Kultur und Wein

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Ausstellungsansicht "Hund&Katz" © NHM Wien, Alice Schumacher

HUND & KATZ Nicht streicheln, trotzdem angreifen!

Ausstellungsansicht "Hund&Katz" © NHM Wien, Alice Schumacher

Was es für Frauerl und Herrl noch alles zu Lernen gibt

„Was denken sie bloß“ ist eine der größten Fragen der Menschheit, seit sie sich Hund & Katz zu Hausgenossen gemacht hat. Wenn der Stubentiger mit halbgeschlossenen Augen seit Stunden bewegungslos auf einem Fleck liegt und mit seinen Gedanken, so er welche hat, weit weg in der Katzenwelt ist, was gäbe man nicht, um ihm dorthin folgen zu können. Dieser Schritt in sein geheimnisvolles Universum wird uns Menschen wohl ewig verborgen bleiben, wenngleich die Wissenschaft, genauer gesagt die Verhaltensforschung, bereits ungewöhnliche Experimente entwickelt hat, um mit den Vierbeinern sehen, hören und fühlen zu können. Als Besucher der Ausstellung „Hund & Katz“ hat man die Möglichkeit, sich spielerisch darüber zu informieren, was die Katze mit heulen, fauchen, zischen, schreien, knurren und gurren meinen könnte. Die Zuordnung der verschiedenen Lautäußerungen ist nur eine der zahlreichen Stationen, an denen Erwachsene, vor allem auch Kinder, Hand anlegen können, um dem Gemütszustand ihrer pelzigen Lieblinge auf die Spur zu kommen.

Ausstellungsansicht "Hund&Katz" © NHM Wien, Alice Schumacher

Eine Warnung sollte in diesem Zusammenhang die gewaltige Zahl an Nachwuchs sein, die ein Katzenpaar in wenigen Jahren auslösen kann. In vier Jahren wären es über 20.000 Katzen, gäbe es nicht die Sterilisation, mit der eine solche Explosion verhindert wird. Man kann seine Sportlichkeit mit der von Hunden und Katzen vergleichen. Wir sind Verlierer auf der ganzen Strecke, vom Hochsprung angefangen bis zum Slalomlauf, von unseren Sinnen ganz abgesehen, die nur einen Bruchteil der Empfindungen von Hund und Katze aufnehmen können.

Hundeskelett von Ossarn

Gestaltet wurde die Schau von der „Stadt der Wissenschaften und der Industrie“ in Paris und vom Naturhistorischen Museum Wien adaptiert. Aus dessen Beständen stammen die Präparate und Skelette, um die Anatomie, das jetzige Aussehen und die Vorfahren von Hund und Katze zu dokumentieren. Erstmals in einer Ausstellung zeigt das NHM Wien sensationelle Funde von über 12.000 Jahre alten Mumien von jeweils zwei Hunde- und Löwenbabys aus dem sibirischen Permafrost.

Ein Ahnung von der langen Zeit, die uns der treue Hund begleitet, gibt das Hundeskelett von Ossarn bei Herzogenburg. Gefunden wurde es in einem Kindergrab aus der Jungsteinzeit und ist ca. 4.500 Jahre alt.

 

Nachdem uns speziell die Katzen an Beliebtheit auf YouTube, Facebook und Co. längst den Rang abgelaufen haben, kann das Cat Video Festival vom 14. Oktober bis 11. November 2017 auf der großen Leinwand im Vortragssaal des NHM Wien durchaus als Highlight im reichhaltigen Begleitprogramm angesehen werden.

Am Social-Media-Fotowettbewerb „Instalove für Hund & Katz!“ kann sich jeder beteiligen, der nichts lieber als die Streiche seines Streicheltieres fotografiert und die dabei entstandenen Filmchen für seine Friends postet. Sie brauchen ihr Foto nur unter dem Hashtag #huk2017 auf Instagram zu teilen, schon sind Sie Teil der Ausstellung, denn die eingereichten Fotos sind anschließend dort zu sehen. Die drei besten werden mit tollen Preisen prämiert.

Ausstellungsansicht "Hund&Katz" © NHM Wien, Alice Schumacher
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