Kultur und Wein

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Chandelier © Cirque du Soleil, Corteo

Chandelier © Cirque du Soleil, Corteo

CORTEO Schwebende Engel und fliegende Menschen

Hula-Hoop, Costumes: Dominique © Lucas Saporiti

Hula-Hoop, Costumes: Dominique © Lucas Saporiti

Artistik, Komödie und Poesie im Zauber der Manege

Es geht um einen fröhlichen Festzug, vielleicht irgendwo in Italien, ähnlich der Cavalleria Rusticana, bei dem Akrobaten, schöne Frauen und Clowns, angeführt vom Zirkusdirektor mit Pomp und Musik durch die Stadt ziehen. Nichts anderes heißt Corteo, die lustige Prozession. Beim Cirque du Soleil fliegen gleich die Engel mit und nehmen den biederen Mauro zu sich hinauf in den Himmel. Er darf aber immer wieder zurück auf die Erde, um zwischen den einzelnen Nummern in einem Mischmasch aus Italienisch, Englisch und Deutsch seine Kommentare abzugeben. Bis 26. September 2022 ist dieser besondere Zirkus in der Stadt, in der Stadthalle, wo aus Norden und Süden freie Sicht auf die Manege herrscht. Die Schwerelosigkeit scheint aufgehoben, wenn Artisten an Lüstern, Seilen, Stangen und Leitern ihre Kunststücke zeigen, immer begleitet von einem Soundtrack, der live von einer Kapelle zugespielt bzw. gesungen wird.

Bouncing Beds © Cirque du Soleil, Corteo

Bouncing Beds © Cirque du Soleil, Corteo

Tournik © Cirque du Soleil, Corteo

Tournik © Cirque du Soleil, Corteo

Bis heute spürt man trotz aller Perfektion dieser Produktion die urigen Anfänge, als 20 Straßenkünstler die Passanten begeisterten. Sie haben, das kann man wohl so sagen, den Zirkus neu erfunden und mit umwerfender Poesie auf freundlichste Weise die Welt erobert. In gut 450 Städten in 60 Ländern hat Cirque du Soleil bereits gastiert und über 180 Millionen Menschen in seinen Bann gezogen. Nicht anders verhält es sich in Wien, wenn das Publikum den Atem anhält, weil eine zarte Frau ihren muskulösen Partner durch die Luft wirbelt, und staunt nicht schlecht, wenn ein Kunstpfeifer virtuos klassische Melodien intoniert. Rührend sind die Auftritte der kleinen Menschen, so von Valentina, die an drei großen Ballons hängt und durch das Publikum segelt oder als Julia in einem Miniaturtheater von Romeo hofiert wird. Zurück nun zu Mauro. Er wird am Ende zum himmlischen Radfahrer, der von da oben gute Tipps für die Menschen drunten parat hält. Sie wurden immerhin Zeugen einer Komödie, deren Darsteller aus aller Herren Länder rekrutiert wurden und einen Abend lang unglaublich romantischen Zauber in der Manege verbreiten.

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