Kultur und Weindas beschauliche MagazinFelix Kurmayer, Kurt Hexmann © Karin Burian LOVE JOGGING Mittwoch abends wie immer, Liebling!
Brian ist ein wahrer Glückspilz. Zuhause hat er eine attraktive Gattin und auswärts genießt er heiße Stunden mit einer blutjungen Bettgefährtin, die seine Tochter sein könnte. Möglich sind die Seitensprünge jedoch nur, weil sein Freund George angeblich regelmäßig einmal in der Woche zum Dart in die Kneipe geht und ihm in dieser Zeit seine Wohnung zur Verfügung stellt. Das wiederum funktioniert nur, weil die tüchtige Jessica, Gattin von George, oft wochenlang berufsbedingt irgendwo in der Welt unterwegs und deswegen die Bude sturmfrei ist. Die Herren haben sich dabei auf den Mittwoch geeinigt. Brian gibt vor, für seine Fitness im Park etliche Runden zu joggen, während er nach kurzem Schnaufen zum Schäferstündchen in die Wohnung von Georg einbiegt. Der hingegen nützt den Abend für ein Tête-à-Tête mit Hilary, die praktischer Weise mit Brian verheiratet und zu diesem Termin mit Sicherheit allein daheim ist. Für den Briten Derek Benfield (1926-2009) war diese Konstellation eine wunderbare Gelegenheit, eine rasante Komödie mit komischen Verwechslungen, fadenscheinigen Lügen und prickelnden Andeutungen sinnlichen Treibens denjenigen Menschen zu schenken, die gerne ins Theater gehen, weil sie dort über die gebotene Situation und letztlich auch über sich selbst von Herzen lachen können. In Laxenburg, das schon der Kaiser einst gerne besucht hat, gibt es einen eigens für ihn erbauten Bahnhof. Die Theater affinen Herren Heinz Göbel, langjähriger kaufmännischer Leiter des Kultursommers Laxenburg, und Thomas Koziol mit entsprechender Erfahrung als Regisseur und Intendant haben dort die passende Infrastruktur vorgefunden und im Saal des nunmehrigen Restaurants „Kaiserbahnhof“ mit dem heurigen Jahr erstmals den Vorhang hochgehen lassen. Mit sicherem Griff für leichte, aber zündende Unterhaltung haben sie sich für „Love Jogging“ entschieden und damit einen fulminanten Start hingelegt.
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