm. Franz Dollinger

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Keith Haring Ausstellungsansicht

KEITH HARING Geheimnisvolle Zeichen an der Wand

Ohne Titel Keith Haring

Das Alphabet des Widerstandes gegen Establishment, Ordnungsmacht und staatliche Repressalien

Auf den ersten Blick meint man, alle diese dicht gedrängten Zeichen schon einmal gesehen zu haben. Waren es bisher unentzifferte Schriftzeichen an einem Mayatempel? Oder von Aliens in Felsen geritzte Zeugnisse aus einer nicht näher definierten Vorzeit? Keith Harings Bilder sind allerdings wesentlich jünger. Sie stammen aus den 1970er- und 1980er Jahren und entstanden in einer extrem kurzen Schaffensphase, die dem Künstler vergönnt war. Er starb 1990 im Alter von knapp 32 Jahren. Für die riesige Fülle an Botschaften, der er uns hinterlassen hat, gab er uns durch „The Alphabet“, sein Alphabet an Symbolen, die Schlüssel in die Hand, damit wir sie auch dechiffrieren können. Immer wieder kristallisiert sich auf dem Gewirr der Strichfiguren ein Aufschrei gegen Gewalt der Herrschenden, gegen Unterdrückung von Minderheiten und gegen Vorurteile. Er selbst war ein Weißer.

Ohne Titel Keith Haring © Keith Haring Foundation

Aufgrund, oder besser, mittels Homosexualität betrachtete er sich aber zu einer der von ihm verteidigten Randgruppen zugehörig. Für das, was er uns bis heute zu sagen hat, war ihm Papier oder Leinwand viel zu wenig. Er benutzt auf der Straße gefundene Gegenstände, zweckentfremdete Möbel- und Autoteile, eine Nachbildung der Freiheitsstatue oder illegal die Wände des U-Bahnen. Zwischen 1980 und 1985 produzierte Haring zwischen 5.000 und 10.000 Subway-Zeichnungen, stets mit dem Risiko, verhaftet zu werden. Später wurde sein wilder Aufschrei quasi etabliert, verwandelte sich in Schwarzlicht fluoreszierende Bilder. Er war zu dieser Zeit bereits populär, arbeitete in Clubs und war mit Pop-Größen befreundet. 1984 wird Haring vom Designer Elio Fiorucci nach Mailand eingeladen, um mit LA II die Wände, die Ladentheke sowie die Umkleidekabinen der Fiorucci-Boutique hinter der Piazza del Duomo zu gestalten. Die erst 1988 diagnostizierte HIV-Infektion überschattet sein Werk bereits 1985. Groteske, an Hieronymus Bosch angelehnte Dämonen und Fabelwesen bevölkern seine Bilder, die seine eigene Todesahnung in drastischer Weise sichtbar machen.

Ohne Titel Keith Haring © Keith Haring Foundation

Die Albertina widmet dem Künstler unter dem Titel „KEITH HARING The Alphabet“ bis 24. Juni 2018 in der Basteihalle eine wahrhaft umfangreiche Ausstellung. Der Besucher wird anhand dieses Alphabets durch das Leben und Wirken Harings geführt. Wandtexte erklären verständlich, was es mit dem Hund, dem Goldenen Kalb, dem Radiant Baby, der Mickey Mouse oder dem UFO auf sich hat. Der Delphin, dessen Hinterteil auch die Hälfte eines nixenhaften Engels ausmacht, wurde in Brasilien als fischschwänzige Yemanjá erkannt. Keith Haring hatte die Meeresgöttin der Yoruba bei einem Aufenthalt in Bahia kennengelernt und in seine Alphabet miteinbezogen. Der Totenkopf steht bei Haring für den Tod in Zeiten von AIDS.

Die Opfer, gekennzeichnet durch fliegende Totenschädel und Leichen, tragen ein X, das sie als Objekt und als Zielscheibe markiert. Seine Anliegen sollten öffentlich sein, oder wie er selbst gesagt hat: „Kunst ist nichts, wenn sie nicht jedes Segment des Volkes erreicht.“ Für den amerikanischen Schriftsteller Willliam S. Burroughs ist dieser Künstler gerade deswegen von bleibender Bedeutung: „Gedanklich gehört Keith Haring einfach zum New Yorker Subway-Netz dazu. Wie niemand eine Sonnenblume betrachten kann, ohne an Van Gogh zu denken, kann sich niemand in der New Yorker Subway aufhalten, ohne an Keith Haring zu denken. Und das ist die Wahrheit.

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