Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Gewinnen Sie mit Kultur & Wein jeweils eine Eintrittskarte für das Dinner Theater im Schönbrunner Stöckl. Zur Auswahl stehen die folgenden Termine:

Kaiser & Schmarren am 8.6.18

Amore Mio am 14.9.18

Vive la France am 28.9.18

Yes Sir am 12.10.18.

Näheres zu den einzelnen Programmen finden Sie auf dieser Seite.

Zur Teilnahme klicken Sie auf den Button

 

Gewinnspiel

 

Ein Mail öffnet sich, Name, Adresse und Terminwunsch eintragen und abschicken. Die Gewinner werden am 23. Mai 2018 gezogen. Die Tickets werden an der Abendkassa hinterlegt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Tamara TRojani, Lado, Konstnatin Schenk © Schönbrunner Stöckl

AMORE MIO Lasciate mi cantare, mangiare e benessere

Konstantin Schenk, Tamara Trojani © Schoinbrunner Stöckl

Singen, essen und wohlfühlen oder anders gesagt: Ein italienischer Abend im Schönbrunner Stöckl

Maestro Konstantin Schenk ist der Meinung, dass die einzige Bastion, die nicht von Frauen erobert werden kann, der Tenor ist. Kaum hat er diese leise männliche Hoffung ausgesprochen, erscheint schon ein erstaunlich schlanker Pavarotti persönlich, singt mit strahlendem Sopran eine Arie nach der anderen und zerstört somit den letzten Traum vom richtigen Mann, wie man ihn angeblich nur mehr in Italien findet. Im schwarzen Frack steckt niemand anderer als Tamara Trojani, die das weiße Taschentuch schwingend virtuos zwischen hohem und tiefem Register wechselt, je nachdem, ob Opernstimme oder rauchiges Timbre erforderlich ist. Gemeinsam mit Konstantin, der seine Hetz mit der Rolle als Pantoffelheld hat, erarbeitete sie dieses Programm. „Amore Mio“ ist das Motto des Abends, mit dem die beiden musikalischen Wirtsleut´ ihr Publikum zu einer „Italienischen Nacht mit Klassik, Schmalz und Spaß“ einladen. Der im Friaul geborene Entertainer und Ladykiller Lado verführt mit seiner Reibeisenstimme a la Adriano Gelentano zu einem Urlaub mit Sonne, Strand und Meer.

Tamara Trojani im Urlaubsaoutfit © Schönbrunner Stöckl

Geheimnisvollerweise erkennt er sogar am Geruch eine echte Italienerin, was an Ort und Stelle mit weiblicher Hilfe aus dem Publikum bewiesen wird. Die rote Vespa als Symbol der Freiheit auf den Landstraßen des Stiefels, das Paddel des Gondoliere und ein Fiasco (Korbflasche) mit Chianti schaffen als Requisiten die Träume von einer Reise in den Süden. Die Zuschauer kennen fast jede Nummer und singen begeistert mit, wenn es um die Einladung „Komm ein bisschen mit nach Italien“, um „That´s Amore“ oder um das emotionale Abheben in „Volare“ geht.

 

Zwischen Hadern wie „Ciao Ciao Bambino“, „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ und dem absoluten Ohrwurm „Azzuro“ gibt´s mediterranes Futter. Das Antipasto macht mit Lardo, friulanischer Salami und Käse Appetit auf den Primo Pasto aus Tagliatelle mit Pilzen und Flusskrebsen. Zum Secondo wird Ossobuco serviert, der an einen Columbo-Film erinnert.

Ein Mafiaboss lädt den Inspektor zum Essen ein und stellt fest, dass nur sein Koch dieses Gericht so butterweich zubereiten könne, dass es auf der Zunge zergeht. Allerdings hat er Küchenchef Rudi nicht gekannt und hätte diesen wohl auf der Stelle als Leibkoch in seine Dienste genommen. Der Knochen mit dem Loch in der Mitte inspiriert den Pianisten Konstantin zu einer recht unanständigen Ansage. Der Gag ist aber ebenso süß wie das Dolce, ein Tiramisu, das diesen Ausflug nach Italien kulinarisch beschließt.

Tamara Trojani, Lado © Schönbrunner Stöckl

Kaiser & Schmarren Ensemble © Schönbrunner Stöckl

KAISER & SCHMARREN Imperiale Einschulung für Wienbesucher

Tamara Trojani, Konstantin Schenk © Sönbrunner Stöckl

Es hätt´ ihn sehr gefreut, den Monarchen in Hotpants und Holzpyjama

Als gelernter Österreicher weiß man ja, was wir an unserem Kaiser haben. Nicht umsonst essen und trinken wir fast tagtäglich irgendwas Imperiales. Alles was nur irgendwie gut und teuer ist, hat den noblen Titel vorangestellt: Kaisergulasch, Kaiserfleisch oder Kaiserspritzer sind nur eine kleine Auswahl der kulinarischen Reminiszenzen an den Herrn des Doppeladlers. Der Wappenvogel hat zwar einen Kopf eingebüßt, nichts verloren hat jedoch unsere Verehrung für Franz Joseph, der viele Generationen lang einfach da war als hätte es nie was anderes als ihn gegeben. Mit seinem Kult wurden hemmungslos Lipizzaner, Sängerknaben und Riesenrad verschmolzen und auf einem wunderbar kitschigen Wiengemälde vereint. Warum sollte ein Tourist schon nach Wien kommen, wenn es keinen Kaiser gäbe?! Kein Schwein kümmert sich darum, dass er schon über 100 Jahre tot ist. Kaiser Franz Joseph ist lebendig wie nur irgendein Star, der unserer Tage grad die Stadthalle füllt. Allerdings braucht es einige Nachhilfe, um die Feinheiten dieses so urösterreichischen Phänomens auch zu begreifen.

Tamra Trojani als Sisi im prächtigen Kleid

Genau das haben sich die beiden musikalischen Wirtsleute des Schönbrunner Stöckls zur Aufgabe gemacht. Sie haben dem Kaiser, also den ehemaligen Hausherren ihres Etablissements, einen ganzen Abend gewidmet, mit viergängigem Menü, das g´schmackig auf die Hoftafel abgestimmt ist. Unter dem Motto „Kaiser & Schmarren“ bemühen Tamara Trojani und Konstantin Schenk köstlich wienerisches Englisch, um auch Besucher aus der Ferne in das Wiener Lebensgefühl einzuweihen.

Konstantin Schenk, Richard Knall © Schönbrunner Stöckl

Ihnen zur Seite steht Richard Knall, der vom ahnungslosen Piefke oder dem b´soffenen Badewaschl über den Kammerdiener Ketterl bis zum vom Himmel herabgestiegenen Kaiser selbst alle übrigen Rollen wie selbstverständlich übernimmt. Man muss gar kein Tourist sein, auch als Eingeborener erfährt man so allerhand Tratsch, wie er seinerzeit bei Hofe kursiert sein mag. Dass Franz Joseph privat in seiner Freizeit am liebsten Lederhosen, die respektlos als Hotpants bezeichnet werden, getragen hat, ist nur einer dieser kleinen Aspekte, die einem den großen Herrn nahebringen. Das Stöckl-Team scheut auch nicht davor zurück, den Kaiser, versteckt in einem Sarg, oder wie es hier heißt, Holzpyjama auf der Bühne  zur Schau zu stellen, um dazu zu erklären, dass er als erster Habsburgischer Herrscher samt Herz und Innereien bestattet wurde. Sisi gibt Tamara Gelegenheit, im prächtigen selbstentworfenen Kleid aus dem Musical Elisabeth die Nummer „Ich gehör´ nur mir“ zu Herzen gehend zu singen, um beim Kaiserwalzer von Konstantin grad so wie vom seligen Schani Strauß auf dem Klavier begleitet zu werden.

Mit einer Entenleberpastete, gefolgt von einer klaren Rindsuppe mit Kaiserschöberl und auf den Punkt gebratenen Schweinsmedaillons wird der Appetit der Zuschauer auf den Höhepunkt des Abends vorbereitet. Selbstverständlich gibt es einen Kaiserschmarren. Zuvor hat man noch die Geschichte vernommen, wie es zu diesem Gericht gekommen ist. Sisi war bekanntlich sehr auf ihre Linie bedacht, dazu noch heikel und hat kaum was gegessen.

Drei Eier mit etwas Zucker sollte ihr der Koch zubereiten. Als sie das treffliche Omelette nicht verzehrt hat, soll es der Koch in seinem Ärger zerrissen haben. Der Kaiser hat sich seiner erbarmt und gemeint, er soll ihm diesen Schmarren servieren. Es hat ihm gemundet, grad so wie der Guglhupf der Katharina Schratt, seiner Seelenfreundin, die wie die Mutter von Franz Joseph, Prinzessin Sophie Friederike von Bayern, ebenfalls ihren Auftritt bei dieser wahrhaft kulinarischen Einschulung für Wienbesucher feiern darf.

Tamara Trojani © Schönbrunner Stöckl

Tamara TRojani, Konstantin Schenk © Schönbrunner Stöckl

YES, SIR! Ein (kulinarisches) Rendezvous mit Zarah Leander

Tamara Trojani als Zarah Leander © SChönbrunner Stöckl

Heut´ Abend lad´ ich mir die Liebe ein zu Köttbullar und Chokladbollar

Tamara Trojani, pardon, Leander! Also Tamara Leander und Konstantin Schenk, er ist noch kein Schwede, entführen ihr „genusssüchtiges“ Publikum mit „Yes, Sir!“ zurück in die Zeit, als aus Trichtergrammophonen und Röhrenradios die tiefe erotische Stimme von Zarah Leander zum Hinhören lockte. Diese schwedische Schauspielerin und Sängerin hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Faszination verloren. Wenn dann Tamara in ihre Rolle schlüpft, kann man sich einfach zurücklehnen und in Nostalgie eintauchen, mitsummen, wenn sie Evergreens wie „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“, „Bei mir bist du schön“, „Er heißt Waldemar“, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn“ oder „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ mit dem Timbre der von ihr verehrten Diva singt. Tamara, die dem Glamour der großen Zeit des aufkommenden Tonfilms mit einem stets zum Kleid passenden Stirnband – ihr charmantes Markenzeichen – noch eins draufsetzt, darf sich sogar beschweren. Es fehlt noch die Showtreppe, über die sie auf die Bühne des Schönbrunner Stöckls einschweben könnte.

Tamra Trojani als Zarah Leander © Schönbrunner Stöckl

Wer ist schuld dran? Natürlich Konstantin Schenk. der aber alles daransetzt, um seinen Gesangsstar, eben Tamara Leander, glücklich zu machen. Bis es soweit ist, wird zwischen den Songs auch aus der Biografie von Zarah Leander vorgelesen. Die Gäste dieses Abends erfahren, dass ihr Star aus gutem Grund nur über die Liebe gesungen hat. Sie hat selbst gesagt, dass 90 Prozent der Menschen die Liebe gegenüber der Politik bevorzugen, die für Zarah Leander ein dreckiges Geschäft war – wie recht sie doch hatte! Im letzten Moment wird der Bühnenaufbau geschafft. Jetzt fehlen nur mehr die Tänzer, die mit geschmeidigen Bewegungen die Dame umschwirren. Auch solche finden sich unter den Zuschauern. Kostümiert mit Instant-Frack werden sie, so der Pianist Schenk witzig, zu „Männerschnitten für die Schwedenbombe“.

 

Das Schönbrunner Stöckl nicht nur unter Theaterfreunden, sondern auch unter Gourmets längst eine beliebte Adresse. So wurde die Speisekarte für „Yes, Sir!“ ganz dem Anlass gerecht gestaltet. Ein Blick auf das Angebot macht neugierig auf schwedische Spezialitäten wie Baltik (Dorschleber mit Schalottenzwiebel in Balsamico auf Toast), Oxsvanssoppa (Ochsenschwanzsuppe mit Fleischstrudel), eine fisk plattan (Fischplatte), Köttbullar (faschierte Kugeln mit Schafkäse gefüllt) und zum Dessert besonders „myklet fin!!“ (köstlich) Chokladbollar.

Die Schokokugel mit Weichsel und Marzipan ist übrigens eine Erfindung der nunmehrigen Wahlschwedin Tamara, um den Show-Abend auch kulinarisch zu versüßen. Was hätte dazu der Kaiser gesagt, der seinerzeit garantiert immer wieder vom Schloss herüber auf einen huldigen Plausch mit seinen Untertanen gewandelt ist? Hätte er Schwedisch gekonnt, dann wohl „Smaklig Maltid! (Guten Appetit), nachdem er von den Wirtsleuten mit einem herzlichen „Välkommen!“ begrüßt worden war.

Helfer aus dem Publikum, Tamara Trojani, Konstantin Schenk © Schönbrunner Stöckl

Der Bühnensaal im Schönbrunner Stöckl © Michael Schuster

VIVE LA FRANCE Cabaret und Speisen – C´est magnifique

Szenenfoto Vive la France © Schönbrunner Stöckl

Ganz Paris träumt von der Liebe und von einem so zarten Bœuf Bourguignon

Tamara Trojani und Konstantin Schenk reisen nach Paris, in die Traumstadt aller Verliebten und sonstigen Genießer. Zuerst heißt es allerdings lernen, zum Beispiel die Sprache, die zwar wunderschön klingt, aber gar nicht so leicht zu beherrschen ist. Trottoir, Lavoir oder ordinaire mögen uns geläufig sein, wenn es aber darum geht, ein Schnitzel, also ein Escalope zu bestellen und der Kellner bringt eine Portion Escargot (Schnecken), wird die Sache schon komplizierter. Mit Musik lassen sich solche Schwierigkeiten jedoch viel leichter und vor allem köstlicher bewältigen. Sie ist auch das Grundrezept des reichhaltigen Menüs, das die beiden Künstler-Wirtsleut´ im Schönbrunner Stöckl mit ihrem neuen Programm „Vive la France“ dem Publikum servieren. Das Entrée mit dem Titel C´est magnifique verbannt jeden Zweifel, dass es anders werden könnte als großartig, genau wie die Les Hors d´œuvres, bestehend aus Entenbrust mit Orangenchutney und Chicoree, einer Gänseleberpraline im Mandelmantel auf karamellisiertem Apfel und einer Wildpastete, begleitet von Honigzwiebel und Estragon.

Tamara TRojani in Paris © Schönbrunner Stöckl

Der feine Teller hat den ersten Hunger beseitigt. Nun können sich alle Sinne auf den zweiten Teil der Show richten. Die beiden Parisbesucher finden einen charmanten Reiseführer namens Gilbert in der Person von Lado, einem begnadeten Entertainer. Ganz Franzose erobert er im Sturm das Herz von Tamara Trojani mit einer Stimme, die Gilbert Becaud und Charles Aznavour nach zwanzig Gitanes filterlos alle Ehre macht.

 

Genau in dem Moment, in dem sich wieder Appetit auf einen neuen Gang im Magen rührt, wird ein Bœuf Bourguignon serviert, das einem Paul Bocuse nicht zarter gelingen hätte können. So gestärkt übersteht man auch die Taxifahrt in einem Citroën 2CV, die am Eiffelturm vorbei ins Moulin Rouge zum Restaurant Le Consulat am Montmartre führt.

Immerhin ist ganz Paris ja auch ein Theater, das seine Kulissen braucht. Sie stammen vom südburgenländischen Künstler Norbert Art-Uro, der mit ein paar wenigen Aufbauten wie sich brav drehende Flügel der roten Mühle, einer Straßenszene mit Metro-Schild und dem französischen Kultauto aus Pappe Pariser Flair auf die Bühne des Schönbrunner Stöckls zaubert. Wenn Lado der Crème brûlée mit „L´important c´est la rose“ so richtig die Karamelkruste aufbrennt, indem er den Damen Rosen streut, ist es um Tamara völlig geschehen. Mit „La vie en rose“ wird sie ganz und gar zu Edith Piaf und lässt sich sogar hinreißen, beim Can-Can die Beine zu schmeißen, um letztendlich mit Überzeugung zu singen, dass sie nichts bereut, oder ganz original „Non, Je ne regrette rien“. Irgendwann schafft es Konstantin Schenk doch, seine Tamara von Gilbert loszureißen, um das Publikum bei Käsepotpourri und Baguette das musikalische Gourmetdinner, das übrigens unter der Patronanz der französischen Botschaft steht, genüsslich finalisieren zu lassen.

Konstantin Schenk, Tamra Trojani © Schönbrunner Stöckl
Dinner Theater im Schönbrunner Stöckl Lgo 300

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