Kultur und Wein

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Bezahl wird nicht! Ensemble © Lilli Crina Rosca

Bezahlt wird nicht! Eine linke Satire so recht zum Lachen

Asli Kislal (Antonia), Stefano Bernardin (Karabinieri) Markus Kofler (Giovanni) © Lilli Crina Rosca

Mit einem Schuss Zitrone schmeckt sogar Hundefutter ganz brauchbar

Klamauk mit dem Prekariat? Geht denn das? Dario Fo hat mit der Farce „Non si paga! Non si paga!“ (1974) bewiesen, dass es möglich ist. Menschen, die ihren Job verlieren oder so wenig verdienen, dass es nicht einmal zum leben reicht, das sind seine Protagonisten. Der Italiener Dario Fo hat natürlich mit ausufernden Streiks und temperamentvollem Aufruhr andere Erfahrungen als wir Österreicher, die in solchen Dingen eher raunzerische Lethargie an den Tag legen und ihr Heil in der Wahl von Dummköpfen suchen. So lässt er das Stück mit der Erstürmung eines Supermarkts beginnen. Es sind die Frauen, denen das Fressen vernünftigerweise vor die Moral geht. Die gestohlenen Nudelpackungen müssen vor dem Ehemann und der Polizei versteckt werden und werden im Handumdrehen zum Babybauch, der allseits Verwirrung stiftet. Ihre Männer sind gegen solche Raffinesse freilich arme Patscherln, die ihren Hunger aus einer Dose mit Hundefutter und einer Suppe aus Hirse, die eigentlich für den Kanari bestimmt wäre, zu stillen versuchen.

Sascha Tscheik (Luigi), Gioia Osthoff (Margherita) © Lilli Crina Rosca

Hubsi Kramar hat „Bezahlt wird nicht!“ für das Theater Akzent inszeniert. Geworden ist daraus eine schwungvolle Kreuzung aus Neoverismo und Mundl Sackbauer. Die beiden Frauen Antonia (Asli Kislal) und Margherita (Gioia Osthoff) sind die vitalen Italienerinnen, die ihr Gfrett mit den viel zu moralischen Männern Giovanni (Markus Kofler) und Luigi (Sascha Tscheik) haben. Dass diese beiden Herren lautstark auf Wienerisch räsonieren, ist damit kein Zufall, ebenso wenig wie der g´scherte Zungenschlag des Polizisten.

Stefano Bernardin ist übrigens ein Meister im Wechseln der Rollen. Blitzschnell tauscht er die putzige Uniform des Wachtmeisters mit der strengen Montur der Karabinieri, wird zum gespenstischen Bestatter und gleich darauf zum alten Vater, der den Bescheid für die Delogierung überbringt. Gemeinsam schaffen es diese fünf Schauspieler, mit enormem Elan sich über Verzweiflung jeglicher Art lustig zu machen und mit einem im Grunde todtraurigen Stoff das Publikum zum Lachen zu bringen.

Sascha Tscheik (Luigi), Markus Kofler (Giovanni), Stefano Bernardin (Totengr.) © Lilli Crina Rosca

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