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SALZBURGKILLER Wenn die KI unter Mordverdacht gerät...

Salzburgkiller, Cover 900

Salzburgkiller, Cover

Manfred Baumann lädt wieder ein, mit Kommissar Merana Salzburg gründlich zu entdecken.

Aufgefunden wird der Tote von der Katze Schnurliputz. Sie war von einem KI-gesteuerten Rasenmäher aus ihrem Garten vertrieben worden und auf Futtersuche zur Seebühne von Seeham gelangt. Dort lag Vinzent Fleck in seinem Blut, das sich wunderbar auflecken ließ. Der junge Mann war erstochen worden. Brüsk abgebrochen wurde damit eine vielversprechende Karriere als Kabarettist. Aufgefallen war er in Fachkreisen mit seinem Programm „KI – Killer für Idioten“, das dort am kommenden Samstag unter großer medialer Beteiligung Premiere feiern sollte. Als die Menschen ins Spiel kommen, ist als einer der ersten Kommissariatsleiter Merana zur Stelle. Mit seinem Team nimmt er die Ermittlungen auf. Autor Manfred Baumann zeigt in der Folge eine ungemein fundierte Kenntnis des kriminalistischen Ablaufes.

In pointierte Dialoge eingebettet werden die einzelnen Schritte der Erheber ausführlich geschildert, von Befragungen kurioser Zeitgenossen über interne Überlegungen bis zu den Verhören der Verdächtigen.

 

Baumann kennt aber auch die Stadt Salzburg bestens und übergibt sein Wissen an Merana, der auf seinen Wegen durch die Straßen und Gassen, von noblen Prachtbauten bis zu versteckten Ecken, die Leser wie ein gut geschulter Fremdenführer über Architektur, Kultur und Historie nicht im Unklaren lässt. Ein großes Thema ist freilich auch die Musik, deren Erlebnis allerdings zur persönlichen Angelegenheit des Kommissars wird. Man hört mit ihm Mozarts Konzert für Violine und Orchester Nr. 2, D-Dur, KV 211 mit dem Solisten Gidon Kremer in seinem Wohnzimmer.

Später besucht man an seineer Seite das Festspielhaus zu einer Aufführung von Orffs Carmina Burana. Meranas Kommentare sind begleitet von tief bewegenden Gefühlen, die in einem harschen Gegensatz zur Künstlichen Intelligenz stehen, die mehr und mehr Raum greift. Sie wird scheinbar zum todbringenden Player dieses Kriminalromans, der auch in den Tiefen von Wissenschaft und Wirtschaft eine Reihe von Motiven und Gelegenheiten ortet. Man ist also weniger gespannt als neugierig, welcher Salzburgkiller die scharfe Klinge geführt hat. Anderen ein Messer in den Rücken zu stechen schafft die KI jedoch nicht und hat vor allem auch eine andere entscheidende Schwäche, wie Baumann im Epilog feststellt: „KI kann inzwischen vieles. Unvorstellbar vieles. Das war Merana bewusst,. Aber glücklich sein, das vermag sie nicht. Das können nur wir Menschen.

Manfred Baumann © Christian-Streili

Manfred Baumann © Christian-Streili

SALZBURGWUT Eine Kombination aus Krimi & Stadtführer

Salzburgwut, Cover © Gmeiner Verlag

Salzburgwut, Cover © Gmeiner Verlag

Ein Mord auf dem Friedhof wird zum zwölften Fall für Kommissar Merana.

Elias war Novize bei den Franziskanern. Gefunden wird seine arg zugerichtete Leiche am Friedhof der Kirche St. Sebastian. Wer nicht ein ausgesprochener Kenner von Salzburg ist, der erfährt baldigst, dass dieser Ort zu den touristischen Highlights der Stadt zählt. Hier wurde nicht nur der berühmte Arzt Paracelsus bestattet, sondern in seinem Mausoleum auch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Dessen architektonisches Erbe trägt bis heute zur Pracht Salzburgs bei. Nicht zuletzt ruhen Mitglieder der Familie Mozart in den malerischen Arkaden dieses Gottesackers. Kommissar Merana weiß das natürlich. Er ist ein ausgewiesener Kenner der Stadt, hört zur Entspannung Symphonien von Gustav Mahler und ist soeben von einer Reise aus dem Friaul zurückgekehrt, wo er seine Weinbestände mit bestem Schiopettino und Refosco ergänzt hat.

Klöster und vor allem die darin beheimateten Mönche sind ihm, einem erklärten Ungläubigen, jedoch Neuland, ähnlich wohl manchen Lesern dieses Buches. Deswegen sorgt Meranas Erfinder, der Romanautor Manfred Baumann, umgehend für respektvolle Aufklärung, wie solche geistlichen Gemeinschaften funktionieren und was es mit deren Mitgliedern auf sich hat.

 

Nebenbei wird kritisch auf die politische Gegenwart eingegangen. Die auf dem Sprung zur Mehrheit befindliche HPÖ ist unschwer als eine der österreichischen Parteien auszumachen, die derzeit dank ihrer Rechtslastigkeit bundesweit die Umfragen anführt. Was haben deren örtliche Vertreter mit der Tat zu tun? Da bei dem Mord Kunstgegenstände verschwunden sind, lernt man auch darauf spezialisierte Diebe und deren Hehler kennen. Es mangelt also nicht an Verdächtigen, aus denen Merana mit seinem engagierten Team den wahren Mörder extrahieren muss. Wie es sich für einen aktuellen Krimi gehört, werden die professionellen Methoden der Salzburger Polizei detailliert beschrieben. Ob sie zum Erfolg führen, ist an sich nur die spannende Draufgabe dieser im deutschen Gmeiner Verlag erschienen Lektüre, die sich mit einer Fülle an vielseitigen Informationen als Einladung zu und als Begleiter bei einem Besuch dieser wunderbaren Stadt an der Salzach empfiehlt.

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