Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Rudi Klein Lochgott © Bildrecht, Wien

RUDI KLEIN in Gesellschaft dreier Zeichnerinnen

Rudi Klein Vereinfachung einer nicht ganz unkomplizierten Welt © Bildrecht Wien

Eine nicht unkomplizierte Welt auf den einfachsten Strich gebracht

Er mag sich Rudi, Rudolf, Ruud oder Ivan nennen, es ist immer Rudi Klein. Sein Strich ist unverkennbar, genial einfach, seine Personen sind die Essenz aus dem Wissen um die Menschen und sein Bekenntnis zu Gott ein geheimnisvolles Loch, aus dem teils bösartige Antworten als Kommentar zu wesentlich existentiellen Fragen tönen. Rudi Klein hat seine Ideen in Themengruppen zusammengefasst, aus denen bis 15. Jänner 2017 80 Originalwerke im Karikaturmuseum zu belächeln sind. Eröffnet wird die Schau mit dem Werkzyklus „Vereinfachung einer nicht unkomplizierten Welt“. Mona Lisa, Dürers Hase und andere Ikonen der Kunst werden respektlos auf ihre Grundstruktur reduziert, womit mehr Fragen als vorher übrig bleiben oder anders gesagt, die Philosophie des jeweiligen Motivs um Rudi Kleins gedankliches Universum bereichert wird. Mit dem Lochgott hat er als dessen Prophet das Gebot, du sollst dir von Gott kein Abbild machen, erfüllt und eine eigene Religion mit „Tiefgang“ geschaffen.

Rudi Klein Teufel Alkohol © Bildrecht Wien

„Jedes Bild ist noch lange nicht fertig gemalt“ steht als seine Überzeugung hinter dem „Teufel Alkohol“, den er in Buchillustrationen keck als Flasche oder Glas hineingezeichnet hat. Ergänzt wird die Ausstellung mit einem Videointerview zwischen Gottfried Gusenbauer und Rudi Klein mit geschickt erfragten und pointiert beantworteten Einsichten zu Karikatur und Cartoon.

Einen Stock höher zeigen Inga Steinmetz und Melanie Schober ihre dem japanischen Manga nachempfundenen Zeichnungen und Tina Brenneisen die Graphic Novel „Die Hoodies“. Es sind durchwegs Beispiele aus der großen Bandbreite ihres vielfach ausgezeichneten Schaffens. So gibt Melanie Schober einen Einblick in die deutsch/österreichische Mangaszene, die als jüngster Kunstimport aus Japan betrachtet werden darf.

 

Die charakteristische Formensprache eines Mangas sind das Kindchenschema mit den großen Augen, die langen Geschichten und die filmische Erzählweise. Mit der (wie im Original von hinten zu lesenden) Serie „Dragonball“, erschienen im Carlsen-Verlag 1996, gelang dem Manga der Durchbruch in Deutschland und damit auch in Österreich. Seither haben auch Zeichnerinnen wie die oben Genannten diese Form aufgegriffen und damit zweifellos zur Universalität dieses Genres wesentlich beigetragen.

Melanie Schober Eisdrache und Feuermädchen 2014 © Melanie Schober
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