Kultur und Wein

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Weinbau Mathias Jalits aus Badersdorf am Eisenberg

Das Fundament heißt Diabas

Der Blaufränkische vom Eisenberg hat sich in der Weinszene längst als großer Rotwein durchgesetzt. In erster Linie zeichnet er sich durch unvergleichliche Mineralität aus, die ihm wiederum seine ansprechende Würze verleiht. Verantwortlich dafür ist der Schiefer in den besten Lagen auf den Höhen und eisenhaltiger Lehm am Fuße dieses Weinberges im Zentrum des kleinsten Weinbaugebietes des Burgenlandes. Man braucht sich nur zwischen den Weinstöcken zu bücken und einen der flachen, spröden Steine aufzuheben und zu zerbrechen, um die rostrote Färbung des Eisens zu entdecken.

Der junge Winzer Mathias Jalits aus Badersdorf begnügt sich jedoch nicht mit der Oberfläche des Eisenberges, so sehr diese auch für die Größe seiner Weine verantwortlich ist. Elf Hektar Rebfläche liefern ihm gut zwei Drittel Blaufränkischen, der von diesem Boden ebenso profitiert wie der rote Rest, der sich unter anderem auf Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot verteilt. Sie runden die Cuvée Steinberg ab. 20 % Weiß (Grüner Veltliner und Welschriesling) sind ein Erbe auf den Flächen, die in den letzten Jahren in die Produktion aufgenommen wurden.

 

Das Weingut ist nämlich in kürzester Zeit von nicht ganz einem Hektar für den Hausgebrauch auf 20 Hektar angewachsen. Die Entscheidung für die Produktion von Qualitätswein ist, so Jalits, im Jahr 2000 gefallen. Er selbst hatte davor in der Gastronomie gearbeitet, ganz in der Tradition seiner Eltern, die in fünfter Generation in Badersdorf ein Wirtshaus führen. Matthias war Kellner im nahen Stegersbach, damals noch die „Kumpf-Therme“, und er hatte die Idee zu Wein- und Schnapsverkostungen für die Gäste.

Bei einem der Gespräche mit einem Spitzenwinzer, so erinnert sich Mathias Jalits, traf ihn die Berufung zum Winzer: „Ich habe von ihm gehört, dass sein Sohn in die Weinbaufachschule in Eisenstadt geht. Das war für mich so, wie wenn du auf den Lichtschalter hingegriffen hättest. Hab ich gesagt, aus! Ich kündige und geh´ in die Weinbauschule. Die Erkenntnis war Mitte August und am zweiten September habe ich angefangen“, und mit dem Meister abgeschlossen. Mittlerweile braucht er darauf nicht mehr zu verweisen, für seine Meisterschaft bürgt längst der Wein, dem er seine ganz persönliche Note verleiht.

 

Die Steine haben ihn auf diesem Weg stets begleitet und in die Tiefe geführt. Nach dem Steinberg in der Flasche wurde die Vinothek mit Stein gestaltet. Ausstehend war noch ein Name für den größten Wein im Hause Jalits. Die Idee dazu lieferte ihm der befreundete Prokurist aus dem Steinbruch in Badersdorf. Er solle seinen Wein doch Diabas nennen, genauso wie das Tiefengestein, das dort abgebaut wird. Diabas ist hart, dicht, ähnelt dem Serpentin. Der Bodenschatz wird unter anderem als Splitt auf der Straße verwendet und hat die kleine Gemeinde am Nordhang des Eisenberges im Verhältnis zur Einwohnerzahl zur zweitreichsten des Burgenlandes gemacht.

 

In gewissem Sinne ist auch der Blaufränkische ein Bodenschatz, der zu Recht einen solchen Namen führen darf. Diabas ist das Fundament des Eisenberges und einer der guten Gründe für die Bekanntheit von Mathias Jalits. Seine Verbindung zu Berg und Natur geht aber wesentlich weiter. Er gerät ins Schwärmen, wenn er auf das Klima zu sprechen kommt, das durch eine leichte Verspätung der Vegetation im Vergleich zu den anderen Landesteilen dem Südburgenland stets gute Jahrgänge beschert hat.

Aber genauso macht er sich Sorgen, was mit dem Eisenberg passieren wird, wenn einmal die Alten, die kleinen Weinbauern, nicht mehr arbeiten können und mehr und mehr Weingärten brach liegen bleiben oder durch Aushacken verschwinden. Er selber ist mit seiner Betriebsgröße zufrieden, noch schafft er die Arbeit ohne einen fixen Angestellten. Eigentlich gibt es für ihn nur einen Grund, das Weingut zu erweitern, eben den Eisenberg. Mathias Jalits: „Es soll landschaftlich sauber sein, das liegt mir am Herzen.“