Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Soundtest im AVL-Akustiklabor © AVL List GmbH

weiter_gedacht_ ein neues Zukunfts-Ausstellungsformat

Medienfassade Klubhaus St. Pauli © MultiVision

Mitmachen bei der bereits gegenwärtigen Zukunft

Einsteigen in die Seilbahngondel in La Paz und statt im Autobus oder dem eigenen Wagen im Stau hoch über der Stadt dahin gleiten! Die Linea Roja macht es möglich und bringt ihre Fahrgäste vom Vorort El Alto zum Hauptbahnhof im Zentrum und von dort zum Einkauf auf den großen Wochenmarkt. Um uns geübte Straßenbahnfahrer derart völlig neues Öffi-Feeling zu ermöglichen, wurden zwei Kabinen der Luftseilbahn ins Technische Museum Wien verfrachtet. Ein Filmteam hat die Fahrt in La Paz von der Seilbahn aus aufgenommen, um die Besucher den faszinierenden Eindruck einer solchen Fahrt mittels 4K-Technik unmittelbar erleben zu lassen. Ob man danach auch überzeugt ist, dass diese Form des Massentransports die Zukunft sein könnte, ist eine andere Frage, zumindest aber sollte man nicht übersehen, dass so eine Seilbahn bis zu 5.000 Personen pro Stunde und Richtung transportieren kann und damit 100 Busse oder 2.000 Autos ersetzt.

La-Paz-Gondel zum Ausprobieren: Seilbahnkabine in der Stationssituation © Technisches Museum Wien

„Urban mobility“ ist ein zwar wesentlicher, aber im Grunde auch nur ein begrenzter Teil des Zusammenlebens von Millionen Menschen in der Großstadt von morgen. Es beginnt bei der Versorgung mit Grün, die im Vertical Farming noch vieler Ideen bedarf. Der Anfang ist aber gemacht, mit der Hydroponic-Forschungsanlage der BOKU Wien. Kräuter und Erdbeeren werden im Museum gedeihen, während Nährstoffe im geschlossenen Wasserkreislauf herangebracht werden. 150 Pflanzen sind übereinander gestapelt, werden per LED beleuchtet und von Studenten und Wissenschaftlern der BOKU Wien scharf beobachtet. Zwei Jahre lang wird man sich überzeugen können, ob sich Natur auch senkrecht entwickeln kann.

Diese Anlage ist ebenso Objekt in „Die Zukunft der Stadt“, die, wie man hier deutlich sieht, weltweit bereits stattfindet. Aber gleichzeitig ist diese Idee mit dem im Heute geerdeten Blick nach vorne eine Herausforderung, Hirn und Fantasie in Gang zu setzen. „weiter_gedacht_“ ist das neue, dreiteiige Ausstellungsformat des Technischen Museums Wien mit dem Schwerpunkt Innovation und Technik. Forschung und Entwicklung sollen damit in den nächsten Jahren ins Zentrum gerückt werden, quasi als Dienstleistung und Anreiz das Museum zu besuchen, oder wie es Direktorin Gabriele Zuna-Kratky formuliert: „Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, sich über die laufenden Entwicklungen zu informieren und aktuelle Innovationen zu verstehen. Forschung betrifft uns alle und ich bin mir sicher, dass wir mit unseren Ausstellungen Neugier und Begeisterung – insbesondere bei den Jugendlichen – wecken können.

Einbau für die Ausstellungsserie „weiter_gedacht_“ © Hertha Hurnaus
Technisches Museum Logo 300

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