Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Außenansicht des Palazzo Vienna © Palazzo Vienna

LADIES FIRST Die genießenswerte Dinnershow im Palazzo

Miss FRisky aus Großbritannien © Palazzo Vienna

Liebesnöte der trinkfesten Miss Frisky und anderer Spaß in Toni Mörwalds Arena

Während draußen in der Manege Artisten ihre halsbrecherischen Künste zeigen, schwingen hinter den Kulissen grandiose Köche virtuos die Kochlöffel. Das Ergebnis aus beidem lässt auch in der Spielzeit 2019/2020 das Publikum wieder den Atem anhalten und gleichzeitig tüchtig mit Messer und Gabel zulangen. „Ladies First“ ist das Motto der neuen Show, das Miss Frisky als schillernder Star des Abends den Männern so richtig hineinsingt. Ihren Impressario Monsieur Philippe Trépanier, nebenbei ein Meister des Diabolo, nervt sie mit ihren Liebesnöten, ohne Rücksicht auf dessen Frau Tamara Bousquet (Les Deux de Pique), die ihrerseits mit charmanter Naivität humorige Störmanöver setzt und damit für entsprechende Turbulenz sorgt und wenn´s sein muss, mit dem Blasrohr gefährlich präzise Luftballons abschießt. Es ist also eine Hetz, die sich auf die im Rund des Spiegelpalastes auf ihre Genüsse harrenden Zuschauer überträgt, zumal dann, wenn Miss Frisky zu anerkennendem Applaus ein Glas Bier ex austrinkt. Aber mit diesem Kabinettstück an akrobatischer Trinkfestigkeit ist es freilich nicht getan.

Niamh O´Reilly Equilibristik © Plazzo Vienna

Aufgeboten wird eine stattliche Riege an Zirkuskünstlern, die Unglaubliches am Seil (Julien Posada aus Frankreich), am Trampolin (das Duo Aramelo) oder am Trapez (das spanische Paar La Fem Fatal) zum Besten geben. Die Ungarin Vivien Vajda zeigt im Tempo eines feurigen Csárdás, was mit einer Sprungschnur alles möglich ist, während die Brasilianerin Danila Bim mit buddhistischer Gelassenheit die Schwerelosigkeit aufhebt und nur an ihrem Haar hängend den schönen Körper über dem Boden tanzen lässt. Die Meleshin Brothers beherrschen das Balance Board in mehreren Etagen und Niamh O´Reilly läst neben ihren Einlagen in Equilibristik ihre großartig warme Stimme hören. Begleitet werden sie dabei von den Prater Brothers, die nicht nur schwungvoll aufspielen, sondern auch mit Wiener Schmäh punkten.

Hauptgang für Fleischtiger © Palazzo Vienna

„Zirkusdirektor“ Toni Mörwald hat das Vergnügen, seine Gäste in den Pausen zwischen den Nummern kulinarisch zu verwöhnen. Wie jedes Jahr bittet er zu Tisch, um für Fleischtiger Bio-Steingarnelen auf Erdäpfelcreme mit Ananas & Sellerie, für die Vegetarier Avocado-Cocktail mit pochiertem Ei, Sauce American und gerösteten Pinienkernen als Auftakt eines viergängigen Menüs zu servieren. In der Terrine wird sodann pikante „Soupe de Carottes“ a la Toni Mörwald aufgetragen.

Beim Hauptgang hat man wieder die Qual der Wahl zwischen herrlich rosa Roastbeef mit grünem Pfefferrahm, grünem Spargel, Ricotta-Ravioli und Bohnengemüse oder gefüllten Ricotta-Ravioli mit Ofenparadeisern und gepopptem Wildreis. Der Wein dazu kommt als Grüner Veltliner Terrassen 2018 vom Weingut Jurtschitsch oder als Blaufränkisch „Unglaublich“ 2016 vom Weingut Lehrner. Den Abschied versüßt ein Dessert aus Schokoriegel mit Tonkabohne und frischer Himbeere, bevor man beim Schlussapplaus zumindest ein paar der zu viel aufgenommenen Kalorien mit heftigem Klatschen wieder wegzukriegen versucht.

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