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CARLO NAYA Venedig in (sehr) frühen Fotografien

Venedig, die Riva degli Schiavoni mit dem Geschäft von Carlo Naya, handkoloriert

Einführung in die Geschichte der Fotografie anhand von Reisesouvenirs des 19. Jahrhunderts

Der Italiener Carlos Naya hatte bereits kurz nach ihrer Erfindung die Fotografie für sich entdeckt. Nach anfänglicher Liebhaberei an den Ergebnissen des neuen Mediums wurde er 1857 mit der Eröffnung eines Fotostudios in Venedig zum professionellen Fotografen. In dieser Stadt war er wie nirgendwo sonst von einer unendlichen Fülle an Motiven umgeben, die er mit seinen Kameras festhielt. Die Mehrzahl wird dabei nicht zufällig verwendet. Anfangs gab es nur die Möglichkeit, das Negativ eins zu eins auf Papier durch Direktkontakt zu übertragen.

Venedig, der Markusplatz mit dem Markusdom und dem Campanile

Seine Abnehmer, meistens waren es Touristen in der Lagunenstadt, die ihre Erinnerungen mit nachhause nehmen wollten, verlangten jedoch verschiedene Formate; ein nachvollziehbares Bedürfnis, dem er nur mit mehreren Kameras nachkommen konnte. Selbstverständlich waren die Aufnahmen schwarzweiß, was aber durch kunstvolle Handkolorierung ausgeglichen wurde. Sein Können, sein Blick für spannende und vor allem gerade Linien und die faszinierende Tiefenschärfe seiner Bilder sprach sich bald in der Fachwelt herum und brachte ihm diverse Auszeichnungen auf Weltausstellungen ein.

 

Das Kupferstichkabinett verwahrt 100 Abzüge von Carlo Naya, die bekannte Gebäude und Kunstwerke zeigen. Sie sind bereits ende des 19. Jahrhunderts an die Wiener Akademie gekommen und sollten als Anschauungsmaterial für die Studierenden dienen, allen voran die prächtigen Gemälde und Fresken, die ein Besucher an sich nicht zu Gesicht bekommt, weil sie sich beispielsweise in der Öffentlichkeit unzugänglichen Palästen befinden.

Naya hat aber auch in Kirchen und Museen wie der Galleria dell´Accademia gearbeitet und so einen beeindruckenden Überblick über die Kunstschätze Venedigs geliefert. In der Ausstellung „Carlo Naya (1816-1882) Venedig in frühen Fotografien“ (bis 25. November 2018) werden nun erstmals ausschließlich Fotos gezeigt. Sie sind nur ein winziger Teil der 22.000 Papierabzüge umfassenden Sammlung, die bei derlei Anlässen erstmals zumindest im jeweiligen Teil gründlich erforscht und aufgearbeitet wird. In einem Katalog gibt es viel Lesestoff zu Carlo Naya und seinen fotografischen Meisterwerken.

Venedig, Markusdom, die Quadriga der Bronzepferde über dem Mittelportal
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