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Gewinnen Sie eines von drei Exemplaren des spannenden Krimis Altenteil von Rainer Nikowitz.

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Gewinnspiel

 

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Die Verlosung findet am So., 25. Feburar 2018 statt.

Den Gewinnern wird ein Exemplar per Post zugesandt.

 

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

ALTENTEIL Ein Kiffer als Amateurkieberer

Altenteil Cover 900

Mordserie ausgerechnet in einem Haus zum Leben

Für zart besaitete Seelchen ist dieses Buch ja wirklich nicht geschrieben. Aber wer Krimis liest, von dem darf angenommen werden, dass er auch den schrägen bis morbiden Humor eines Rainer Nikowitz goutiert. Man braucht wirklich nur ein paar Zeilen hineinzulesen und ist von der sprühend pointierten Sprache des an sich beim „profil“ werkenden Autors angetan. Dass der Schauplatz seiner Morde ein Haus zum Leben ist, also ein Wiener Pensionistenheim, mag Geriatriephobe im ersten Moment abstoßen. Wer will schon mit dem Alter konfrontiert sein. Am wenigsten der, der ohnehin schon alt ist. Aber auch im letzten Lebensabschnitt kann es sich ordentlich abspielen. Sex & Crime gibt es auch jenseits der vom Jugendwahn geprägten Gesellschaft. Damit sind alle verdächtig, als der Vilimsky, ein sexuell noch sehr umtriebiger Senior, in einer auf Kochgang eingeschalteten Waschmaschine herumgewirbelt wird.

Entdeckt wird er von Suchanek, einem Kiffer, der seine Diversion im Altersheim abdienen muss. Was diesen Burschen wiederum nächtens dort hinab geführt hat, ist eine andere Geschichte. Aber irgendwie reimt sich am Ende alles zusammen, wenn es zum Showdown mit dem Täter kommt.

 

Erschienen ist „Altenteil“ bei Rowohlt POLARIS und ist bereits der dritte Fall, in dem Suchanek ermittelt. Erstaunlicherweise wohnt diesem an sich labilen Typen, der seine Zeit am liebsten mit dem Rauchen von Gras verbringt, das Bedürfnis inne, auf Mörderjagd zu gehen – wenn auch nicht immer freiwillig. Aber dank Rainer Nikowitz verliert sein Suchanek auch in den aussichtslosesten Situationen nicht seinen Schmäh. Der Autor selbst hat sich die Frage gestellt, ob man sich über alte Menschen lustig machen darf, und stellt sich gleich die Gegenfrage: „Warum nicht?“ Erstens macht sich niemand lustig, wenn er mit Augenzwinkern die Schrullen einer Ansammlung von Greisen und Greisinnen beschreibt, zweitens wäre es, so Nikowitz, eine Diskriminierung dieses Teils der Gesellschaft, wenn man ihn einfach übersehen, besser gesagt, aus dem Bewusstsein verdrängen würde. So darf er zum Beispiel drei gehbehinderte Herren in ihren Rollstühlen launig als Speed-Junkies bezeichnen. Der eine ist Jack Brabham, der zweite Graham Hill und der dritte Juan Manuel Fangio. Sie wollen von Suchanek in höchstmöglichem Tempo durch den Garten geschoben werden und geraten dabei ordentlich ins Kabeln, wer denn aus der Poleposition starten dürfte. Sie streiten so lange, bis einer davon ausscheidet – durch ein unnatürliches Ableben.

Dass es bei derart gewaltgetränkten Angelegenheiten auch einen offiziellen Ermittler, also einen Polizeikommissar gibt, ist Nebensache. Die Hauptarbeit an der Aufklärung der Mordserie im Haus zum Leben erledigt Suchanek, der kiffende Amateurkieberer, der eigentlich alles andere will, als sein Lebtag lang Polizist zu spielen. Viel lieber säße er unbeachtet von Polizei und Gerichten bei einem Joint, aber davor wird ihn wohl Rainer Nikowitz nach dem durchschlagenden Erfolg seiner Bücher noch etliche Male bewahren.

Rainer Nikowitz bei einer Lesung in der Sargfabrik am 22.01.2018
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