Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


 

Haiges-Methode: Ein Kochbuch voll mit köstlichen Schlankmacher-Rezepten

Tolles Versprechen:

Abnehmen mit Genuss

Abnehmen ist eine Wissenschaft für sich. Mein Traum, schnell ein paar Kilo zu verlieren, war sehr schnell geplatzt“, erinnert sich Philipp Haiges an die erfolglosen Langzeitversuche, seine Figur der Idee anzupassen. Wer kennt das nicht, das Auf und Ab, oder wenn man es geschafft hat, das Untenbleiben, die tägliche Quälerei, die einem das bisschen Lebensfreude auch noch vermiest. Hunger und wieder Hunger sind offenbar unvermeidliche Lebensbegleiter von Schlanken und Schönen.

Mit den von ihm angebotenen Rezepten dürfte das allerdings nicht schwer fallen. Ganze 39 Suppen & Vorspeisen stehen zur Disposition, entweder als „Einleitung“ für eine komplette Mahlzeit, oder wie man als erfahrener Abnehmer weiß, als komplette Mahlzeit (Leseprobe: Karotten-Ingwer-Suppe, Bild anklicken!). Da im Leben aber auch Hauptspeisen eine Rolle spielen, werden 75 an der Zahl genannt, eine appetitlicher als die andere, allerdings kaum eine ohne Fleisch (Leseprobe: Surf and Turf, Bild anklicken!). Desserts beschränken sich bei Haiges naturgemäß „auf Obst, Topfencremes und Ähnliches“, weswegen sich das Angebot auf drei Rezepte beschränkt (Leseprobe: Vanillewaffeln, Bild anklicken!), die allerdings wie alle anderen Kochvorschläge vom Profi so klar und verständlich beschrieben werden, dass die Ausrede „Keine Zeit zum Kochen“ nicht mehr gilt (© Haiges).


Haiges ist von Beruf Koch, der nach eigener Aussage dazu neigt, ein bisschen „fester“ zu sein. Nach intensivem Studium aller möglichen Diäten hat er für sich die Vernünftigste gefunden, oder anders gesagt, diejenige, auf die sein Körper angesprochen hat. Dass dabei einiges diskussionswürdig ist, hat jede Diät so an sich. So meint Haiges, dass man am leichtesten auf Kohlenhydrate verzichten könne, jedoch ohne entsprechende Unterscheidung nach deren echtem Nährwert. Erdäpfel oder Nudeln werden von ihm zu den sogenannten „Feinden“ gezählt. Wenn er damit gut leben kann, dann hat er Recht, aber die Feinabstimmung muss wirklich ein jeder für sich selber finden.


Philipp Haiges: Haiges-Methode. Abnehmen mit Genuss! Leopold Stocker Verlag 2011,

ISBN: 978-3-7020-1292-2, Preis: € 19,90.

 

Schnelle Küche für Berufstätige

Kleine Pausen – großer Genuss

Das eine – die kleine Pause – muss den großen Genuss nicht zwangsläufig ausschließen. Selbstverständlich hat unter Tags kaum wer die Zeit für ein entspanntes ausgiebiges Mittagmahl. Selig, wer ein gutes Beisel um die Ecke weiß und die Muße hat, dort zu günstigem Preis Hausmannskost als liebevoll gekochtes Menü zu verzehren. Aber auch alle diejenigen, die nur ein paar Minuten Mittagspause haben, sie müssen jedem von uns vom Arbeitgeber zugestanden werden, sollten zumindest diese knappe Zeit mit feinem Essen verbringen.

Renate Wagner-Wittula hat dafür eine Reihe von Vorschlägen parat; zusammengefasst in einem flotten Buch „Das Bürokochbuch. Schnelle Küche für Berufstätige“. Der Titel mag etwas irreführend sein. Wenn man schon keine Zeit zum Essen hat, wie soll man dann noch kochen?! Man braucht aber nur das erste Rezept (Gefüllte Zucchiniröllchen, bitte anklicken) zu lesen, schon weiß man Bescheid. Tischlein deck dich! Einmal zu Hause kochen – doppelt genießen, lautet die Devise in Kapitel eins.

Renate Wagner-Wittula: Schnelle Küche für Berufstätige. Das Bürokochbuch.

2011 Pichler Verlag. ISBN 978-3-85431-549-0, Preis € 16,95

Die Liste der Zutaten für die Zucchiniröllchen sieht für eine Kleinigkeit recht beeindruckend aus. Feta (eine Packung), 150g. Gervais oder Frischkäse, je 1 gelbe und grüne Paprikaschote, 1 kl. Chilischote, 1 TL Kapern, 3-4 EL frischer Oregano oder Thymian, Paprikapulver und Mehl, Salz und Pfeffer, Oliven- oder Rapsöl. Dieses Gericht kann man nur am Abend davor zubereiten. Die Zucchini werden in Mehl gewendet und angebraten. Die anderen Zutaten zur Fülle verarbeitet und zu den Zucchini gegeben – und entweder im „Finale zu Hause“ mit frischem Fladenbrot servieren oder „im Finale für das Büro“ kühl gestellt und an der Arbeitsstätte mit knusprigem Brot genossen.

 

Unter dem Stichwort Mahlzeit wird tatsächlich im Büro gekocht. Man mag davon halten was man will, aber ein leckerer Bratenduft aus der Kaffeeküche kann eine halbe Stunde vor Mittag schon ordentlich Konzentrationsmängel schaffen. Deswegen sind viele der angebotenen Rezepte eher kalte Küche wie Thunfischsalat auf Vollkornbrot oder Prosciutto-Sticks mit Melonensalat.

 

„Endlich zu Hause!“ und „Kollegenalarm“ runden das Kochen für Berufstätige endlich auf behagliche Weise ab. Schnelle Rezepte für den Wochenalltag für den Besuch von lieben Kollegen aus der Arbeit, die man doch ein wenig beeindrucken will; auch dafür hat sich Frau Wagner-Wittula einiges einfallen lassen. Probieren Sie´s elegant mit Lammkoteletts mit glasierten Erbsenschoten und Rosmarinpolenta oder mit geschmolzenem Blauschimmelkäse auf Erdäpfeln, der erst bei genauem Hinsehen seine Raffinesse preisgibt (hier zum Rezept klicken).

 

Raffinierte Kuchenrezepte: süß, flach und köstlich!

Keine Angst mehr vor dem Dessert!

Wer kennt nicht das bange Gefühl im vollen Magen, wenn am Ende eines mehrgängigen Menüs die Torte aufgefahren wird, ein üppiger Keil Biskuit und Creme, der jetzt noch runter soll, nach all den anderen Köstlichkeiten. Dass gute Mehlspeis´ keineswegs ein solches Ungetüm sein muss, haben uns schon Italiener und Franzosen vorgemacht, mit Tarte, Galette oder Crostata. Sie sind süß und lecker, vor allem aber flach.


Ilse König, begeisterte Köchin und Bäckerin und damit hoch geschätzte Gastgeberin, stellt dazu nun 75 raffinierte und einfache Rezepte vor. Sie sind eckig vom Blech oder rund aus der Form, meist mit Mürbteig und häufig mit Früchten belegt, stets aber flach.


Bild rechts © GU/Inge Prader: Cremiger Himbeerkuchen, zum Rezept anklicken!

Flache Kuchen“ nennt sich auch das Buch, in dem diese im Freundeskreis getesteten Rezepte Eingang gefunden haben. Ihre Freundin Inge Prader hat die Kuchen mit ihrer Kamera in Bilder umgesetzt, in Fotos, aus denen man den verführerischen Duft von Himbeerkuchen, Zitronensoufflé-Tarte oder Pfirsich-Galette zu spüren meint.

Ilse König, Inge Prader: Flache Kuchen. Tartes, Galettes, Blechkuchen und mehr. 2010 Gräfe und Unzer Verlag, ISBN: 978-3-8338-2008-3, Preis € 17,50.                

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AKTUELL !!!   EINLADUNG ZUM KAISERLICHEN SPEISEN

Vom 25. Februar bis 31. März 2012 veranstaltet der „Landgasthof Kaiserbrunn“ in Reichenau an der Rax erstmals „HISTORISCHE WOCHEN“.

 

Gemäß dem Motto „800 Jahre Geschichte auf dem Teller“ werden in dieser Zeit Speisen nach sorgfältig recherchierten Originalrezepten aus dem Buch „Kaiserliche Küche – Die Rezepte der Habsburger“ (Stocker Verlag) angeboten, z.B. Mittelalterliche Kuttelsuppe, Fasan Halbthurn, Rehtopf mit Speck oder Mandelsuppe.

Ein Blick in die Kochtöpfe am Kaiserlichen Hof

Geschichte kochen und genießen

Man nehme als Zutaten zwei Experten ihres jeweiligen Faches, verknüpfe trefflich ihr umfangreiches Wissen und serviere es in einem wohlgeratenen Buch. Der Leopold Stocker Verlag hat sich an dieses einfache Rezept gehalten. Für „Kaiserliche Küche. Die Rezepte der Habsburger“ wurden sowohl die Historikerin und Fachfrau für die Habsburger, Gabriele Praschl-Bichler, als auch der im Schreiben und Kochen gleichermaßen kundige Gerd Wolfgang Sievers gewonnen.

Bald 100 Jahre nach Ende der Monarchie plagt uns Republikaner nach wie vor die Neugier, was denn damals auf der kaiserlichen Tafel so aufgetragen worden sein könnte und wie es bei einem solchen dîner zu Hofe zugegangen sein mag. Einiges glaubt man vom Hörensagen zu kennen, zum Beispiel die Diäten von Kaiserin Elisabeth. Angeblich hat sie sich ihrer Wespentaille zuliebe fast zu Tode gehungert und tagelang nur Fleischsäfte zu sich genommen. Die Historikern Praschl-Bichler widerspricht dieser Verallgemeinerung und zitiert aus verlässlichen Quellen die Essgewohnheiten von Sisi, die zwischen gesunder Völlerei und strengen Diäten geschwankt haben und sich damit gar nicht so sehr von den unseren unterscheiden, abgesehen von der kaiserlichen Radikalität in deren Durchführung.


Den Gugelhupf hat ihr Gatte Franz Joseph allerdings in Gesellschaft der Schauspielerin Katharina Schratt gejausnet. Seine eigene Gemahlin hatte ihm diese Dame zugeführt, dass ihn diese während der langen Abwesenheiten von Sisi zu regelmäßigem Essen anhalten solle, weiß die Historikerin.

Gerd Wolfgang Sievers liefert dazu die Rezepte, zum Beispiel Kaiserschöberl als Suppeneinlage, Tafelspitz mit klassischen Beilagen und als Dessert eben den Kaiser-Guglhupf, bei dem nicht mit Eiern, Butter und Vanillezucker gespart werden darf.


Das Wissen um kaiserliches Speisen reicht in diesem Buch aber weit zurück in die Vergangenheit. Die beiden Autoren haben die kulinarische Geschichte der Habsburger als Haus Österreich gründlich aufgearbeitet. Angefangen von König Rudolf I., der vermutlich neben Wein und Bier Brot, Fleisch und Wildbret zu sich genommen hat. Viel mehr Auswahl bot sich damals nicht. Trotzdem gibt es auch aus dem Mittelalter einige Rezepte, die durchaus zu praktischer Geschichtsforschung in der eigenen Küche reizen, wie die Herstellung von Blamensir oder eines kalten Rehrückens mit Herrensoße. Wenn genug Platz vorhanden ist, darf´s auch wie bei Kaiser Maximilian I. ein im Ganzen gebratener Ochse sein, und wenn dann noch was runter geht, ein Löfferl Erdbeer-Champagner-Suppe mit Ananas aus der Küche von Kaiser Josef II.

Rezeptbeispiele durch Anklicken der Gerichte im Text oder der Bilder

Illustrationen aus dem Buch:

 

Gabriele Praschl-Bichler, Gerd Wolfgang Sievers: KAISERLICHE KÜCHE. Die Rezepte der Habsburger, Leopold Stocker Verlag 2010, ISBN 978-3-7020-1229-8, Preis: € 39,90.

 

Als vormittags gekocht und mittags noch gegessen wurde

Kochen wie einst daheim

Kann sich überhaupt noch jemand vorstellen, sich Schlag zwölf zu Tisch zu setzen, um sich in aller Ruhe einem ausgiebigen, deftigen Essen zu widmen!? Da sei der Chef vor oder die Angst vor dem Übergewicht. Denn damals, als man noch genügend Zeit und Appetit hatte, wurde keineswegs schlank gespeist. Und trotzdem, immer wieder nimmt man sich vor, einmal das nachzukochen, was Mutter einst aufgetischt hat.


Die „Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen“ wecken diesbezüglich mit 120 Gerichten, die wie zu Hause schmecken, Erinnerungen an diese unbeschwerte Zeit. Sterne- und Fernsehköche, Kochbuchautoren und viele andere verraten darin, welches Leibgericht in ihrer Familie für Glücksgefühle sorgte.

Rezeptbeispiele finden Sie durch Anklicken der Gerichte im Text


 

Wenngleich die Rezepte in Deutsch und nicht in Österreichisch verfasst sind, gleichen sie doch unseren einfachen Speisen. Steckrübeneintopf oder Arme Ritter zählten schon seinerzeit zum Armeleut´essen, genauso wie die Bohnensuppe mit Milch und der Brotpudding.


Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen,

Egmont Verlag 2010 VGS,

ISBN: 978-3-8025-3731-8, Preis: 17,50

Wenn diese Gerichte aber hie und da und vor allem mit entsprechender Liebe zubereitet werden, sind sie durchaus eine originelle Variation des täglichen Menüplans. Übrigens, sie dürfen dann auch abends zubereitet und gegessen werden, wenn die Oma auch gemault hätte, dass das kein G´hörtsich ist, sich zu später Stunde noch so vollzupampfen.