Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Gewinnen Sie 3 x 2 Eintrittskarten zur der hinreißend lustigen Komödie WIRD SCHON SCHIEF GEHEN im Wiener Metropol am Mittwoch, 6. März 2019. Sie brauchen dazu nur den Button

 

Gewinnspiel

 

anzukilcken, Ein Mail mit dem Betreff Gewinnspiel Metropol öffnet sich, Name und Adresse einfügen und abschicken. Die Gewinner werden am Di., 26.Februar 2019 ermittelt und per Mail verständigt. Die Karten werden postalisch zugeschickt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir gratulieren den Gewinnern Ernst Trestl, Barbara Oberhauser, Poldi Tanzberger

Wird schon schief gehen Ensemble © lepsi/metropol

WIRD SCHON SCHIEF GEHEN und das todsicher

Michael Duregger, Leila Strahl © lepsi/metropol

Mordsgaudi bei der Suche nach dem wahren Tissemeter, pardon, Missetäter

Dürfen sich Profischauspieler über ihre Laienkollegen lustig machen? Freilich, vor allem dann, wenn es sich um englischen Humor handelt. Eines der ältesten Beispiele dafür, also die Legitimation von allerhöchster Stelle, findet sich mit der Rüpel-Komödie im Sommernachtstraum, den immerhin ein gewisser William Shakespeare geschrieben hat. Eines der jüngsten Beispiele stammt von den Autoren Henry Lewis, Jonathan Sayer und Henry Shields. „The Play That Goes Wrong“ heißt die Komödie im Original, ein Titel, der im Deutschen kräftig gedopt wird. Das abergläubische Völkchen der Schauspieler spuckt vor einer Premiere einander gern über die Schulter und quittiert ein gutgemeintes „ToiToiToi!“ mit einem überzeugten „Wird schon schief gehen“. Hinter diesem seltsamen Pessimismus verbirgt sich zwar die Hoffnung, dass alles anders ausgehen wird als man im geheimsten Inneren befürchtet, kann sich aber ebenso gut als böser Bumerang herausstellen und wahr werden. Der Albtraum jedes Schauspielers sind beispielweise Hänger an Stellen, wo man sie am wenigsten erwartet hätte.

Alexander Jagsch © lepsi/metropol

Was tun, wenn Spot eins ausfällt oder die Musikanlage anstelle von Melodien durchdringendes Quietschen von sich gibt? Die Rede ist bei solchen Pannen von Bühnen wie Burg oder Josefstadt, die trotz sauteurer Technik und routinierter Mimen davor nicht gefeit sind. Was alles passieren kann, wenn Amateure am Werk sind, bietet schließlich genügend Stoff, um ein Publikum einen ganzen Abend lang köstlich zu unterhalten, wenn tasächlich alles schief geht, was nur schief gehen kann.

Claudia Rohnefeld © lepsi/metropol

Um den Zuschauern wirklichen Spaß zu bieten, der über mitleidiges bis höhnisches Gelächter hinausgeht, braucht es ausgezeichnete Komödianten und einen Regisseur, der auch im unterhaltsamen Parforceritt die Zügel fest in der Hand hält. Marcus Strahl ist einer von diesen Meistern, der mit seiner Truppe im Metropol gezeigt hat, dass sie alle die schwierige Kunst des bewussten „Falschspielens“ beherrschen und dabei aber stets spüren lassen, in Wirklichkeit weit über den Dingen zu stehen.

Exaktes Timing ist für gelungene Gags ebenso Voraussetzung wie strengste Disziplin beim Slapstick, um nicht in billiges Blödeln abzurutschen. Wie man sieht, ist Lachenmachen eine sehr ernste Kunst. Michael Duregger, der als Max gleich eine Doppelrolle zu bewältigen hat, die des Cecil Haversham und des alten Gärtners Arthur, lässt gekonnt die Rampensau heraushängen, die auch im Scheitern das Publikum zum Klatschen auffordert. Nur mit Mühe kann er vom Prinzipal Chris (Alexander Jagsch) dabei gebremst werden. Was ein richtiger Leiter einer Theatertruppe ist, übernimmt selbstverständlich die Hauptrolle. Als Inspektor Carter ist er dem Mörder von Charles Haversham auf der Spur. Bernhard Viktorin, alias Jonas, ist der arme Hund, der einen ganzen Akt lang als Leiche malträtiert wird. Sandra in Person von Leila Strahl spart als verführerische Florence Colleymoore nicht mir ihren Reizen, bis man sie mit einer nicht und nicht funktionierenden WC-Tür k. o. schlägt. Anni (Claudia Rohnefeld) scheint auf diesen Moment gewartet zu haben. An sich findige Inspizientin, springt sie auf der Stelle ein und ist nur mehr schwer durch die wieder genesene Sandra zu vertreiben. Als dummerweise beide Damen außer Gefecht sind, übernimmt Ronny (Ronald Kuste), der umsichtige, aber patscherte Licht- & Tontechniker, deren Rolle und damit auch das Männerküssen, das ihm nach kurzer Überlegungsphase sogar ganz gut gefällt.

Der auf seine Schwester krankhaft eifersüchtige Thomas Colleymoore ist Robert (Paul König). Die Fäden hinter dem Ganzen zieht jedoch Daniel, der den uralten Butler Perkins gibt. Martin Gesslbauer ist nicht nur ein großartiger Schauspieler. Er kann auch faszinierend ruinöse Bühnen bauen. Irgendwann bricht alles mit mächtigem Krachen zusammen und alle überleben den Einsturz unbeschadet. Wäre ja auch jammerschade um jeden Einzelnen aus diesem gottvoll lustigen „Amateurensemble“.

Wird schon schief gehen Ensemble mit Leiche © lepsi/metropol
Metropol Logo 350

Statistik