Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Graf Bobby & Baron Mucki, Ensemble © Gloria Theater

Graf Bobby & Baron Mucki im Spukschloss, Ensemble © Gloria Theater

GRAF BOBBY & BARON MUCKI ham´ ihre Hetz´ mit geerbten Gespenstern

Graf Bobby & Baron Mucki im Spukschloss, Ensemble © Gloria Theater

Graf Bobby & Baron Mucki im Spukschloss, Ensemble © Gloria Theater

Wir blättern im Bilderbuch von der Nachtbar bis ins gruselige Spukschloss

Was macht alter Adel ohne Geld? Entweder heiraten oder erben. Graf Bobby (Dorian Steidl) und sein ergebener Spezi Baron Mucki (Andreas Steppan) stehen vor eben dieser Frage. Beim Hunderennen haben sie den letzten Cent verspielt und verdingen sich vorübergehend in der Bar von Bruno (Reinhard Nowak), einem Unterweltboss, dem das Messer eben so leicht sitzt wie die Drohung, die beiden Schuldner mit Betonpatscherln in der Donau zu versenken. Beim Brainstorming, wie man dieser hochnotpeinlichen Lage entkommen könnte, verfällt man als erstes auf die reiche Witwe. Bevor jedoch mangels einer solchen nähere Heiratspläne geschmiedet werden können, taucht Claudia Rohnefeld als Notarin auf. Ihre Botschaft klingt verheißungsvoll. Graf Bobby hat von einer steinalten Tante ein Schloss geerbt. Also auf in den neu gewonnenen Reichtum! Als singende Klosterschwestern verkleidet wird das Fahrgeld gesammelt und die Reise in eine scheinbar sorgenlose Zukunft angetreten. Dort ist aus der Notarin die resche Evelyn geworden, eine Haushälterin, die schon monatelang auf ihr Gehalt wartet und die Ankommenden mit offenen Rechungen und Schuldscheinen auf den Boden der bitteren Realität zurückholt. In einem Bilderrahmen erscheint zudem der Hausgeist in Gestalt des Ex-Musketiers Louis Bruno de Favoris (wiederum Reinhard Nowak). Pünktlich um Mitternacht tritt dieser aus dem Gemälde heraus, um nach der längst verstorbenen Lady Mary und der damit verbundenen Erlösung zu suchen.

Graf Bobby & Baron Mucki im Spukschloss, Ensemble © Gloria Theater

Graf Bobby & Baron Mucki, Ensemble © Gloria Theater

Graf Bobby & Baron Mucki im Spukschloss, Ensemble © Gloria Theater

Graf Bobby & Baron Mucki, Ensemble © Gloria Theater

Die Story klingt also vielversprechend, schon im Titel „Graf Bobby & Baron Mucki im Spukschloss“ kündigt sich ein richtiger Schocker an, ein Thriller mit Untoten und Gespenstern.

Reinhard Nowak als Louis Bruno de Favoris © Gloria Theater

Reinhard Nowak als Louis Bruno de Favoris © Gloria Theater

Es wäre aber nicht das Gloria Theater, hätten nicht alle Beteiligten samt Publikum ihre Hetz bei dieser so herrlich unernsten Ghostbusterei. Co-Autor Leo Bauer hat mit schwarzer Heiterkeit inszeniert und Robert Notsch die Bühne mit einem riesigen Bilderbuch zum Szenenwechsel ausgestattet. Umblättern dürfen Sandra Hartlauer, Aurelia Lanker, Erik Bartoš und Alduin Gazquez, die zusätzlich eine ganze Reihe von Nebenrollen meistern. Wie ein Spuk aus verflossenen Tagen tauchen Musiknummern auf, Oldies der Schlagerszene wie Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“, mit dem die Jazz Gitti als Finanzexekutorin Renate ihre Sehnsucht nach eine Mann besingt, oder „Oh Lady Mary“ von Peter Alexander, das Hausgeist Reinhard Nowak gespenstisch falsch in die Nacht heult. Michelle Härle tröstet als Evelyns liebreizende Tochter Rita mit „Liebeskummer lohnt sich nicht“ (Siw Malmkvist) die in Emotionen verstrickten Alten. So viel darf verraten werden: Im finalen Chor „Steck dir deine Sorgen an den Hut“ sind glücklich alle Gespenster erlöst und die richtigen Paare haben sich, monetär nun bestens ausgestattet, zur Heirat gefunden.

Gloria Theater Logo 300

Statistik