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Mozarts Weg in die Unsterblichkeit Ausstellungsansicht © MHV

UNSTERBLICHER MOZART Vom populären Komponisten zu ewiger Größe

Mozarts Weg in die Unsterblichkeit Ausstellungsansicht © MHV

Das Genie und seine Verehrung durch die Nachwelt

Wolfgang Amadé Mozart, wie er sich meistens genannt hat, war zu Lebzeiten durchaus ein anerkannter Komponist und seine Werke waren längst populär, als er in noch jungen Jahren am 5. Dezember 1791 verstarb. Seine letzten Noten, die er schrieb, waren die des Requiems. Die Arbeit darin reißt mitten in einem Takt ab, er selbst konnte es nicht mehr vollenden. Aber es trug dazu bei, spontan um diesen Schöpfungsakt Legenden zu bilden. Sie verbreiteten sich wie ein Lauffeuer nicht nur in der Musikwelt, denn verbunden damit waren düstere Geschichten, die im Verdacht eines Giftmordes gipfelten.

Friedrich Leybold Ein Moment aus den  letzten Tagen Mozarts Original in: ÖNB

Geschürt wurden sie noch von der Tatsache, dass Mozarts letzte Ruhestätte unbekannt ist. Seine Witwe Constanze beauftragte Franz Xaver Süßmayr mit der Vollendung des Fragments, dessen Echtheit aber sofort angezweifelt wurde, so z. B. vom Mainzer Musikschriftsteller Gottfried Weber. Für die Authentizität trat vehement Maximilian Stadler ein, der 1826 eine „Vertheidigung der Echtheit“ herausgab und diese allen Verehrern Mozarts widmete. Ein Exemplar dieser Schrift ist derzeit in der Sonderausstellung „Mozarts Weg in die Unsterblichkeit“ im Mozart Haus Vienna bis 27. Jänner 2019 zu sehen. Es befindet sich ebenso in der sicheren Verwahrung der Österreichischen Nationalbibliothek, aus deren Beständen diese Ausstellung gestaltet wurde, wie die Originalhandschriften dieses Werks, von denen eine Seite als Faksimile zu sehen ist. Sie wurden 1831 bis 1838 durch die Wiener Hofbibliothek erworden und der Ankauf entsprechend belegt.

Mozarts Weg in die Unsterblichkeit Ausstellungsansicht © MHV

Dass er von den Musikgrößen seiner Zeit bereits als außergewöhnlich angesehen wurde, geht aus einem von Leopold Mozart verfassten Brief aus 1785 hervor: „Herr Haydn sagte mir: Ich sage Ihnen vor Gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und den Nahmen nach kenne.“ Von Ludwig van Beethoven wird der Ausspruch überliefert:  „Allzeit habe ich mich zu den größten Verehrern Mozarts gerechnet und werde es seyn bis zum letzten Lebenshauch.“

Die Variationen für Klavier über „Bey Männer welche Liebe fühlen“ ist ein Werk von Beethoven, den eine Lithografie nach Kriehuber von R. Schein auf einem Tableau mit Mozart und Haydn als die Trias der Wiener Klassik zeigt. Ein besonders reizendes Fundstück ist ein Schabblatt von Hugues Merle, auf dem Beethoven an einer Orgel spielt, während Mozart die anwesenden Zuhörer zum Stillsein auffordert.

 

Im letzten Lebensjahr Mozarts ist die „Zauberflöte“ entstanden. Sie wurde bald zu einer der meist gespielten Opern, die nicht unwesentlich bis heute zur Verehrung Mozarts beiträgt. Zum Schmunzeln sind Notenblätter und –hefte, die Mozart unterschoben wurden.

So ließ Constanze die Kompositionen ihres Sohnes Franz Xaver Wolfgang Mozart stets mit W.A.Mozart fils oder Sohn drucken, während eine Ariette avec Variations pour le Clavecin ou Piano Forte von Anton Eberl überhaupt fälschlich Mozart zugeschrieben wurde. Das alles sind Beweise, wie mächtig das Andenken an dieses Genie durch alle Zeiten weiterwirkt und Wolfgang Amadé Mozart zum wohl bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte aufsteigen ließ.

Leopold Mozart (1719 – 1787): Brief an Maria Anna, ÖNB, Musiksammlung
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