Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Die REise des klinen Prinzen © Lukas Beck

DIE REISE DES KLEINEN PRINZEN durch sphärische Klänge

Nathan, Michael Schade © Lukas Beck

Hat das Schaf die Rose nun gefressen?

Der kleine Prinz ist ja selber schuld. Seine erste Bitte an den Erdenmenschen, den er in einsamer Wüste trifft, dreht sich um ein Schaf. Nachdem dieser freundliche Mann darin geübt ist, Elefanten in Riesenschlangen zu zeichnen, schafft er es nach einigen Versuchen auch, eine Kiste, in der sich ein Schaf befindet, auf das Papier zu bringen und damit den kleinen Kerl zufrieden zu stellen. Ob der neue Bewohner seines Mikroplaneten mit den wuchernden Affenbrotbäumen nicht nur deren Schösslinge, sondern auch die geliebte Rose frisst, lässt auch Antoine de Saint-Exupéry offen. Der passionierte Flugzeugpilot hat in der ganz realen, nicht ungefährlichen Situation einer Notlandung in der Wüste eine Gestalt aufsetzen lassen, die so gescheite Sachen gesagt hat, die kein Erwachsener je denken könnte, sofern er sich nicht die unverdorbene Weisheit von Kindern bewahrt hat. So hat Saint-Exupéry das Vermächtnis dieses kleinen Prinzen aufgeschrieben, als der ihn beauftragt hat, seinen Planeten zu zeichnen, „damit es den Kindern bei mir daheim auch richtig in den Kopf gehe.

Nathan, Aloisia © Lukas Beck

,Wenn sie eines Tages auf die Reise gehen´, sagte er, ,kann es ihnen zugute kommen.´“ Längst ist diese Geschichte zu einer der meist gelesenen geworden, allerdings über die Rührung, die man dabei empfindet, kaum hinausgekommen. Wer gibt schon gern zu, dass er ein Erwachsener ist, der sich in einer der seltsamen Figuren, denen der kleine Prinz auf seiner Reise begegnet, wiederfinden kann; ob es sich um die eitlen Männer handelt oder um den kleinen König, der nur befiehlt, was ohnehin von selber passiert, oder um den Lampenanzünder, der den ganzen Tag damit beschäftigt sind, Licht aus und ein zu schalten ohne sich um den Sinn zu fragen.

Bastian, Ensemble © Lukas Beck

Die am besten geeigneten Vermittler dieser großartigen Botschaft sind und bleiben Kinder, wie beispielsweise die Wiener Sängerknaben. Kirk Miles hat die Story in ein Libretto verpackt und Gerald Wirth die dazu passenden sphärischen Klänge komponiert. Regisseur Philipp M. Krenn setzt auf Video (Bernd Kranebitter), mit dem das für die Geschichte so wichtige Zeichnen auf der Bühne möglicht wird, und ungemein geschickt geführtes Licht für spannende Schattenspiele.

„Die Reise des kleinen Prinzen“ ist eine sogenannte Kinderoper, die genauso aber auch für die Großen geschaffen wurde. Mit einem Sängerknaben als kleiner Prinz (Nathan/David) wird die Planetenwanderung überwältigend authentisch. Der Tenor Michael Schade ist der Erzähler, der mit feiner Komik den gegenüber der Unbefangenheit seines Besuchers hilflosen Erwachsenen mimt. Dazu kommen Solisten wie Philipp/Timo als Astronomen und die Rose in Gestalt von Aloisia/Mae und die rockig auftretenden Eingebildeten Bastian/Ryusel aus dem Chorus Juventus, und der König Simon mit seinem überaus goldigen Gefolge aus der Musikvolksschule der Wiener Sängerknaben.

Geschäftsmann (Philipp/Matthew), Lampenanzünder (Lars/Sebastian) und Geograf (Mattheus/Maris) sind wieder Wiener Sängerknaben und der Fuchs Johanna/Mae vom Chorus Juventus. Sie alle bewältigen beachtlich schwierige Melodien, bei denen ihnen die Musiker der Schubert Akademie lediglich begleitend zur Seite stehen können. Dirigent Manolo Cagnin hat aber alles fest im Griff und genießt sichtlich den sich anbahnenden Ohrwurm „Man sieht nur mit dem Herzen richtig.“

Die Rosen Ensemble © Lukas Beck
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