Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Clemens Fröschl, Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Clemens Fröschl, Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

ATMEN Kinder kriegen? Keine einfache Frage!

Clemens Fröschl Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Clemens Fröschl, Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Zuschauen beim Zusammenraufen von zweien, bis sie zu dritt sind

Zwei junge Menschen, Lara Bumbacher und Clemens Fröschl, haben 2020 gemeinsam die Diplomprüfung an der Schauspielschule bestanden. Sie sind Freunde geworden und dank der Idee, den Theaterverein „taschenspielerinnen“ zu gründen, auch Kollegen. Ihr erstes Stück, für das das Theater Spielraum seine Räume gastfreundlich zur Verfügung stellt, scheint ihnen vom englischen Dramatiker Duncan Macmillan auf den Leib geschrieben worden zu sein. Der deutsche Titel heißt „Atmen“. Thematisiert werden darin der Wunsch nach einem Kind und gleichzeitig alle die Probleme, die ein solches Ansinnen an die menschliche Natur mit sich bringt. Es wird wild drauf los gebummst, diskutiert, der gewaltige CO2 Fußabdruck eines neuen Erdenbürgers berechnet und die gegenseitigen Gefühle handfest auf ihre Haltbarkeit abgeklopft. Als die Entscheidung pro Baby gefallen ist, will sich vorerst keine Schwangerschaft einstellen. Wenn es endlich so weit ist, folgt ein Abortus. Skrupel und Beschuldigungen wechseln einander ab, bis die Trennung unausweichlich ist.

Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Clemens Fröschl, Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Clemens Fröschl, Lara Bumbacher © Paul Vincenth Schütz

Aber wo einmal die Liebe tief sitzt, ist ein dauerhaftes Ausweichen schwer möglich. Er hat den kurzfristigen Freiraum für eine Verlobung anderweitig benützt. Sie hingegen hat auf sexuelle Abenteuer verzichtet. Wird es doch noch was mit den beiden und vor allem mit ihrem Kinderwunsch? Für die Auflösung des Rätsels einfach bis 18. September 2021 hingehen und den beiden beim Zusammenraufen zuschauen.

 

Die erfahrene Theaterfrau Nicole Metzger vom Theater Spielraum hat die Jungschauspieler betreut und Regie geführt. Auf ein Bühnenbild wurde insofern verzichtet, als diese Aufgabe ein Overhead-Projektor übernimmt, dessen Folie geduldig geschriebene Zusatzinformationen aufnimmt und an die Rückwand projiziert. Für den Rest müssen Lara Bumbacher und Clemens Fröschl ihre Fähigkeit einsetzen, um in imaginären Räumen nicht vorhandene Requisiten wie beispielsweise das Bett zur Zeugung des Nachwuchses zu ersetzen. Gekuschelt wird auf Distanz, geradeso wie beim Geschlechtsverkehr, der mit getrennten Bewegungen oder einem spannenden Nähern der Finger in den Köpfen des Publikums und im Bauch von ihr ohnehin das gewünschte Resultat zeitigt. Mut kann man den beiden nicht absprechen, wenn sie sich mit Leidenschaft in die Texte schmeißen, ihren Figuren kantigen Charakter zu geben versuchen und vor allem eine Produktion auf die Beine zu stellen, ohne auf eine Fanschar oder großartige Bekanntheit zählen zu können.

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