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Visualisierung © stonehenge

Die neue Geschichte von Stonehenge als Ausstellung erleben

Stonehenge_© LBI ArchPro, Geert J. Verhoeven

Das berühmteste und rätselhafteste Monument der Urgeschichte zu Besuch im MAMUZ Mistelbach

Unsere Vorfahren dürften um einiges bequemer gewesen sein als ihre Zeitgenossen auf der britischen Insel. Im Weinviertel hat man es bei den Kreisgräben belassen, bei Anlagen, die in den Boden gegraben wurden. Sie sind im Laufe der Jahrtausende unter Äckern und Weingärten verschwunden. Erst vor einigen Jahren ist man sich dieser ungeklärten Phänomene wieder bewusst geworden und hat sie sogar im Rahmen einer Landesausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Es lag nun also nahe, einmal einen Blick auf das große Vorbild jenseits des Kanals zu werden, auf Stonehenge, das mit seinen gigantischen Dimensionen die Vorstellung und die bisher bekannten Möglichkeiten urzeitlicher Baukunst bei weitem zu sprengen scheint. Stonehenge ist und bleibt ein Wunder mit tausend fantastischen Fragezeichen, auch dann noch, wenn ihm die Wissenschaft mit neuesten Methoden nach und nach zumindest Bruchstücke seines Geheimnisses zu entreißen versucht. Bis 27. November 2016 erspart man sich die Reise nach England. Stonehenge ist im wahrsten Sinn des Wortes zum Angreifen nah.

Ausstellungsansicht © MAMUZ

Eine Ausstellung im MAMUZ in Mistelbach lässt die Besucher in diese Anlage tatsächlich eintreten und vermittelt mit ihrer beeindruckenden Gestaltung eine Ahnung von den Ausmaßen dieser urzeitlichen Anlage. An Repliken von Steinen im Größenverhältnis eins zu eins wird erklärt, wie diese gewaltigen Blöcke von frühen Steinmetzen mit einfachsten Werkzeugen behauen und mit Holzschlitten und hunderten Menschen bewegt worden sein könnten. Vor allem wird aber in anschaulicher Weise Wissen vermittelt, das derzeit weltweit für Aufsehen sorgt. Es geht um die neuesten Entdeckungen, die in der Landschaft rund um diesen Steinkreis getätigt wurden.

Glockenbecher BDA © Foto Fasching St Pölten

Man schaut den Forschern dabei zu, wenn sie mittels geomagnetischer Prospektion und Bodenradarmessungen über 14 km² des Untergrundes von Stonehenge untersuchen und immer mehr Hinweise darauf finden, dass es sich um eine einzige große Kultlandschaft gehandelt haben muss. Dem Besucher wird aber auch mit ausgewählten originalen Fundstücken die Zeit vor dem großen Bau nahegebracht und so ein frühes Lebensbild dieser Gegend entworfen.

Eine sensationelle Verbindung zwischen England und Österreich stellt ein Kupferdolch dar. Diese aufwändig gestaltete Waffe wurde im Grab eines Bogenschützens auf den britischen Inseln gefunden. Das Kupfer für die Klinge stammt aus den österreichischen Alpen.

Abgesehen von den damals bereits bestehenden Handelsbeziehungen zeigt die Ausstellung eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Niederösterreich und der britischen Insel: die Glockenbecherkultur am Ende der Steinzeit, deren Produkte in den Gräbern hier wie dort die Zeiten geradeso unversehrt wie die mächtigen Steinsäulen von Stonehenge überdauert haben.

  	 Dolch © University of Birmingham  David Bukach
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Kunsthandwerksmarkt in Poysbrunn, ins Vino Versum nach Poysdorf und „Stonehenge“ in Mistelbach am 08. u. 09.10.2016 (für weitere Informationen Logo Elite Tours anklicken!)

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