Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Wolfgang Tockner am Klavier © Andreas Anker
Alexander Waechter in Komik & Noten © Andreas Anker

Ernst genug zum Lachen und zum Weinen komisch

Waren das noch Zeiten, als ein Klavier und ein Sänger genügten, um ein Publikum einen Abend lang köstlich zu unterhalten! Alexander Waechter hat dieser schönen Tradition wieder Leben eingehaucht. Sein Programm „Komik & Noten“ erinnert an die Größen des Wiener Kabaretts. Er selbst schwärmt von einer unglaublichen Geniedichte, die im vorigen Jahrhundert diesbezüglich am Schaffen war. Sie alle haben die Wiener Kabarett-Philosophie des „Liebevollen Zynismus“, wie Waechter es bezeichnet, entwickelt. Der Bogen reicht von freundlich lustig über satirisch heiter bis tiefschwarz, in jedem Fall aber immer mit treffenden Pointen, die ernst genug zum Lachen, aber auch zum Weinen komisch sind. Die Namen Armin Berg, Hermann Leopoldi, Georg Kreisler, Helmut Qualtinger oder Gerhard Bronner sind zumindest der älteren Generation nach wie vor ein Begriff. Ihre Lieder wurden zum Teil sogar Schlager und die Refrains zu beliebten Zitaten, wenn man in einer Gesellschaft Witz und Esprit beweisen wollte.

Alexander Waechter in Komik & Noten © Andreas Anker

Wie beliebt sie nach wie vor sind, zeigt der Ansturm auf die Vorstellungen im kleinen Kellertheater franzjosefskai21. Am 1. April hätte mit Komik & Noten Schluss sein sollen, mittlerweile wurde aber (zumindest vorläufig) bis 30. April verlängert, und mit dem Prinzipal seiner eigenen Bühne lässt sich sicher auch über weitere Termine reden. Schließlich sind Titel wie „In der Barnabitengassen“, „Tauben vergiften“, „Der Überzieher“ oder „Das Tröpferlbad“ gute Bekannte, die man gern wieder trifft, und bei „Schnucki, ach Schnucki“ darf das Publikum sogar kräftig mitsingen. Begleitet wird Alexander Waechter am Klavier von Wolfgang Tockner oder Sophie Schollum. Die wie selbstverständlich zugespielte Unterlage gibt Waechter die Freiheit, neben dem Singen auch den Schauspieler leben zu lassen, der in dieser geglückten Kombination die alten Großmeister in neuer Frische präsentiert.

theater franzjosrfslai21

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