Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Ausschnitt aus einer Schautafel

Subtext: Typendesign. gegenwärtig-lokal: contemporary-austrian

Ausstellungsansicht mit Schautafeln

Von der feinstofflichen Wirkung auf die Psyche der Lesenden

Was ist die Schrift, was kann sie wirklich? Unter dem etwas sperrigen Titel „Subtext: Typendesign. gegenwärtig-lokal: contemporary-austrian“ verbirgt sich eine gründliche Einführung in diese spezielle Sparte des Designs. Eine der Motivationen für diese Ausstellung war für Martin Tiefenthaler von der Typographischen Gesellschaft die Tatsache, dass ein so reiches Kulturland wie Österreich bis vor kurzem beinahe keine typographische Tradition aufweisen konnte und alle wichtigen historischen Schriften nicht in Österreich entstanden sind.

 

Als wichtigerer Grund erscheint ihm jedoch, dass von einer überaus positiven Wende gesprochen werden kann. Eine junge Generation von Schriftgestaltern hat ihre ersten Erfahrungen an heimischen Ausbildungsstätten für Grafikdesign gemacht und Anschluss an internationale Qualität gefunden. Österreich verfügt damit mittlerweile über eine international renommierte und mit Preisen ausgezeichnete Schriftdesignszene. Man kann stolz darauf hinweisen, dass bekannte Unternehmen wie Almdudler, ÖMV, News und sogar Al Jazeera auf österreichische Schrift-Typen vertrauen.

Ausstellungsansicht

Deren Management in Verbindung mit den Kreativabteilungen ist offenbar überzeugt, dass sie auf diese Weise ihre Botschaften auf einprägsame und effiziente Art und Weise zum Konsumenten transportieren können. Es ist also, so die Ausstellungsgestalter, an der Zeit, Errungenschaften wie die oben angeführten einem breiteren Publikum vorzustellen.

 

Was erwartet den Besucher? Schrift hat es an sich, dass man sie lesen muss. So erfährt man unter anderem, was man als User, aber auch als ein mit gesunder Skepsis ausgestatteter Leser vielleicht bereits geahnt hat: Schrift hat eine feinstoffliche Wirkung auf die Psyche des Lesenden. Der Schriftzug, das Logo sind extrem kurze Botschaften, die unsereinem aber weit mehr mitteilen, als man hinter den wenigen Buchstaben vermuten würde, egal ob im Print oder auf dem Bildschirm. Corporate Identity wäre ohne ein einmaliges Design der Schrift, natürlich in Verbindung mit anderen Grafiken und vor allem mit Farben, nicht denkbar.

Der überwiegende Teil der Ausstellung ist Beispielen jüngsten österreichischen Schriftschaffens gewidmet. Das Erstaunliche daran: Die Möglichkeiten, Buchstaben zu gestalten, sind grenzenlos. Zur Vertiefung werden Vorträge angeboten und an einer „Werkbank“ kann im Rahmen von Workshops selbst Hand angelegt werden, um aus Buchstaben eine Schrift zu machen, die alle Voraussetzungen erfüllt, um auch die eigene Persönlichkeit in einem neuen Design ausdrücken zu können.

Die "Werekbank" für Workshops im Entstehen
Typographische Gesellschaft Logo 160
designforum Wien Logo 200

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