Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Ausstellungsansicht OPEN © kunst-dokumentation.com/Manuel Carreon Lopez

Ausstellungsansicht OPEN, Heidi Horten Collection, 2022, Foto: © kunst-dokumentation.com/Manuel Carreon Lopez

HEIDIHORTENCOLLECTION Der neue Ort für junge und jüngste Kunst

Lena Henke, UR Mutter, 2019 Heidi Horten Collection, © die Künstlerin

Lena Henke, UR Mutter, 2019 Heidi Horten Collection, © die Künstlerin

Now OPEN – Ein eigenes Museum für die erstaunliche Sammlung von Heidi Goëss-Horten

Ein Dino fängt den Blick des Eintretenden; besser sein Gerippe, ähnlich den Artgenossen im Naturhistorischen Museum. Anstelle der Knochen sind es jedoch Messingröhren und Schalltrichter von Blechblasinstrumenten. Als Titel dieses von Constantin Luser 2022 geschaffenen Urviehs liest man „Vibrosaurier“ und dazu eine kurze Erklärung: Der Kopf, der in den nächsten Stock hineinschaut, ist eine Tuba. Wo allerdings die vier Trompeten und die 20 Hörner sind, erschließt sich nicht so ganz. Für Trompeten sind die Trichter zu groß, eher sind es Posaunenstürze, wie auch die zahllosen Mundstücke, die genau in die Mensur der durchwegs zylindrischen Röhren passen. Das Waldhorn dürfte sich der Künstler überhaupt nur von der Ferne angesehen haben. Erstens hat ein solches Instrument eine konische Bohrung, zweitens ein auffällig kleines, trichterförmiges Mundstück. Aber wer weiß das schon! Künstlerische Freiheit! Das goldglänzende Skelett macht sich nämlich ausnehmend gut im Licht erfüllten Museum, das Heidi Goëss-Horten für ihre Sammlung im Innenhof des Gebäudes Wien 1, Hanuschgasse 3 und Goethegasse 1 einrichten ließ.

Damien Hirst, Love, Love, Love, 1995 © Heidi Horten Collection, Bildrecht Wien, 2022
Andy Warhol & Jean-Michel Basquiat, Collaboration (Paramount), 1984/85 © Heidi Horten Collection

o.: Andy Warhol & Jean-Michel Basquiat, Collaboration (Paramount), 1984/85 © Heidi Horten Collection, Bildrecht, Wien 2022

l.: Damien Hirst, Love, Love, Love, 1995 © Heidi Horten Collection, Bildrecht Wien, 2022

Die Lage zwischen Staatsoper und Albertina macht es zu einem wertvollen Teil der Hochkulturmeile Wiens. Engagiert wurde für den Umbau das Architekturbüro „the next ENTERprise“, die das ehemalige erzherzogliche Kanzleigebäude entkernt hat, nicht ohne bestehende Kabinette für spezielle Ausstellungen zu belassen. Die originale Fassade wird konsequent begrünt.

Ein Skulpturengarten bereitet die Besucher auf die gezeigte Kunst vor. Für das Innere gilt vorerst noble Sparsamkeit zumindest in der Dichte und Anzahl der Objekte. Die Augen haben also genug Gelegenheit, sich zwischen Arbeiten von Jean-Michel Basquiat, Brigitte Kowanz, Erwin Wurm und etlichen mehr auszuruhen. Jede einzelne kann als Schlüsselwerk ihrer Zeit und damit der Gegenwart durchgehen und steht stellvertretend für die vielen noch nicht gezeigten Werke der Sammlung. Ausgewählt wurden sie von kundiger Hand. Der Museumsgründerin zur Seite steht die ehemalige Generaldirektorin des Belvedere, Agnes Husslein, die auch beim Kauf bereits entscheidend mitzureden hatte. Für Heidi Goëss-Horten ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, den sie mit ihren Besuchern teilen will: „Ich sehe mein Museum als Ort des Entdeckens, den sinnlichen Erlebens, des Kunstgenießens – denn genau das war und ist die Kunst bis heute für mich: ein unverzichtbarer Genuss!“ OPEN ist demnach auch die Dauerausstellung, mit freiem Eintritt donnerstags von 18 bis 21 Uhr.

Constantin Luser, Vibrosaurier, 2022

Constantin Luser, Vibrosaurier, 2022

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