Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Die Franzensburg im Park von Laxenburg

HEISS geht´s her bei Relax in Lax

Sonja Romei, Ben Rufin, Karola Niederhuber © Nini Hauswirth

Wenn der Schmäh in der Sauna musikalisch rennt

In der Romantik des Neomittealters der Franzensburg lädt eine komfortable Sauna zum Schwitzen ein. Das Publikum des Kultursommers Laxenburg kann an diesem sonnigen Nachmittag über mangelnde Temperaturen ebenfalls nicht klagen. Die Atmosphäre ist damit perfekt, um eine zufällig zusammen gewürfelte Gesellschaft beim lustvollen Saunieren unmittelbar mitzuerleben. Adi Hirschal hat zu Relax in Lax geladen und dem dazu passenden Stück Sommertheater aus der Feder von Christian Deix und Oliver Lendl den kurzen und prägnanten Titel „HEISS“ verpasst. Die Handlung ist schnell erzählt. Ein Wellness-Schuppen bietet für seine Gäste eine technisch total durchgestylte Saunalandschaft. Allein, die Türverriegelung macht sich selbständig und verwehrt der Entspannung suchenden Runde das Verlassen des doch recht hoch temperierten Schauplatzes. Leute, die sich zuvor nicht einmal gegrüßt hätten, werden plötzlich zu Leidensgefährten und versuchen in gegeneinander gerichteter Gemeinsamkeit die blöde, streckenweise sogar beängstigende Situation zu meistern.

Adi Hirschal © Nini Hauswirth

Der Star des Abends ist der Ofen. Er bläst ganz nach eigenem Gutdünken heißen Dampf über die Bühne. Es wird wärmer und wärmer, später kälter und kälter, immerhin sollte das Super-Klimagerät eine Spanne von 120 Plus bis 40 Grad Minus beherrschen, und niemand kann fliehen. Verantwortlich für das Desaster ist die Technik, besser gesagt der Computer, der alles steuert. Für seine Bedienung ist Herr Paul Pillnitz, seines Zeichens Saunamoderator, zuständig. Thomas Mahn, der ihm Gestalt verleiht, kennt sich offenbar auf den Tasten seines Klaviers besser aus als mit dieser Anlage.

Christan Deix © Nini Hauswirth

Lieber begleitet er die anderen Darsteller gekonnt bei deren Songs. Seine „Opfer“ sind die taffe Rechtsanwältin Dr. Christine Reitenbacher (Sigrid Spörk), der unbeholfene Versicherungskeiler Günther M. Bichler (Christian Deix), die auf ein Promiinterview erpichte Redakteurin der Innviertlerin, Claudia Gstettner (Karola Niederhuber), der bereits nachrühmliche Schlagersänger Tom Fischer (Ben Rufin) und Nicole Swoboda (Sonja Romei) als Mädchen für alles und besonders für ihren Chef, dem in seiner Wichtigkeit ergrauten Mentaltrainer Harald Wolfff in Person des Prinzipals Adi Hirschal.

 

Anstatt in der Hitze einfach nur zu sitzen und eventuell zu matschkern, wird ein tolles Programm durchgesungen und teils sogar getanzt. Erfrischend ist nicht nur der kühle Lufthauch, der vom Schlosspark hereinweht, sondern auch die Nacktheit der Betroffenen, die ihnen einfach auf das Trikot gemalt wurde. Sie erlaubt auch ohne peinliche Blöße eine Niederlage gegen rutschende Saunakilts.

Gesungen wird tapfer ohne jede Verstärkung. Mit Nummern wie „Time Is on My Side“, „Reality“ „Kiss“ oder einem originell erweiterten „It´s a Heartache“ lassen sich schon gut eineinhalb Stunden bei einigen Aufgüssen verbringen ohne in Panik zu geraten, wenn sich das Türl nach draußen nicht und nicht öffnen lässt. Wenn dann doch, dann klingt der alte Monty Python Hadern „Always Look on the Bright Side of Life“ wie eine Dankeshymne der vorm Tod durch Erschwitzen Geretteten.

Sigrid Spörk © NIni Hauswirth
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