Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Die Kraft aus dem Einen (Detail)

Gotthard Fellerer: Bilder zum Denken und Ahnen

Eröffnung der Ausstellung Smaragdene Tafeln

Eintauchen in das Mysterium der Tabula Smaragdina

Gotthard Fellerer ist ein Universalkünstler, einer, der Musik macht, Texte schreibt, Ausstellungen kuratiert etc. und er ist Maler; Maler deswegen, weil er damit ausdrücken kann, was sich anders nicht sagen lässt. Mit Worten schwer zu erklären ist auch das Geheimnis der Smaragdenen Tafeln, der Tabula Smaragdina. Man mag davon gehört haben, aber oft nicht mehr als ein Raunen über das Urgeheimnis der Welt, das Secretum secretorum, wie es von der Gottheit Hermes Trismegistos oder dem ägyptischen Gott Thot auf smaragdenen Tafeln aufgeschrieben worden sei. Alchemisten und Esoteriker haben sich dieser Texte, die im späten Mittelalter aus von arabischen Manuskripten ins Lateinische und später auch ins Deutsche übersetzt wurden, bei ihrer Suche nach dem Arcanum befleißigt, sie aber in ihren Kreisen bewahrt, also vor den Uneingeweihten genauso versteckt gehalten wie Hermes, der seinen Nachkommen aufgetragen hätte, sie zu suchen, um das Wissen zu gelangen. Der Wegweiser dorthin ist die Hermetik, eine in der Antike wurzelnde Offenbarungs- und Geheimlehre.

Alles lebt Smaragdene Tafel von Prof. Gotthard Fellerer

Sie prägte das naturwissenschaftliche Weltbild bis in die Neuzeit und parallel dazu den Okkultismus.

 

Dieses mehr vom Ahnen als von klarer Erkenntnis erfüllte Erbe unserer Philosophien erlaubt dem Gefühl eher den Zugang als dem Kopf

Bilder sind damit der Schlüssel zu diesen Texten, von denen Gotthard Fellerer den „geheimen XIII. Hymnus“ ausgewählt hat, um ihn mit den Mitteln des Malers zu deuten und den Betrachter in dieses Spiel um eine Lösung des geheimnisvollen Inhalts der Tabula Smaragdina miteinzubeziehen. Dazu genügt es aber nicht, die fein gemalten Bilder zu betrachten. Den wissensmäßigen Hintergrund bietet ein Katalog zu dieser Ausstellung im Figaro Saal des Kulturzentrums Palais Pálffy. Er neben Einführungen von Dr. Gunda Ebhart und Gerhard Habarta Ausschnitte in einer Nachdichtung von Gotthard Fellerer aus dem XIII. Hymnus, die den Bildern mit Titel wie „Alles geschieht aus sich heraus“, „Alles ist zugleich materiell und antimateriell“ oder „Der Vater ist die Sonne und die Mutter der Mond“ gegenübergestellt sind, so auch die Kernaussage der Smaragdenen Tafeln, ein Stück Weisheit, das man zur geistigen Verdauung mitnachhause nehmen sollte: „Was oben ist, ist wie das, was unten ist, um die Wunder eines Dinges zu durchdringen.

Alles fließt Smaragdene Tafel von Prof. Gotthard Fellerer

 

Endlich ein Museum für die Wiener Schule und den Phantastischen Realismus

Botschafter einer geheimnisvollen Welt

Das Phantastenmuseum am Josefsplatz ist zweifellos eine reizvolle Bereicherung der Wiener Museums-Landschaft und eine Bühne für ureigene österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts. Man fragt sich, warum es ein solches Museum nicht schon längst gegeben hat. Ganz einfach, weil sich bisher – abgesehen von einigen wenigen Ausstellungen – noch niemand der Wiener Schule und dem Phantastischen Realismus angenommen hat, oder es gewagt hat, sich in einer Zeit radikaler Gegenwartskunst altmeisterlich arbeitenden Malern ernsthaft anzunehmen.

 

 

Kurator Gerhard Habarta, u.a. Redakteur des Lexikons der phantastischen Künstler, hatte den Mut, nun in den mit Kultur getränkten Räumen des Palais Palffy – einem zentralen Ort; das Palais liegt an einem der Hauptströme kulturinteressierter Wienbesucher zwischen Hofreitschule und Albertina – diesen Künstlern den ihnen gebührenden Rahmen zu geben.

Am 15. Jänner 2011 wurde das Phantastenmuseum eröffnet, mit dem Schwerpunkt auf noch lebende Vertreter der beiden Richtungen wie Aric Brauer und Ernst Fuchs. In der Zwischenzeit gab es bereits einige bemerkenswerte Sonderausstellungen (Im Anhang wird regelmäßig darüber berichtet). Alle diese Künstler zählen im weiteren Sinn zu den Phantasten, zu den Botschaftern einer geheimnisvollen Welt, die sie bereits betreten haben und zu der sie dem Betrachter in ihren Bildern die Tür gerade so weit öffnen, dass jedermann mit Vergnügen eintreten kann.


Bilder anklicken zum Vergrößern

r.g.o.: Kurt Regschek, „St. Stephan“, 1993

l.o.: Christian Flora, Burlesque, 2009

r.o.: Ansicht Phantastenmuseum

r.: Kurt Ingerl, Gegürtete, ca. 1992

g.l.: Fritz Aigner, Saure Gurkenzeit, 1971

l.r.: Gerhard Habarta l.u.: Ausst.ansicht

r.u.: Rudolf Hausner, Adam massiv. 1969

Titels.: Plakat, 3. Pintorarium-Aktion München 1967

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