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Leonismo, Ausstellungsansicht © Adrian Bedoy

Leonismo, Ausstellungsansicht © Adrian Bedoy

LEON LÖWENTRAUT Ein (sehr) junger Star der Malerei in Wien

Leon Löwentraut © Adrian Bedoy

Leon Löwentraut vor dem BA-Kunstforum Wien © Adrian Bedoy

Leonismo hat einen ganz bestimmten Nerv der Kunstszene empfindlich getroffen

Ausgestattet mit gewaltigem Talent, ohne von einer Akademie verbildet zu sein, versehen mit sympathischer Bodenhaftung, dennoch redegewandt und mit einem großen Herz für figurale Ästhetik, das ist Leon Löwentraut. Dass er 23 Jahre jung ist und erst kürzlich von Forbes mit „30 under 30“ zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der D-A-CH Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) unter 30 Jahren gewählt wurde, sind nur weitere Aspekte, diesen Maler als Ausnahme-Phänomen in einer Kunstszene zu betrachten, deren Kaufbereitschaft bei seinen Werken trotz beachtlicher Produktivität mittlerweile beinahe das Angebot übersteigt und Preise akzeptiert, die manch Großem durchaus zur Ehre gereichen würden. Seine Ausstellungsperformance umspannt mittlerweile den Globus.

Leon Löwentraut: Diego Velázquez © Adrian Bedoy

Leon Löwentraut: Diego Velázquez © Adrian Bedoy

Leon Löwentraut: Carioca © Adrian Bedoy

Leon Löwentraut: Carioca © Adrian Bedoy

Dieser umwerfende Erfolg mag darauf beruhen, dass sein Stil schwer zuzuordnen ist. Die Bilder sind schön zum Anschauen, geben dem Betrachter Rätsel auf und ziehen die Augen in ein Gewirr von Linien, die mit Pinsel, Rakel und etlichen anderen Techniken wie zufällig auf den Maluntergrund aufgebracht wurden. Neben eruptiver Spontaneität spiegeln sie dennoch letztlich einen strengen Kosmos wider. Dass Löwentraut sein Handwerk beherrscht, beweisen die Zeichnungen mit Kohle auf Büttenpapier. Jeder Strich sitzt und hat Kraft, lässt nicht die geringste Ängstlichkeit vor dem teuren handgeschöpften Material erkennen, das Löwentraut ähnlich wie das Gold in seinen Gemälden als Wertschätzung der Kunst an sich ansieht.

Leonismo, Ausstellungsansicht © Adrian Bedoy

Leonismo, Ausstellungsansicht © Adrian Bedoy

Der Begriff LEONISMO ist einfach eine Ableitung des Vornamens, wird aber aus all dem bisher Gesagten verständlich. Für den Münchener Kunstexperten, Verleger und Kurator Manfred Möller ist Leon Löwentraut mehr als eine Entdeckung. Möller selbst sagt, dass ihm so etwas wie dieser Künstler in seiner langen Karriere einfach noch nie begegnet ist. Er hat daher auch diese neu entstandene Richtung als Titel der Wanderausstellung gewählt, die bis 31. Juli 2021 im Bank Austria Kunstforum Station macht. Für Löwentraut selbst ist das Gemälde „Diego Velázquez“ das zentrale Werk, eine Verbeugung vor dem Spanier, der mit den Habsburgern auch hierzulande zum Begriff für geniale Porträtkunst geworden ist. An dieser Stelle merkt Leon an, dass Wien für ihn stets eine ganz besondere Inspirationsquelle ist. Er liebt diese Stadt und wird wohl wiedergeliebt werden. Man braucht sich nur dem Leonismo auszusetzen, seinen Tondi (Rundbilder), die bereits bei der Architektur Biennale in Venedig gezeigt wurden, den Videos, die ihn bei seiner impulsiven Arbeit im Atelier beobachten lassen, und den vielen, vielen lebensbejahenden Gemälden dieses außergewöhnlichen Stars junger Kunst, die sämtliche Räume des Kunstforums in gewohnt eleganter Hängung füllen.

Leon Löwentraut im Atelier © Adian Bedoy

Leon Löwentraut im Atelier © Adian Bedoy

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